Lauf, Mädchen, lauf!

Mein Dorf in Bosnien, der Krieg und mein neues Leben
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Buchprofile - Rezension
Eine Zeitzeugin von Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf europäischem Boden warnt vor Leugnung, Schweigen und Indoktrination.
Die Autorin, geboren 1979 in Bosnien, hat als muslimische Überlebende von Krieg und Konzentrationslager diese autobiografische Dokumentation während der Pubertät in Deutschland als Tagebuch geschrieben. Im Bosnienkrieg 1992 – 1995 kam es im Vielvölkerstaat zu erbitterten Kämpfen um Macht und Unabhängigkeit. Am 21. Mai 1992 brach im Dorf der Autorin die Hölle aus. Psychische (Erniedrigung, Hunger) und physische (Gewalt, Vergewaltigung, Tötung) Folter im serbischen Lager traumatisierten die Dreizehnjährige schwer. Nach drei Monaten können sie in ein Aufnahmelager fliehen, der Onkel bringt sie nach Zagreb und dann nach Backnang. Mirsada erarbeitet sich ihre Integration in eine fremde Welt ohne Schwester und Freundinnen. Ein lebensrettendes Ritual war und blieb das Laufen als Echo auf den Soldatenzuruf. Mit einem Deutschen verheiratet, ein Sohn, ist sie noch ihrer Heimat verbunden. Angesichts der Agitation des serbischen Spitzenpolitikers Milorad Dodik kämpft die Autorin gegen das Verleugnen des Genozids an 100.000 Menschen und gegen menschenverachtende Politik. Sie tritt in der Öffentlichkeit auf, meldet sich auf Instagram zu Wort, ermahnt zum Respekt voreinander, zu Toleranz, Solidarität und Liebe. In diesem Buch verarbeitet sie das Erlebte und lässt ihren früh ermordeten Vater weiterleben. – Ein aufrüttelndes Buch, für Schulen und alle Büchereien.
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Artikelbeschreibung

Ein kaum beleuchteter Krieg in Europa: Der Balkan-Konflikt aus Sicht einer Zeitzeugin

Im Frühjahr 1992 spitzt sich die Lage in der zentraljugoslawischen Republik dramatisch zu. Bosnien-Herzegowina erklärt seine Unabhängigkeit von Jugoslawien. Als Antwort darauf beginnen serbische Einheiten, sogenannte »ethnische Säuberungen« unter der bosniakischen Bevölkerung durchzuführen. Die Kriegsverbrechen und Gräueltaten steigern sich ins Unermessliche.

Gleich beim ersten Angriff auf ihr bosnisches Dorf wird Mirsada Simchen-Kahrimanovics Vater ermordet. Sie selbst wird mit Mutter und Schwester im Lager Trnopolje inhaftiert. Hier erlebt die 13-Jährige Terror und sexuellen Missbrauch der gefangenen Frauen durch serbische Soldaten.

In ihrer Autobiografie berichtet sie von diesem Kindheitstrauma und setzt ein Zeichen für Verständigung und Frieden.

- Eine Zeitzeugin erzählt: Biografie einer starken Frau basierend auf ihren Tagebüchern

- Die Jugoslawienkriege zwischen 1991 und 1995 und ihre Folgen

- Kriegserinnerungen, die prägen: Mitreißender und erschütternder Erfahrungsbericht

- Neuanfang in Deutschland: Erlebnisse als Kriegsflüchtling in einem fremden Land

- Berührendes Plädoyer für mehr Toleranz zwischen Völkern und Religionen

Der verdrängte Krieg auf dem Balkan: Erinnerungsbuch macht menschliche Schicksale greifbar

»'Rennt, rennt', riefen uns die Soldaten von draußen in unser Versteck zu, während sie mit den Fäusten an die Fenster hämmerten. Wir rannten aus unserem Keller - direkt in die Hölle: das Konzentrationslager von Trnopolje.« Mirsada Simchen-Kahrimanovic gelingt die Flucht. In Deutschland baut sie sich erfolgreich ein neues Leben auf - und kann die Erinnerung an den geliebten Vater und den Krieg doch nicht abschütteln. Bis heute rennt sie: jeden Morgen zehn Kilometer.

»Lauf, Mädchen, lauf!« ist ihr sehr persönliches und emotionales Memoir. Eine Lebensgeschichte, die Mut macht, und ein Buch, das den vergessenen Krieg auf dem Balkan wieder in das öffentliche Bewusstsein rückt.

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