Wir sind immer noch wir

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Buchprofile - Rezension
In der Erkenntnis, dass ihr nicht mehr viel Zeit zum Schreiben bleibt, setzt eine junge Frau all ihre Kraft in die Vollendung ihres ersten Romans.
Die Protagonistin weiß von ihrer Krankheit und sucht nach Wegen, um mit ihr umzugehen. Das genaue Beobachten und Beschreiben der Symptome ist einer davon, sich nichts anmerken zu lassen, ein weiterer. Irgendwann kann Lana ihren fragilen Zustand nicht mehr vor ihren Freunden verbergen. Diese, durch die Erinnerung an ein gemeinsam erlebtes Trauma verbunden, bilden ein interessantes Beziehungsgeflecht, indem sie versuchen, füreinander da zu sein und sich gegenseitig Halt zu geben. Lana setzt all ihre noch verbliebene Kraft daran, eine Geschichte über Tom zu erzählen, ihm zu einer Gestalt zu verhelfen und ihm dadurch ein Leben zu geben. Bald muss sie erkennen, dass diese Figur eine Eigendynamik entwickelt und sich von der Schreibenden zu lösen beginnt. Tom kontrolliert zeitweise alles, wirbelt und spielt zwischen den Sätzen umher, bis er dann plötzlich verschwindet. Doch was für Lana wirklich zählt, ist allein die Geschichte an sich, die gelesen und dadurch noch woanders beheimatet sein würde als bei ihr. "An einem anderen Ort neue Wege gehen": Das ist es, was Lana antreibt und was sie sich für ihre Geschichte wünscht. In poetischen Bildern erzählt Verena Kaster von dem, was einen Menschen ausmacht, vom Bleibenden und Vergänglichen und vom Schreiben, das dem Ich eine Stimme gibt. Es ist diese leise, aber unverkennbare Stimme einer begabten Erzählerin, die es verdient, gehört zu werden und die leider viel zu früh gestorben ist. Der beachtenswerte Debütroman wird für alle Bestände gerne empfohlen.
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Artikelbeschreibung

"Warum geht es eigentlich ständig um die Unendlichkeit, wenn die Endlichkeit doch viel näher ist?"Lana hat keine Diagnose. Und doch weiß sie, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Immer wieder läuft ihr Blut aus der Nase - still, aber unaufhaltsam. Für sie ist es ein Zeichen: Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit.Was bleibt, ist der Versuch, sich selbst zu retten - durch das Schreiben. Lana will ihren ersten Roman vollenden, will eine Geschichte erschaffen, bevor sie selbst verschwindet. Doch je mehr sie sich an Worten festhält, desto mehr verliert sie den Halt in der Welt.Rob liebt sie, sagt es aber nicht. Marie braucht sie, kann sie aber nicht halten. Zwischen alten Schuldgefühlen, aufgestauten Sehnsüchten und der Angst, bedeutungslos zu werden, kämpft Lana um das, was sie selbst kaum noch spürt: Präsenz.Ein leiser, eindringlicher Roman über das Unsichtbarwerden in einer Welt, die nicht innehält. Über Freundschaft, Verlust - und die Frage, ob wir bleiben können, wenn wir längst dabei sind, zu gehen. (oder z.B. Ein poetischer Roman über das Verschwinden, das nicht laut ist - sondern langsam, leise, tief.)

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