Meine geniale Liebe

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Buchprofile - Rezension
Sigge ist in Adrian verliebt, hat aber Angst, zu seinen Gefühlen zu stehen.
Eigentlich ist der fast 13-jährige Sigge nach einem Umzug bestens in seinem Leben angekommen. Er wohnt mit seinen zwei kleinen Schwestern und der alleinerziehenden Mutter bei seiner Oma Charlotte. Das gemeinsame Zuhause ist deren Hotel-Villa mit nur einem Gast, dafür zahlreichen ausgestopften Tieren. Es gibt zwar immer mal wieder kleinere und größere Slapstickmomente von qualmenden toten verkleideten Mäusen in der Mikrowelle oder verschwundener Schwester im Kindergartentrockner, aber das meistert Sigge relativ gelassen. Auch, die Frage, ob er nun wieder ins geliebte Eiskunstlaufen einsteigt, lässt ihn nicht verzweifeln. Was ihn jedoch im wahrsten Sinne des Wortes umhaut, ist seine Liebe zu seinem Mitschüler Adrian. Erst ist er nur von dem heftigen Gefühl überrascht (IMMER, egal, was er macht, muss er an ihn denken), dann hadert er mit seinem richtigen Verhalten ihm gegenüber (dummerweise ist er in Adrians Nähe so aufgeregt, dass er sprachlos wird) und die Wahrscheinlichkeit, dass Adrian überhaupt Interesse an ihm hat, weiß er auch nicht einzuschätzen. Aber als sich gerade so etwas wie eine schöne kleine Liebesromanze entwickelt, bremst ihn ein homophober Mitschüler aus. Der ebenso einfältige wie präsente Hugo weiß Sigge mit seinen abwertenden Äußerungen über "Schwule" zu verunsichern. Zudem fühlt sich Sigge durch ihn an Budde aus seiner alten Schule erinnert, der ihm das Leben zur Hölle gemacht hat. Er hat furchtbare Angst, wieder zum Außenseiter zu werden. Zu tief sitzen die Verletzungen des beschränkten Buddes, als dass er nun lässig mit den Äußerungen Hugos umgehen könnte. Jägerfeld beweist abermals, dass sie ebenso leichtfüßig wie tiefgängig schreiben kann. Man muss die zwei Vorgängerbände (zuletzt: „Mein genialer Tod“, BP/mp 23/63) von Sigge nicht kennen, um die Geschichte zu verstehen. Bei allem Witz und aller Schrägheit in Handlung und Dialog macht sie in glasklaren Sätzen deutlich, was zählt. Sie zeichnet ihre Figuren, allen voran Sigge, in all ihrer Verletzlichkeit und gewährt ihnen dennoch Stärke. Authentisch und genial. Für alle Bestände.
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Artikelbeschreibung

»Ja! Ich bin gay, homo, schwul! - Na und?« Sigge kennt sie noch immer: die Angst davor, gemobbt zu werden. Obwohl er in Skärblacka Freunde und Anerkennung in der Klasse hat. Doch er ist »schwul« und in Adrian verliebt. Wenn das rauskommt, geht alles von vorne los. Wird er es geheim halten können? Oder würde er es wagen, sich zu outen? Und seine Gefühle zu Adrian zu zeigen? Als wäre das nicht schwierig genug, zieht Sigges Mutter mit ihm und seinen Geschwistern in eine kleine Wohnung. Sigge vermisst sein Zimmer, seine Privatsphäre, seine herrlich-schrille Oma und die Nähe zu Juno schrecklich! Wie kann alles je wieder gut werden? Jenny Jägerfeld erzählt mit außergewöhnlichem Einfühlungsvermögen von der schwierigen Situation eines Jungen, der erkennt, dass er homosexuell ist, und es geheim halten will, um Mobbing zu entgehen. Mit spritzigem Humor lässt sie ihre Charaktere in einem unkonventionellen, schrägen Ambiente agieren. Ein bewegendes Leseerlebnis mit Tiefgang!

Produktsicherheit

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Kontakt: info@geistesleben.com

Personeninformation

Jenny Jägerfeld, geboren 1974, leitete eine psychologische Praxis in Stockholm und arbeitete als Journalistin und Lektorin für Fachbücher und Zeitschriften, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihre Romane sowie Kinder- und Jugendbücher brachten ihr u.a. den August-Preis, der Astrid-Lindgren-Preis, den Kinderbuchpreis von Sveriges Radio und den LUCHS ein. Im Verlag Urachhaus sind bereits ihre Titel 'Comedy Queen', 'Best Bro Ever' sowie 'Mein geniales Leben' und 'Mein genialer Tod' erschienen. Jenny Jägerfeld im Deutschlandfunk Kultur Büchermarkt vom 20.08.2022 www.jennyjagerfeld.se Birgitta Kicherer, geboren 1939 in Stockholm, wuchs in Schweden und Deutschland auf. Nach einem Grafikstudium arbeitete sie zunächst als Buchillustratorin bevor sie Anfang der 70er Jahre ihre Tätigkeit als Übersetzerin begann. Kicherer übersetzt vorwiegend aus dem Schwedischen, ebenso jedoch auch aus dem Norwegischen, Dänischen und Englischen. Zahlreiche ihrer Übersetzungen wurden mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet, 1999 erhielt sie zudem den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für ihr Gesamtwerk. Für die Übersetzung des Romans 'Stadt der Sonne' von Tove Jansson erhielt Birgitta Kicherer 2017 ein Arbeitsstipendium des DÜF, zudem ist sie Trägerin des Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreises (1993).
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