Der Tanz auf dem Vulkan

Roman. Übersetzt von Nathalie Lemmens, mit einem Nachwort von Kaiama L. Glover - «Ein großartiger Roman, meisterhaft.» Harvard Review online
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Buchprofile - Rezension
Eine Geschichte aus vorrevolutionärer Zeit, Ende des 18. Jh., in der französischen Kolonie Sainte Domingue (Haiti).
Die Mulattin Jasmine fristet mit ihren zwei Töchtern Minette und Lise ein karges Leben als Straßenhändlerin. Der Vater der Töchter ist ein reicher weißer Pflanzer, der das farbige Mädchen irgendwann verstoßen hat. Diese Töchter, vor allem die fünfzehnjährige Minette, fallen durch eine außerordentliche Begabung auf; ihre wunderbaren Stimmen und ihre Schönheit führen dazu, dass sie, zwar hellhäutig, aber doch farbig, im Theater in Port-au-Prince auftreten dürfen. Das ist in einer Gesellschaft, die durch Standesdünkel und ausgeprägten Rassismus der französischen Kolonialherren geprägt ist, nicht selbstverständlich. Die Pflanzer, durch brutale Ausbeutung der Sklaven reich geworden, achten penibel darauf, dass die vielen Abkömmlinge aus den Verbindungen von Weißen und schwarzen Sklaven und wiederum deren Kinder, hellhäutige Farbige, keinerlei Zugang zu den privilegierten Klassen bekommen. Auch die Kinder von Freigelassenen sind Demütigungen ausgesetzt. Gerade unter diesem Personenkreis nehmen Abneigung und Wut gegen die Pflanzer zu. In diesem Klima feiern Minette, später auch die zwei Jahre jüngere Lise, trotz Diskriminierungen große Erfolge. Vor allem bei Minette wachsen aber angesichts der ungeheuerlichen Strafen und Folterungen, denen die Sklaven ausgesetzt sind, die Wut und der Hass ... - Der Roman erschien bereits 1957 in französischer Sprache; hier nun erstmals in deutscher Übersetzung. Die Figuren der Geschichte sind zum größten Teil real. Allerdings gibt es in Teilen fiktive Handlungen, wenn gesicherte Daten fehlen. Die Autorin, gebürtige Haitianerin, hat der Geschichte eine eigene, glaubhafte Version verliehen. Das Buch weist über 31 Seiten Anmerkungen auf, in denen ausführliche Erläuterungen zu besonderen Begriffen, Namen, Ereignissen und historischen Fakten gegeben werden. Ein vielschichtiger, einprägsamer Roman; sehr zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

'Eine ergreifende Geschichte über Hass und Angst, Liebe und Verlust und die komplexen Spannungen zwischen Kolonisatoren und Kolonisierten. Ein Meisterwerk.' Boston Globe

Port-au-Prince 1792: Minette ist die Tochter einer freigelassenen Sklavin. Dank ihrer außergewöhnlichen Gesangsstimme darf sie als erste Farbige im Theater von Port-au-Prince auftreten. Auf den Zuschauerrängen sitzen die Kolonialherren. Sie sind durch die harte Arbeit ihrer Sklaven reich geworden und kopieren die Pariser Lebensart. Doch unter der Oberfläche brodelt es schon lange. Die Ausbeutung von Mensch und Natur schürt soziale und ethnische Spannungen. Minette verliebt sich in einen erfolgreichen Freigelassenen. Als sie jedoch bemerkt, dass er seine Sklaven genauso brutal behandelt wie die Weißen, bricht sie mit ihm und schließt sich einer Untergrundorganisation an. Wie schon in 'Töchter Haitis' besticht Vieux-Chauvets Erzählkunst durch die lebensnahe Figurenzeichnung. Zudem ist 'Tanz auf dem Vulkan' eine historische Tiefenlotung, die uns Geschichte und Gegenwart des Karibikstaates erschließt.

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