
Artikelbeschreibung
Ein Kennzeichen totalitärer Systeme ist das Bestreben, das staatliche Bildungssystem sowohl in administrativer als auch personeller Hinsicht zu durchdringen und ideologisch gleichzuschalten, um maßgeblichen Einfluss auf Erziehung und Sozialisation der nachwachsenden Generationen zu nehmen. So setzten bereits im Spätsommer bzw. Herbst 1945 erste Reformbestrebungen seitens der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) ein, die nach der Gründung der DDR im Oktober 1949 von der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) aufgegriffen und systematisch entfaltet wurden, um sowohl den schulisch-pädagogischen Bereich als auch das Hochschulwesen umfassender politischer Kontrolle im Sinne der sozialistischen Weltanschauung zu unterwerfen. Die vorliegende Arbeit zeichnet anhand des Aufbaus des staatlichen Schulsystems sowie anhand der Hochschulreformen in der sowjetischen Besatzungszone bzw. der frühen DDR die Strukturen und Verfahren diktatorischer Kontrolle nach, arbeitet aber auch jene Inkonsistenzen und Limitierungen heraus, die vor dem Hintergrund des umfassenden planerischen Primatsanspruchs der SMAD bzw. der SED die Grenzen der DDR-Diktatur als sog. "monokratisches" Herrschaftssystem markieren.
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Personeninformation
Christian Igelbrink studierte die Fächer Geschichte, Germanistik, Erziehungswissenschaft und Medienpädagogik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Nach dem Abschluss des Staatsexamens wurde er ebendort mit einer Arbeit über die athenische Kolonisation zum Dr. phil. im Fach Alte Geschichte promoviert. Es folgte eine zweite Promotion zum Dr. paed. im Fach Erziehungswissenschaft mit einer Arbeit über Philosophie und Didaktik politisch-moralischer Urteilsbildung. Zuletzt war er als Dozent am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Münster im Arbeitsbereich Schulpädagogik tätig.
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