Austral

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Buchprofile - Rezension
Ein US-Literaturprofessor, der aus Costa Rica stammt, begibt sich auf eine Reise in die Geschichte Lateinamerikas.
Julio wächst in Costa Rica in ärmlichen Verhältnissen auf. Während sein Bruder in Bandenkriminalität abrutscht, gelingt es ihm, ein Stipendium für ein Studium in den USA zu ergattern. Dort promoviert er und wird Professor für Literaturwissenschaften. Doch nun, nach dreißig Jahren in der Fremde, steckt er in einer Identitätskrise. Er hat Sehnsucht nach der Heimat, wünscht sich zurück, obwohl dort niemand mehr auf ihn wartet. Seine Frau will nichts davon wissen. Julio glaubt zunächst an einen Irrtum, als er einen Brief von Olivia aus Humahuaca im Norden Argentiniens erhält. Doch schon die ersten Zeilen machen seiner Verwirrung ein Ende, denn es geht um seine Jugendliebe Alizia. Sie ist gestorben und hat ein Manuskript für ein letztes Buch hinterlassen. Der letzte Wille der Schriftstellerin ist es, dass Julio, der Alizia jahrzehntelang nicht mehr gesehen hat, entscheidet, was damit geschieht. Nun will er sich um die Veröffentlichung ihres letzten Buches kümmern und er folgt den Fährten, die das rätselhafte Manuskript hinterlässt. Seine Reise wird zu einer Reise in die Geschichte Lateinamerikas. – Der dritte Roman von Carlos Fonseca, einem der bedeutendsten spanischsprachigen Schriftsteller der Gegenwart, erzählt von Geschichte und Gegenwart Lateinamerikas und von Europäern, die dort ihren Träumen und Irrwegen folgten. Fonsecas Thema ist die Suche nach der wahren Erinnerung, sowohl im eigenen Leben als auch in der Gegenwart und in der Geschichte Lateinamerikas. Dazu liefert der Autor in seinem vielschichtigen Roman zahlreiche interessante Überlegungen, die allerdings politisches und literarisches Wissen erfordern, um zwischen Wahrheit und Fiktion zu unterscheiden.
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Artikelbeschreibung

Es beginnt mit einer Rückkehr und einem rätselhaften Manuskript: Julio hat die Schriftstellerin Aliza seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Und doch soll gerade er, ein Costa Ricaner, der schon lange in den USA lebt, nach ihrem Tod entscheiden, was mit Alizas letztem Buch geschieht.Gebannt und bald nicht mehr nur lesend folgt Julio den Fährten, die er in dem Manuskript zu erkennen glaubt. Seine Suche gerät zur Reise quer durch Lateinamerika und tief hinein in die Geschichte: von der völkischen Kolonie Nueva Germania in Paraguay, gegründet von Elisabeth Förster-Nietzsche, über einen indigenen Stamm im Amazonas, der mitsamt seiner Sprache ausgelöscht wird, bis hin zu den Bürgerkriegen in Guatemala und Nicaragua, die europäische Rucksacktouristen und Hippies hautnah miterlebten - auch Aliza.'Austral' ist literarische Spurensicherung und Expedition zugleich: Carlos Fonseca entfaltet einen Echoraum, in dem sich historische und fiktive, aber immer wahre Geschichten kreuzen - über den Süden als Ort europäischer Faszinationen, Enttäuschungen und Ausbeutungen. Ein brillanter politischer Roman über die Spiralen der Erinnerung und die Frage: Wie lässt sich erzählen, was für immer verschwunden ist?

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Pressestimmen

»Was Carlos Fonseca schreibt, erinnert an das Beste von Bolaño, Calvino und Borges.« The Guardian
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