Die Tiefe

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Buchprofile - Rezension
Roman über die Geschichte einer Familie in Ostpreußen.
Ostpreußen zu unserer Zeit: Der alternde Wolf, der schon lange in Deutschland lebt, möchte das Haus seiner Mutter Janka in Polen verkaufen. Doch seine Tochter Alicja ist dagegen. Vor diesem Hintergrund lässt die Autorin die Geschichte der ganzen Familie über mehrere Generationen Revue passieren. Es ist eine Geschichte aus einer Region, in der sich polnische, deutsche, masurische und litauische Kultur und Identität seit Jahrhunderten vermischt haben. Die Geschichte von Wolf, der als unehelicher Sohn in den Nachkriegsjahren bei seiner alleinerziehenden Mutter Janka aufwächst. Die Geschichte seiner Tochter Alicja, die als Anthropologin mit den politischen Strömungen im heutigen Polen in Konflikt kommt. Es ist die Geschichte Jankas, die auf der Flucht ein alleinstehendes Haus am Fluss Guber findet und kurzerhand okkupiert. Es ist aber auch die Lebensgeschichte der jungen Aristokratin Gudrun, die aus ihrem nationalsozialistisch gesinnten Elternhaus nach Königsberg in die Beziehung zu dem jungen Arzt Max flieht. Max hingegen begreift erst spät die fatalen Auswirkungen des Nationalsozialismus. Als seine Geliebte vor den anrückenden Russen flieht, gibt er selbst – viel zu spät – seine Tätigkeit als Chirurg in einem Königsberger Krankenhaus auf und flüchtet ebenfalls. Im Hause Jankas an der Guber findet er ein neues Zuhause und in Janka eine Partnerin, die ihn seine Gudrun jedoch nicht vergessen lassen kann. So wird er zum Vater Wolfs. – Mit großem schriftstellerischem Geschick und einer Erzählgewalt (auch einige drastische Szenen werden beschrieben), die den Vergleich mit Lenz und Grass nicht zu scheuen braucht, schreibt Szatrawska einen Roman, in dem sie meisterhaft die Geschichte einer Familie mit der Geschichte einer Vielvölker-Region zu verweben weiß. Das ist ohne Frage große Literatur.
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Artikelbeschreibung

"Die Tiefe" erzählt die Geschichte mehrerer Generationen einer Familie, deren Schicksal tief mit dem einstigen Ostpreußen verwoben ist, einer Region, wo sich seit Jahrhunderten polnische, masurische, deutsche und litauische Identitäten miteinander verflechten: die Geschichte der Großmutter Janka, der Aristokratin Gudrun, ihres Geliebten Max, eines deutschen Chirurgen, der Tante Gertraud, die von Jankas Sohn, Wolf, und Alicja, dem jüngsten Familienmitglied und einer Anthropologin, die nur schwer damit zurechtkommt, das Elternhaus an der Guber zu verkaufen - ein geheimnisumwobenes Gebäude voller Erinnerungen. Wir folgen den Lebensschicksalen der Protagonistinnen und Protagonisten, beginnend mit der Zeit des Krieges - dem Fall von Königsberg und Rastenburg sowie dem unaufhaltsamen Vorrücken der Roten Armee -, über die Ära des kommunistischen Polens, in der über die Vergangenheit gar nicht oder nur im Flüsterton gesprochen wird, bis hin zur Gegenwart, in der sich ein neuer Konflikt entwickelt.

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Personeninformation

Ishbel Szatrawska, 1981 in Olsztyn (ehemals Allenstein, Polen) geboren, studierte polnische Literatur und Theaterwissenschaft an der Jagiellonen-Universität in Krakau, wo sie heute lebt und schreibt. Sie ist Autorin von sechs Theaterstücken, u.a. "The Life and Death of Mr.Hersh Libkin from Sacramento, CA" (Eurodram 2022 Selections). Ihr Debütroman "Ton" (dt. "Die Tiefe") stand auf Platz eins der Bestsellerliste für polnische Literatur und wurde zu einem der "10 besten Bücher des Jahres" gewählt. VQ steht für mutige, emanzipierte, frische Literatur, die in keine Schubladen passt, für Komik und Lyrik, für besondere illustrierte Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbücher (Graphic Novels). Wir lieben gute Geschichten, aber auch Grenzgänge, Ungewöhnliches, Experimentelles. Stimmen, die man unter hunderten wiedererkennt. Andreas Volk, 1971 in Idar-Oberstein geboren, lebt seit bald zwanzig Jahren als Literaturübersetzer in Warschau. Er übersetzte bereits Ishbel Szatrawskas Theaterstück "Totentanz. Schwarze Nacht, schwarzer Tod". 2013 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Vereinigung der polnischen Bühnenautoren und -komponisten Zaiks und 2022 mit dem Karl-Dedecius-Preis ausgezeichnet.

Pressestimmen

Dieses Buch wird Unruhe stiften! "Die Tiefe", das sind verschwiegene Lebensläufe, Familiengeheimnisse und im Hintergrund die große Geschichte. Natalia Szostak, Newsweek

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