St. Bonifaz in München und Andechs. Die Benediktinerabtei im Spiegel ihrer Äbte. Band 1: Biographien

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Bayern im Buch-Rezension
Die Geschichte der Abtei St. Bonifaz – veranschaulicht an ihren Äbten.
Franz Xaver Bischof, Historiker (Kirchengeschichte), Birgitta Klemenz, Historikerin (Stiftsarchivarin von St. Bonifaz) sowie Abt Johannes Eckert beleuchten in diesem eindrucksvoll gestalteten und durch zahlreiche Quellen fundiert erarbeiteten Buch die Gründungs- und Entwicklungsgeschichte der Benediktinerabtei St. Bonifaz in München und des Priorats Andechs an den Lebensgeschichten der Äbte und deren Blick auf die immensen Herausforderungen, die in den beiden Standorten zu meistern waren. Im Rahmen seines Programms zur Restauration des kirchlichen und klösterlichen Lebens nach der rigoros durchgeführten Säkularisation gründete König Ludwig I. (1825-1848) das Kloster St. Bonifaz und wiederbelebte Kloster Andechs als Priorat zur wirtschaftlichen Absicherung des Stadtklosters. Bereits die Ortswahl für St. Bonifaz in direkter Nähe zum Königsplatz macht das Anliegen des Königs deutlich „Religion, Wissenschaft und Kunst zu verbinden“. Dass dies auch für die beiden Standorte große Anstrengungen erforderte und zu großen Spannungen zwischen der monastischen Lebensform und seelsorglichen wie wirtschaftlichen Verpflichtungen führte, zieht sich durch alle Biografien der seit 1850 bis 2003 St. Bonifaz vorstehenden Äbte: Paulus Birker (1850-1854), Bonifaz von Haneberg (1854-1872), Benedikt Zenetti (1872-1904), Gregor Danner (1904-1919), Bonifaz Wöhrmüller (1919-1951), Hugo Lang (1951-1964) Odilo Lechner (1964-2003). Doch in den einzelnen Porträts werden auch die unterschiedlichen Lebenswege der Äbte (Herkunft, Schule, Studium) deutlich, ihr Suchen und ihre Unsicherheit, aber ebenso ihr fester Wille, in die benediktinische Gemeinschaft von St. Bonifaz einzutreten. Auch danach werden persönliche Schwierigkeiten angesprochen, z.B. allen Mitbrüdern sowie den alltäglichen Anforderungen, vor allem den unterschiedlichen Vorstellungen innerhalb der Ordensgemeinschaft gerecht zu werden. Aber gerade diese Einblicke machen deutlich, dass allgemeine Kommunikationsdefizite, die Priorisierung eigener Vorstellungen sowie alltägliche Pflichten das Zusammenleben auch in einer Ordensgemeinschaft stark belasten können. - Ein sorgfältig und durch vielfältiges Bildmaterial anschaulich erarbeitetes Buch, das allgemein sehr zu empfehlen ist!
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Artikelbeschreibung

Die Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München und Andechs wurde 1850 von König Ludwig I. von Bayern in der Landeshauptstadt München gegründet. Das Kloster sollte in Verbindung mit Propyläen und Glyptothek auch baulich den Willen des Königs zum Ausdruck bringen, Religion, Wissenschaft und Kunst zu verbinden. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts konnte sich die Abtei zu einem monastischen Zentrum entwickeln, das weit über München hinaus ausstrahlte. Hinzu kam die Betreuung des Klosters auf dem "Heiligen Berg" Andechs, das der Stadtabtei als Wirtschafts- und Versorgungsgut überlassen wurde. Ermöglicht wurde diese Entwicklung zu einem guten Teil von außergewöhnlichen Abtspersönlichkeiten, die in dieser Klostergeschichte in biographischen Darstellungen gewürdigt werden. Eine umfangreiche Quellensammlung will ergänzend Einblicke in das Konventsleben geben.

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