Wesentliche Bedürfnisse

Roman
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Buchprofile - Rezension
Sinnsuche im Kunstbetrieb – ein Roman zwischen Wendezeit und Gegenwart.
Benjamin Leiser, 50, erfolgreicher und beliebter Kunstprofessor und in diesem Betrieb integriert und zuhause, unterhält eine offene, unbestimmte Beziehung zu Sibylla. Er hat das Gefühl, in seinem Leben etwas verpasst zu haben, was er jetzt versucht nachzuholen. 50 ist das neue 30. Der Roman spielt in verschiedenen Zeitebenen: In der Gegenwart und der unmittelbaren Nachwendezeit nach November 1989. In der Gegenwart begegnet er den Kunststudenten Jorinde und Konstantin, den er anziehend findet, weil beiden Geschlechtern zugetan. Er reflektiert seine Tätigkeit an der Universität und den Unibetrieb generell, auch im Hinblick auf zunehmende rechte Tendenzen und der Frage nach "deutscher Leitkultur". Unter dem Pseudonym Michael Mai bespricht er in den Vorlesungen eigene Arbeiten, denn er hat nach vielen Jahren wieder zu malen begonnen, und geht dabei auf die aktuellen Entwicklungen ein. Das Thema des Nichtstuns, des Faulenzens, stellt er in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Er lädt die Studenten Konstantin, Jorinde, Jago und Chiara in sein Elternhaus an der Ostsee ein. Doch auch das hilft ihm nicht, seine Sinnkrise zu bewältigen. Hier blendet Res Sigusch in die Vergangenheit zurück. An Benjamins Geburtstag öffnet sich die Mauer, er geht von Ost- nach Westberlin, trifft Stephan, mit dem er sein Leben lang befreundet sein wird, lebt vier Wochen mit Uli, die von ihm schwanger wird, das Kind aber nicht will. Wieder in der Gegenwart begibt sich Benjamin in einen Urlaub, aus dem er nicht wiederkehrt. Res Sigusch erzählt von einem Leben auf dem Weg der Suche nach dem Sinn des Lebens im Allgemeinen und dem Sinn der Kunst im Speziellen und der Bedeutung des Nichtstuns. Allen Büchereien bei Interesse an aktueller deutscher Literatur empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Kunstprofessor Benjamin Leiser hat alles - Geld, Status, Beziehungen - und ist dennoch nicht zufrieden. Als er auf den Studenten Konstantin trifft, erwählt er ihn zum Sohn, den er nie hatte, aber immer wollte, und erinnert sich an das Jahr '89, als seine Träume noch realisierbar schienen: Maler werden, Vater sein, das Glück finden. 30 Jahre später versucht er, sich diese »wesentlichen Bedürfnisse« auf kreative Weise zu erfüllen. Ein Künstlerroman und eine Wendegeschichte über verpasste Gelegenheiten und scheinbares Versagen, erzählt mit filmischer Lebendigkeit und multiperspektivischem Witz.

»Das ist meisterlich und sehr raffiniert, wie Res Sigusch Perspektiven wechselt, wie unser Blick geführt wird und unsere Wahrnehmung. Sodass wir, je nachdem, durch welche Augen und zu welchem Zeitpunkt wir auf diesen Mann und den Mikrokosmos des Kunstbetriebs schauen, das Gefühl haben, er ist ohne Moral - oder aber voller Mitgefühl und Liebe. Am Ende steht da ein echter Mensch; und der bleibt.« Sandra Hoffmann

Produktsicherheit

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Personeninformation

Res Sigusch studierte Philosophie und Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Bis 2021 widmete sich Res außerdem dem Studium des Literarischen Schreibens am Literaturinstitut Hildesheim und organisierte und moderierte vor Ort die Veranstaltungsreihe »Diesen Satz streichen: Sexismus im Literaturbetrieb« zu geschlechterspezifischer Diskriminierung, kollektiver Wehrhaftigkeit und feministischen Allianzen. Res veröffentlichte diverse Prosa und debütierte 2024 mit dem Roman »Wesentliche Bedürfnisse« im Berlin Verlag. 2026 erschien der Nachfolger »Unbegründete Ängste«. Dey lebt in Berlin.

Pressestimmen

»Ein atmosphärisch dichter Künstler-, Identitäts-, Wende- und Gesellschaftsroman mit einem Tupfer Kulturkritik und starken Verschwindens- und Auflösungsbildern, melancholisch und voller Sehnsucht. Auf mehr von Res Sigusch darf man gespannt sein.« Dagmar Kaindl (A) Buchkultur - Das internationale Buchmagazin 20240823
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