Der Henker von Paris

Roman
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Buchprofile - Rezension
Packender historischer Roman über den berühmtesten Henker der Geschichte, der zur Zeit der Französischen Revolution mehr als 3000 Todesurteil vollstreckte.
Im Zentrum des historisch zuverlässigen, packend erzählten Romans des Schweizer Autors steht Charles-Henri Sanson (1739-1806), der sein Amt vor und während der Französischen Revolution ausübte, und damit in einer Epoche, in der mit der Erfindung der Guillotine ein erster Schritt zur massenhaften, pikanterweise als human und demokratisch deklarierten Tötung von Menschen beschritten wurde. Mehr als 3000 Hinrichtungen mit dieser revolutionären Tötungsmaschine musste er durchführen, und viele weitere mit dem Strang, dem Schwert oder anderen Methoden. Vor allem die äußerst detaillierte, im nüchternen Berichtstil gehaltene Beschreibung der barbarischen Folterung und Hinrichtung des Königsattentäters Robert-Francois Damien über mehr als 20 Seiten hinweg macht den Roman zu einer ausgesprochen belastenden, wenn auch aufschlussreichen Lektüre, ermöglicht bzw. erzwingt er doch einen authentischen Blick auf einen verfemten Berufsstand, sein Selbstverständnis, seine gesellschaftliche Bedeutung und vor allem auf die unglaublichen psychischen Belastungen, denen er ausgesetzt war. Der Roman thematisiert an diesem Segment staatlicher Gewaltausübung auch die erstaunlichen Rechtfertigungsstrategien des gesellschaftlich vermittelten Tötens, ferner die menschliche Sensationsgier und perverse Lust am Töten bzw. am genussreichen Miterleben von scheinbar legitimierter Bestrafung. Ein erschreckendes Buch über die dunklen Seiten der menschlichen Natur, das man sicher nicht jedem Leser zumuten kann.
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Artikelbeschreibung

Charles-Henri Sanson fühlt sich zum Arzt berufen. Doch auf seiner Familie lastet ein Fluch, der ihm bereits in der Schule zum Verhängnis wird: Man erkennt ihn als Sohn des Henkers, eine medizinische Laufbahn bleibt ihm verwehrt, er muss in die Fußstapfen seines Vaters treten. Töten statt heilen. Sanson wird zum Gefangenen seines Schicksals, die Qualen der Todeskandidaten werden zu seinen eigenen. Tagsüber richtet er auf dem Schafott, abends spielt er Klavier, und nachts seziert er die Leichen, um die menschliche Anatomie zu erforschen. Während der Terrorherrschaft im Gefolge der Französischen Revolution guillotiniert 'Monsieur de Paris' über 3000 Menschen. Die Stadt ertrinkt im Blut, und Sanson verliert allmählich den Verstand. Verzweifelt sucht er nach Menschlichkeit und Anerkennung. Die Liebe einer Siamesin, die er gleichwohl nicht heiraten darf, gibt ihm Halt. Bis sie selbst auf die Todeslisten der Revolutionäre gerät. Claude Cuenis Roman ist eine ebenso beklemmende wie packende Charakterstudie über den berühmtesten Henker der Geschichte.

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Personeninformation

Claude Cueni, geboren 1956 in Basel. Nach dem frühzeitigen Abbruch der Schule reiste er durch Europa, schlug sich mit zwei Dutzend Gelegenheitsjobs durch und schrieb Geschichten. Mittlerweile hat er über fünfzig Drehbücher für Film und Fernsehen sowie Theaterstücke, Hörspiele und Romane verfasst, u.a. den Bestseller 'Das Große Spiel' über den Papiergelderfinder John Law, der bisher in zwölf Sprachen übersetzt wurde. www.cueni.ch.

Pressestimmen

'Ein herausragender historischer Roman, der weit über die zeitgeschichtlichen Ereignisse hinausweist, Philosophie und Aufklärung einbezieht und ein brutales, aber authentisches Bild des 18. Jahrhunderts vermittelt.' (literaturkritik.de)
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