Davonkommen

Roman
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Buchprofile - Rezension
Ein junger Vater kämpft sich nach der Trennung von Frau und Sohn ins Leben zurück.
Der etwa 30-jährige Ich-Erzähler wird von seiner Frau vor die Tür gesetzt, sie fordert die Scheidung. Er rebelliert erfolglos dagegen, leidet unter der Trennung von seinem vierjährigen Sohn, betäubt sich mit Alkohol und findet eine Beheimatung in einer alten Berghütte seiner Eltern. Seine Anwältin, ein Therapeut, regelmäßige Gelegenheitsjobs und vor allem die Sehnsucht nach dem Sohn lassen den Mann innerhalb der etwa sechs Monate umfassenden Erzähldauer in 304 Erzählschritten zu einem eigenen Rhythmus kommen. Die Wahrnehmung christlicher Symbole und Riten gibt Orientierung. Vor allem aber sind es die Nähe und Zuwendung des Sohnes sowie die gemeinsame Ablehnung der Exfrau/Mutter und deren neuem Partner, mit denen er sich aus seinen Süchten befreien kann. - Ein ruhiger, sprachlich eindringlicher, inhaltlich eindimensionaler Erzählstrang über ein Trennungsszenario, das Betroffene ansprechen und motivieren kann. Die Gestaltung des Buches visualisiert den Inhalt. - Empfehlenswert.
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Ein eindringlicher Bericht in Ich-Form über die ersten Monate nach einer Trennung und zwar aus der Sicht eines Mannes. Zuerst eher bruchstückhaftes Psychogramm, dann allmählich gewinnt das Leben wieder festre konturen. Eine feste Säule: Die Liebe zum kleinen Sohn.

Trennungen und wie die zu bewältigen sind, meist sind es Frauen die darüber reden oder schreiben, endlose Gespräche und Telefonate führen. Doch von jeder Trennung ist auch ein Mann betroffen. Wie gehen sie mit ihrem Schmerz um, der Angst vor einem Neubeginn, den zerbrochenen Träumen und Makulatur gewordenen Plänen, finanzielle Probleme inklusive. Fabio Andina lässt seinen Protagonisten ohne Selbstmitleid und Gejammer berichten, roh und ungefiltert wirkt das, aber doch so austariert, dass sich seine Gefühlslage instinktiv erfassen lässt. Der verlassene Mann weiß, er muss sein Leben in den Griff bekommen, schon damit er eine Chance hat, einen regelmäßigen Umgang mit dem Sohn zugesprochen zu bekommen und er kämpft. Er steht sich die Beine in den Bauch, wenn er als Wachdienst für teure Boutiquen unten in der Stadt arbeitet, er kann sich die Jobs nicht aussuchen, beißt die Zähne zusammen, schluckt den Schmerz, bekämpft die Einsamkeit. Weihnachten feiert er mit dem Kleinen schon vor, denn an den Feiertagen fährt die Mama mit ihm zu den Eltern ihres neuen Freunds.

Artikelbeschreibung

Der Brief des Anwalts ist unmissverständlich: Seine Frau will die Trennung, er muss die gemeinsame Wohnung verlassen, der Sohn bleibt bei der Mutter, das Auto kann er behalten. Weil er arbeitslos ist, hat er keine andere Wahl, als in ein altes Ferienhaus in einem Bergdorf zu ziehen, eine Stunde von der Stadt entfernt. Getrieben von der Angst, auch noch seinen Sohn zu verlieren, rast er den Berg hinauf und hinunter, nimmt jeden Gelegenheitsjob an, den er bekommen kann, pendelt zwischen seinem Psychiater und seiner Anwältin, pumpt sich voll mit Bier und Tabletten. Die Tage ohne Arbeit verschwimmen im Delirium, bis er anfängt, seine Umgebung wahrzunehmen, den Garten in Ordnung zu bringen, im Kamin Feuer zu machen. Er beginnt wieder zu malen, wie früher, wie Alfonso Ossorio, sagt man ihm, einer, der gemalt habe wie Jackson Pollock, nur ein bisschen anders. Vor allem aber wird das Ferienhaus zum Refugium, das er jedes zweite Wochenende mit seinem Sohn teilt. Hier ist Raum für Spiele und Vertrautheit. Hier kommt, zusammen mit dem Winter, langsam wieder Ruhe in sein Leben."Davonkommen" ist ein einziges großes Decrescendo. Der Roman kann, muss aber nicht, als Vorgeschichte zu "Tage mit Felice" gelesen werden.

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