Narrenträume

Historischer Roman
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Bayern im Buch-Rezension
In der zweiten Hälfte des 16. Jh. wird der umtriebige Hofnarr Michel Witz in München wegen ketzerischer Umtriebe angeklagt.
Michels Vater Mertl Witz war geschätzter Narr am herzoglichen Hof von Albrecht V., Sohn Michel tritt mit Hilfe des Vaters in dessen Fußstapfen und unterhält die hohen Herrschaften mit seinen Sottisen, frechen Sprüchen, aber auch wohlmeinenden Ratschlägen. Sein Herr ist der Sohn Albrechts, Wilhelm V. Die recht strenge Erziehung verhindert aber nicht, dass der junge Herzog den Freuden des Lebens abgeneigt wäre. Michel Witz kommt auch in den Genuss so mancher höfischer Freuden. Der Herzog liebt den Prunk, und die Heirat mit Renata von Lothringen wird mit Pomp und Prunk gefeiert. Spätestens mit Regierungsantritt wird Wilhelm immer mehr zum Frömmler; er wird dann auch Wilhelm der Fromme genannt. Durch die exorbitant teure Hofhaltung werden immer mehr Schulden angehäuft. Und jetzt finden auch beim bayerischen Herzoghof immer öfter Scharlatane und Betrüger Gehör, die mit allerlei Tricks das Goldmachen versprechen. Neider am Hof bezichtigen Witz der Ketzerei; er landet im Gefängnis; es drohen Folter und Tod auf dem Scheiterhaufen. - Während es den Hofnarr Mertl Witz wirklich gab (siehe dazu auch das Gemälde von Hans Mielich im Bayerischen Nationalmuseum), ist Michel Witz ein fiktiver Sohn. Der Autor geht in diesem opulenten Roman ausführlich auf die historischen Fakten ein; das mehrseitige Nachwort hilft auch bei der Einordnung diverser Aspekte. Wie schon in seinem Roman "Der Wachsmann" befleißigt sich der Autor auch hier eines immer wieder ironischen, unterhaltsamen Stils. Leser aus München und Oberbayern sollten vor allen Dingen an der Geschichte interessiert sein.
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Artikelbeschreibung

Michel Witz träumt von einem Leben als Hofnarr, wie es sein Vater führt. Es gelingt ihm, eine Anstellung am fürstlichen Renaissancehof Herzog Wilhelms zu erhalten. Dieser feiert erst auf Burg Trausnitz in Landshut rauschende Feste und fördert später in München Künste und Jesuiten. So kommt es unweigerlich zur finanziellen Katastrophe. Um den Bankrott zu verhindern, lässt sich Wilhelm mit dubiosen Goldmachern ein, und Michel versucht es sogar mit Magie. Am Ende landet er unter dem Vorwurf der Zauberei im Gefängnis und muss um sein Leben fürchten.

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Personeninformation

Der in München geborene Richard Rötzer studierte zunächst Geschichte, nachfolgend Medizin. Bereits neben seiner klinischen Tätigkeit schrieb er historische Romane. Er lebt als freier Autor in Rosenheim.

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