Der Schlafwagendiener

Band 876
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Buchprofile - Rezension
Kanadisches Gesellschaftsporträt aus den 1920er Jahren.
Der 28-jährige Schwarze Baxter will unbedingt Zahnmediziner werden. Für die Ausbildung reichen seine bisherigen Ersparnisse nicht aus. So verdingt er sich als Schlafwagendiener bei der Canadian Pacifics Trans-Canada Limited. Das ist ein Knochenjob, zumal der Diener an unterster Stelle des gesamten Personals steht. Alle sind ihm übergeordnet, der Schaffner, der Koch, der Kellner. Baxter muss zu allem gute Miene machen, die teils überaus skurrilen Wünsche der reichen, weißen Fahrgastklientel mit freundlicher Miene, immer mit einem Lächeln, erfüllen. Er ist permanent übermüdet, hungrig und voller Sorge, dass ihm ein Passagier ein tatsächliches oder eingebildetes Vergehen ankreidet, was seine Entlassung zur Folge haben würde. Sein Strafpunktekonto ist eh schon bedenklich gefüllt. Zum Problem wird auch Baxters seinerzeit noch strafwürdige Homosexualität, die trotz der nicht unwillkommenen Avancen des einen oder anderen Passagiers Gefahr läuft, offenbar zu werden. Und dann gibt es auf der Strecke eine Schlammlawine; der Zug kann für viele Stunden nicht weiterfahren. Die teils abstrusen Verhaltensweisen der Reisenden sind jetzt für das Personal, hier vor allem für den Schlafwagendiener, eine kaum noch zu bewältigende Aufgabe. – Dieser Roman ist ein Sittenbild der damaligen Gesellschaft Nordamerikas; Rassismus und Herabwürdigung, Diskriminierung ziehen sich durch die Geschichte. Die umfangreiche Literaturliste zeigt, wie ausgiebig die Autorin recherchiert hat. Die zahlreichen Figuren sind beeindruckend gut geschildert. Der Text ist eher sachlich, wenige humorvolle Aspekte lindern ein wenig die an sich traurige Geschichte. Ein ganz besonderer Roman, der preisgekrönten kanadischen Autorin, der zahlreiche Leser:innen verdient.
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Artikelbeschreibung

Baxter träumt davon, Zahnarzt zu werden, und spart dafür jeden Dollar Trinkgeld. Bis er sich das Studium leisten kann, muss er auf mehrtägigen Schlafwagentouren stumm lächelnd und nickend alle Aufträge der reichen, weißen, oft skurrilen Fahrgäste ausführen. Er darf weder seinen eigenen Namen verwenden noch sich den kleinsten Fehler erlauben, dort am untersten Ende der gesellschaftlichen Hierarchie, auf dem Trittschemel beim Schuhepolieren oder beim Kloputzen.Im Jahr 1929 würde er für seine Hingabe an Männer nicht nur seinen Job verlieren, sondern unweigerlich im Gefängnis landen. Eine kompromittierende Postkarte will er trotzdem nicht verschwinden lassen. Unterdessen bleibt der Zug auf der Fahrt von Montreal nach Vancouver vor einer Schlammlawine stehen. Die Stimmung an Bord wird mit jeder Stunde angespannter. Während des pausenlosen Tag- und Nachtdiensts bekommt der völlig übermüdete Baxter langsam Halluzinationen und hat seine unterdrückten Gefühle immer weniger unter Kontrolle.

Produktsicherheit

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Kontakt: mail@wagenbach.de

Personeninformation

Suzette Mayr, geboren 1967, hat für ihre sechs bisher erschienenen Romane bereits mehrere Preise erhalten. 2022 wurde sie für »Der Schlafwagendiener« mit dem renommiertesten kanadischen Literaturpreis, dem Giller Prize, ausgezeichnet. Mayr unterrichtet Kreatives Schreiben an der Universität von Calgary.
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