Ich erzähle von meinen Beinen

Roman
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Buchprofile - Rezension
Eine junge Frau zwischen den Pflichten als berufstätige Mutter und dem Bewältigen ihrer nicht diagnostizierten ADHS.
Nervige Schusseligkeit oder ernsthafte Störung? Walburga versucht ihre Aufgaben als Hausfrau, Mutter und Journalistin zu erledigen. Ihr grandioses Scheitern beschreibt sie in diesem Buch – keine Geschichte im herkömmlichen Sinn, sondern Geschichts-Schnipsel, so wie sie durch die Gedankenwelt der Autorin rasen. Sie berichtet über eine Folge von Ereignissen, die vor allem eines zeigen: wenn das Gehirn nicht den allgemein üblichen Mustern folgt, reagieren im harmlosen Fall Mitmenschen mit Unverständnis, im schlimmsten Fall mit Ablehnung bis hin zu Mobbing und viel Elend für die Betroffenen, die sich für „nicht richtig“ halten. Bei ihrer Tochter wurde ADHS diagnostiziert, was allerdings für das Verständnis der anderen Kinder nicht hilft, im Gegenteil zu noch größerer Ablehnung führt. Walburga gerät immer tiefer in den Teufelskreis von nicht bewältigtem Alltag, Schuldgefühlen und zunehmender Unfähigkeit, die täglichen Anforderungen zu bewältigen. Am Ende sorgt äußerlich die Überflutung ihres Hauses und bei ihr selbst ihr Zusammenbruch für einen Neuanfang. – Das Buch ist keine larmoyante Nabelschau, aber ein Plädoyer für Toleranz gegenüber sogenannten Neurodivergenten und eine humorvolle Beschreibung deren täglichen Hürden.
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Artikelbeschreibung

Wallys Familie funktioniert - meistens. Ihr Mann, ihre Tochter, das Haus, die Laufenten: Sie hat alles im Griff, bis: sie eines Tages zusammenbricht und sich im Krankenhaus wiederfindet. Alles, was davor geschah, bekommt so eine verschobene Bedeutung. Bei ihrer Tochter wurde ADHS diagnostiziert - aber wie ist es mit ihrer eigenen Unkonzentriertheit, der Unmöglichkeit, Begonnenes abzuschließen, ihrer Hyperaktivität? Ihren irrationalen Ängsten und kleinen Neurosen? Wallys Zusammenbruch und die fast zeitgleiche Überschwemmung ihres Hauses bilden gleichermaßen die Klimax einer Überforderung - und die Erlösung daraus.Wie sich das Leben mit Neurodivergenz anfühlt, verarbeitet Cornelia Travnicek eindrucksvoll zu einem literarisch raffinierten Roman, der einen immer wieder zum Schmunzeln bringt.

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Hersteller: Picus Verlag
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Personeninformation

Cornelia Travnicek, geboren 1987, lebt in Niederösterreich. Studium der Sinologie und Informatik, arbeitet als Researcher in einem Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung. Für ihre literarischen Arbeiten wurde sie vielfach ausgezeichnet. 2012 erschien mit großem Erfolg ihr Debütroman »Chucks«, der 2015 verfilmt wurde. Im Picus Verlag erschienen ihr Roman »Feenstaub« (2020) sowie die Kinderbücher »Zwei dabei« (illustriert von Birgitta Heiskel), »Kurz bevor der Wecker klingelt« (2023) und aktuell »Henne Jenne« (2025, beide illustriert von Raffaela Schöbitz). www.corneliatravnicek.com
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