
Artikelbeschreibung
Ein Band mit neuen Gedichten. Summe und Coda eines bedeutenden lyrischen Werks.
Tief geht der Blick des Autors in unserer Epoche zurück. Er reicht vom Mord in Sarajewo bis zum Abschuss eines Passagierflugzeugs über der Ostukraine, von einer Kriegskindheit bis in den heutigen Alltag. Hartung vereint die poetische Analyse mit persönlicher Teilnahme. Seine Poesie wirft einen gelassenen Blick auf Welt und Leben.
Das Auto des Erzherzogs
Der Lack ist abgeplatzt am Einschußloch
Blank wie im Blankvers gingen Projektile
erst in den Leib der Herzogin, dann in
den Hals Franz Ferdinands, und gingen weiter
in Herzen die man nach Millionen zählte
Geschossen habe er geschlossenen Augs
so Princip der das Werkzeug war, der Weltgeist
ein Meister der Ballistik drückte ihm
die Augen zu. Was blieb? In der Vitrine
die Uniform des Erzherzogs (noch immer
recht proper) zeigt nur in der Schultergegend
paar Flecken blassen Bluts. Die Reinigung
war tätig. Also bringt man die Geschichte
zur Reinigung. Löcher und Flecken bleiben
Produktsicherheit
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| Anschrift: |
Geiststr. 11 DE-37073 Göttingen |
| Kontakt: | info@wallstein-verlag.de |
Personeninformation
Harald Hartung (1932-2025) wurde im westfälischen Herne geboren und lebte als Lyriker, Kritiker und Essayist in Berlin. Mitglied der Akademie der Künste (Berlin), der Akademie der Wissenschaften und der Literatur (Mainz) und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (Darmstadt). Hartung hat deutsche und internationale Lyrik in berühmt gewordenen Anthologien wie »Luftfracht« und »Jahrhundertgedächtnis« und in Essaybüchern wie »Masken und Stimmen« vermittelt und analysiert. Preise:Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis (1987)Internationaler Lyrikpreis »Chianti Ruffino-Antico Fattore« (1999)Preis der Frankfurter Anthologie (2002)Würth-Preis für Europäische Literatur (2004)Johann-Heinrich-Merck-Preis (2009)Literaturpreis Ruhr (2012)
Pressestimmen
»einfach würdevoll!« (Björn Hayer, Berliner Zeitung, 22./23.07.2017) »Harald Hartung ist ein Dichter subtiler Dringlichkeit und großer Gefühle« (Christian Metz, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.10.2017) »Seine Gedichte sind im besten Sinne unspektakulär, auf die alltäglichen Erfahrungen gerichtet.« (Michael Braun, www.signaturen-magazin.de, 29.10.2017) »Diese Gedichte sind von beiläufiger Eleganz« (Thomas Betz, Münchner Feuilleton, November 2017) »Mehr Worte muss große Lyrik nicht machen.« (Stefan Dosch, Augsburger Allgemeine, 15.11.2017) »Auch mit 85 Jahren gehört (...) Harald Hartung (...) zu den wichtigsten lyrischen Stimmen der Gegenwart.« (Jochen Grywatsch, Westfalenspiegel, Mai 2018)
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