1Q84.Bd.1&2

Roman
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Buchprofile - Rezension
Raffiniert komponierter und fesselnd erzählter Science-Fiction-Thriller - realistisch und romantisch in einem!
Der Titel dieses (in Anlehnung an Bachs "Wohltemperiertes Klavier") raffiniert komponierten und fesselnd erzählten Science-Fiction-Thrillers, der im Jahre 1984 (Orwell lässt grüßen) spielt, ergibt sich aus der Tatsache, dass die weibliche Hauptfigur die Gegenwart des Jahres 1984 als das Jahr "1Quest84" oder kurz "1Q84" bezeichnet, weil sich diese auf eine ihr unbegreifliche Weise verändert. Wer in diese unheimliche Parallelwelt hinübergleitet, sieht zum Beispiel zwei Monde am Himmel. (Eine der vielen Metaphern der Bipolarität, die den Roman in seiner Grundstruktur charakterisieren). Genau lässt sich dieses ominöse "anderweltliche Reich", in der geheimnisvolle kleine Wesen, die so genannten "little people" existieren, nicht charakterisieren. Fest steht, dass diese über unheimliche Kräfte verfügen, dass sie Menschen als Vermittler benötigen, sich ihrer bedienen und deren Schicksal auf geheimnisvolle Weise mitbestimmen. Die Grundstruktur der beiden in der deutschen Ausgabe in einem Buch zusammengefassten Bände ist identisch. Im steten Wechsel wird je zwölfmal von der männlichen Hauptfigur Tengo und der weiblichen Protagonistin Aomame erzählt. Beide gleiten im Verlauf der spannenden Handlung unversehens und unumkehrbar in die "Anderwelt" hinüber. Diese phantastische Geschichte erzählt im Kern von einer unerfüllten romantischen Liebe. Denn beide lieben sich seit einem kindlichen Erweckungserlebnis, haben sich aus den Augen, aber nicht aus dem Herzen verloren und finden am Ende beinahe zueinander. Allerdings erkauft die liebende Aomame das Leben ihres Geliebten mit der Prophezeiung ihres eigenen Todes. - Die entfesselte Phantasie dieses grandiosen japanischen Erzählers wird wohl jeder Leser bewundern; man darf dabei allerdings nicht allzu prüde sein und sollte ein gewisses Faible für das Genre mitbringen.
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Artikelbeschreibung

1984. Aomame hat zwei verschieden große Ohren. Beim Rendezvous mit einem reichen Ölhändler zückt sie eine Nadel und ersticht ihn - ein Auftragsmord, um altes Unrecht zu sühnen. Tengo ist Hobby-Schriftsteller. Er soll einen Roman der exzentrischen 17-jährigen Fukaeri überarbeiten, damit sie einen Literaturpreis bekommt. Der Text ist äußerst originell, aber schlecht geschrieben - ein riskanter Auftrag. Aomame wundert sich, warum die Nachrichten ihren Mord nicht melden. Ist sie in eine Parallelwelt geraten? Um diese Sphäre vom gewöhnlichen Leben im Jahr 1984 zu unterscheiden, gibt Aomame der neuen, unheimlichen Welt den Namen 1Q84.

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Personeninformation

HARUKI MURAKAMI, 1949 in Kyoto geboren, lebte längere Zeit in den USA und in Europa und ist der gefeierte und mit höchsten Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Sein Werk erscheint in deutscher Übersetzung bei DuMont. Zuletzt erschienen die Romane 'Die Ermordung des Commendatore' in zwei Bänden (2018), in einer Neuübersetzung 'Die Chroniken des Aufziehvogels' (2020), der Erzählband 'Erste Person Singular' (2021), 'Murakami T' (2022) und 'Honigkuchen' (2023). Ursula Gräfe, geboren 1956, hat in Frankfurt am Main Japanologie und Anglistik studiert. Aus dem Japanischen übersetzte sie u. a. Yukio Mishima, Hiromi Kawakami und Sayaka Murata. Für DuMont überträgt sie die Werke Haruki Murakamis ins Deutsche. 2019 erhielt sie den japanischen Noma Award for the Translation of Japanese Literature.

Pressestimmen

"Sämtliche Register des Erzählens (...) Murakami ist in formaler Hinsicht zweifelos einer der gewieftesten Erzähler, den wir haben und 1Q84 diesbezüglich sein Meisterwerk. Wie hier Topoi und Strukturen aus Literatur, Religion und Musik vermischt werden, wie die Perspektiven gewechselt, die Zeiten miteinander verschliffen werden, das hat man noch nie gelesen." FAZ "Murakami galt dieses Jahr als einer der Kandidaten für den Nobelpreis. Es ist schade, dass er ihn nicht bekommen hat (...) "Murakami weiß seine Geheimnisse zu bewahren. Aber es sind, kraft seiner tiefen Humanität, Geheimnisse für die ganze Welt." SZ "Eine beeindruckende Reflexion über Gewalt und Religion, verhüllt in ein schillerndes Erzählpanorama". SPIEGEL "Eine Liebesgeschichte zweier Menschen, die einander fehlen (...)die beiden könnten zu Romeo und Julia unseres Jahrtausends werden (...)Nicht nur in quantitativer Hinsicht ein Opus Maximum". DIE (literarische) WELT "Murakami ist einer der wenigen Großschriftsteller, die über die Liebe noch so schreiben, als könne sie einen erlösen." WAMS "Ein Hochgenuss." COSMOPOLITAN "Ein großes, freundlich protzendes Feuerwerk der Einfälle." STERN "Gewalt und Liebe: ein komplexes Werk" KULTURSPIEGEL "Ein ebenso verstörendes wie großartiges Buch, das federleicht in Abgründe führt." NEON "So suggestiv wie in seinem neuen Roman 1Q84 hat Haruki Murakami lange nicht mehr geschrieben. [...] Tengo und Aomame heißen sie, die Helden Haruki Murakamis [...], und sie sind der schöne Trost für Menschen mit vorübergehender bis anhaltender Orientierungsschwäche. [...] Es wäre zu schön gewesen, wenn Haruki Murakami den Nobelpreis bekommen hätte." TAZ "Die ersten Kritiken gab es vorab von den mehr oder weniger lieben Kollegen. Denn Seite für Seite durften sich deutsche Autoren den neuen Murakami vorknöpfen und das beträchtliche Epos noch vor der Veröffentlichung in Deutschland auszugsweise via Internet begutachten. [...] Der Umfang des Romans, sein Titel, der Werbegag und der japanische Verkaufserfolg - das alles sind Eigentümlichkeiten, die zu diesem Buch passen. Denn der neue Roman des Nobelpreiskandidaten Haruki Murakami ist das vielleicht merkwürdigste Buch dieses Jahres, eine Mischung aus Fantasy und Krimi, es ist absurd und spannend, ein schillerndes Abbild vom Chaos unserer Welt. [...] Dieses Buch ist ungeheuerlich, unvergleichlich [...]." RHEINISCHE POST "Dass die Lektüre von Murakami-Texten Spaß macht, unterhält und - wie es japanische Leser häufig behaupten - sogar entspannt oder therapiert, sei hiermit bestätigt." NEUE ZÜRCHER ZEITUNG "Fantastisch!" EMOTION "Ein Märchen aus unserer Zeit, balanciert scharf zwischen Kitsch und Kälte und trifft den magischen Ton wohliger Traurigkeit, der süchtig macht." DIE ZEIT "1Q84 ist großartig in seiner Dramaturgie und Komposition. Wie ein langer Sommertag, der mit einer zarten Morgenröte beginnt, den erwachenden Vögeln, deren Gesang wie eine Verheißung klingt, und der doch bereits zu Beginn von einer dunklen Ahnung begleitet wird und an dessen Ende ein vernichtendes Unwetter heraufzieht." NDR "Ein Mix aus "Lost", "Twin Peaks" und "Alice im Wunderland" - und ein Feuerwerk an Einfällen." MYSELF "Konstruiert wie eine Komposition von Bach." HAIDE TENNER, SPECTRUM/DIE PRESSE "Einfach grossartig!" Ueli Walther, SCHWEIZER ILLUSTRIERTE "Der Roman '1Q84', in dem zu den spannenden Charakteren plötzlich auch noch geheimnisvolle Signale aus einer anderen Welt mit zwei Monden kommen, hat mich total gefesselt." Christiane Winter, DB MOBIL
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