
Artikelbeschreibung
Die hoffnungsvolle Geschichte einer Annäherung zweier Unerwünschter zur Zeit der Zwangskollektivierung auf dem tschechischen Land der 50er JahreDer Bauer Frantisek stemmt sich gegen die sozialistische Kollektivierung. Er möchte Herr auf seinem Hof und seinem Grund bleiben, auch wenn ein Nachbar nach dem anderen vor den neuen politischen Bedingungen kapituliert. Sein Sohn Venousek ist fast noch ein Kind und eine Frau fehlt.Als ihm für die schwere Feldarbeit nicht der erhoffte junge Mann zugeteilt wird, sondern die schmächtige 29-jährige Ida, ist das seitens der neuen politischen Führung der erste Versuch, ihn in die Knie zu zwingen. Aber Ida ist nicht nur äußerst tüchtig und eine verlässliche Stütze bei allen folgenden Schikanen, sie haucht Haus und Hof auch ein helleres Leben ein, es wird wieder gelächelt. Zärtliche Gesten dringen kaum sichtbar in den harten Alltag, und beide Männer finden an ihr Halt. Doch beim Dorftanz kommt es zum Eklat, Frantisek erfährt von Idas Vergangenheit und zeigt sich dem nicht gewachsen - ein Tiefpunkt; dazu scheint der Verlust der Eigenständigkeit und damit seines Selbstverständnisses unabwendbar, Frantisek sieht sich aus seiner traditionellen Lebenswelt stürzen und mit einem Mal in der gleichen Lage wie Ida. Liegt darin sogar eine Chance?Helena Cernohorskás ungewöhnlicher Roman fesselt durch seine unprätentiöse, stille und genaue Sprache.
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Personeninformation
Helena Cernohorská, geboren 1987, ist Verlegerin und Schriftstellerin. Von ihr liegen zwei Romane vor und eine historische Publikation. Sie war als Redakteurin bei verschiedenen Verlagen tätig und ist heute Mitarbeiterin des Nationalmuseums in Prag. Zusammen mit einer Kollegin leitet sie den unabhängigen Verlag »Bylo nebylo«
Kristina Kallert studierte Germanistik und Ostslavistik in Regensburg und St. Petersburg, später Bohemistik in Brno. Seit 1998 übersetzt sie aus dem Tschechischen. Große Beachtung fanden ihre Erst- und Neuübersetzungen klassischer Autoren wie Bozena Némcová, Vladislav Vancura und Jirí Langer. Sie hat Milena Jesenská übersetzt, Jirí Kolár und Bohumila Grögerová, aber auch Prosa und Lyrik der Gegenwart.
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