Als der Kaiser ein Gott war

A Novel
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Buchprofile - Rezension
Beeindruckender, sprachlich impressionistischer Roman um Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.
Der Kurzroman von Julie Otsuka spielt vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs, als nach dem Überfall auf Pearl Harbour 1941 und dem Kriegseintritt der USA alle japanisch-stämmigen US-Amerikaner unter Generalverdacht gestellt und zumindest zeitweilig in Lagern interniert wurden. Die Autorin entwickelt dabei in kurzen, oft fast lyrischen Vignetten eindrückliche Bilder von der Hilflosigkeit, Scham und Wut ihrer Protagonisten, einer bewusst namenlos porträtierten Kleinfamilie aus der amerikanischen Mittelschicht. Während der Vater in ein spezielles Straflager verschleppt wird, müssen die Mutter - eine noch in der japanischen Kultur verwurzelte Christin - und ihre beiden Kinder, die sich ihrerseits schon ganz als Amerikaner fühlen, das gemeinsame Haus verlassen und Jahre hinweg in einem Lager in der Wüste von Utah verbringen. Ihre Hoffnung, nach Kriegsende wieder in ihr altes Leben zurückkehren zu können, wird sich dabei zerschlagen. Am Ende steht ein gescheiterter amerikanischer Traum, eine gebrochene Familienexistenz. - Julie Otsukas Buch ist keine leichte Lektüre. Eine durchgehende Handlung fehlt ebenso wie eine einheitliche Erzählstimme. Wer sich auf die ungewohnte sprachliche Form einlässt, wird mit einem Leseerlebnis belohnt, das noch lange nachwirken wird. Ausdrücklich ist hier auch die Übersetzung zu loben, die Sprache und Stil des englischen Originals nahezu perfekt wiedergibt. Das universelle Thema des Buches - wie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gegenüber einer Minderheit Familien und Menschen brechen - ist aktueller denn je.
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Artikelbeschreibung

Endlich erscheint der Debütroman der japanisch-amerikanischen Erfolgsautorin Julie Otsuka auf Deutsch. Er wurde u.a. mit dem Asian American Literary Award ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt.Ein sonniger Frühlingstag im Jahr 1942, Berkeley, Kalifornien. Am Postamt liest die Mutter den Evakuierungsbefehl, geht nach Hause und beginnt die wichtigsten Habseligkeiten der Familie zusammenzupacken. Wie Zehntausende weitere japanischstämmige Amerikaner in den Westküstenstaaten betrachtet man sie als Sicherheitsrisiko, seit die USA mit Japan im Krieg stehen. Schnörkellos, präzise und aufwühlend erzählt Julie Otsuka in ihrem Roman von der wachsenden antijapanischen Stimmung unter den bislang so freundlichen Nachbarn, der Deportation in ein Internierungslager im Wüstenhochland von Utah, den prekären Verhältnissen in den Baracken hinter Stacheldraht, von Angst und Einsamkeit - und schließlich von der Rückkehr der Familie, für die nichts mehr so sein wird wie zuvor. Indem die Autorin ein beschämendes Kapitel US-amerikanischer Geschichte ausleuchtet, greift sie zugleich eine universelle Thematik auf: rassistische Vorurteile und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, heute so aktuell wie vor 75 Jahren.

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