Tage in Sorrent

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Buchprofile - Rezension
1876 reist Friedrich Nietzsche mit einigen Begleitern zur Erholung ans Meer.
Friedrich Nietzsche leidet unter Migräne und, heute würde man sagen, Burn-Out. Eine Schriftstellerin, Malwida von Meysenbug, lädt ihn und seinen Sekretär, den Studenten Albert Brenner, und seinen Doktoranden Paul Reé nach Sorrent ein. Nicht ganz uneigennützig, denn Malwida von Meysenburg kann auf Grund eines Augenschadens nicht mehr lesen. Sie genießt es, sich von den beiden Begleitern Nietzsches stundenlang vorlesen zu lassen. Sie forciert intellektuelle Gesprächskreise und Dispute, und der ebenfalls in Sorrent anwesende Richard Wagner könnte allen ebenfalls guttun. Malwida organisiert alles gemeinsam mit Cosima Wagner. Doch schon die mühsame Reise nach Sorrent und die Begegnungen dabei verändern Nietzsche. Letztendlich kommt es sofort zu einem Zerwürfnis mit Wagner, auf Grund der Selbstverliebtheit Wagners und dessen religiöser Thematik, und Wagner reist ab. Zurückgeblieben schmieden alle vier neue Pläne. Doch auch diese zerbröckeln, da Nietzsche feststellen muss, dass die Meeresluft ihm weniger gutgetan hat als erhofft und sich seine Gesundheit sogar verschlechtert hat, so wie bei den anderen Reiseteilnehmern auch. Alle Projekte und Ideen scheitern. Alle reisen ab. - Dieses Buch ist in einer wunderbaren Sprache geschrieben. Die psychischen Zustände der Protagonisten werden eindrücklich beschrieben. Man begibt sich auf eine schöne Zeitreise. Sehr empfohlen!
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Artikelbeschreibung

1876. Friedrich Nietzsche, mit Anfang dreißig von wiederkehrenden Migräneattacken und einem Augenleiden geplagt und seiner Professur an der Universität Basel überdrüssig, erhält eine Einladung der Schriftstellerin Malwida von Meysenbug nach Italien. Dort soll er seine Gesundheit wiederherstellen, an neuen Werken arbeiten und mit ihr die Gründung einer freien Akademie für »junge Geister« vorantreiben. Voller Hoffnung auf die heilende Wirkung des Südens macht Nietzsche sich in Begleitung des Philosophen Paul Rée und des Studenten Albert Brenner auf den Weg nach Sorrent. Nach einer schicksalhaften Begegnung mit dem ebenfalls am Golf von Neapel weilenden Richard Wagner scheinen sich alle Erwartungen zu erfüllen, doch dann droht der Aufenthalt zum Fiasko zu werden.

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Personeninformation

Andrea Liesemer, geboren 1965, studierte Medizin in Münster und war dort anschließend als Ärztin in einer psychiatrischen Klinik tätig. Darüber hinaus besuchte sie Vorlesungen in Germanistik, Komparatistik, Romanistik und Philosophie. Heute lebt sie in München. »Tage in Sorrent« ist ihr schriftstellerisches Debüt. Dirk Liesemer, geboren 1977, studierte Politik, Philosophie und Öffentliches Recht in Münster und Rennes. Er besuchte die Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg und arbeitete als Redakteur in Berlin und München, von wo aus er heute u.a. für die Zeitschrift mare schreibt. Zu seinen Büchern zählen »Lexikon der Phantominseln« (mare 2016), »Aufstand der Matrosen« (mare 2018) und »Streifzüge durch die Nacht« (2020).In ihrem literarischen Debüt zeichnen Andrea und Dirk Liesemer den entscheidenden Wendepunkt im Denken Friedrich Nietzsches nach und reflektieren feinfühlig und zugleich humorvoll, wie Menschen damit umgehen, wenn große Lebensentwürfe scheitern.

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