Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird

Eine Ermutigung
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Buchprofile - Rezension
Gesammelte Reden des erfolgreichen Schriftstellers (*1978).
Saša Stanišic gehört mittlerweile zu den renommiertesten Schriftstellern in Deutschland. 1992 als Vierzehnjähriger mit seinen Eltern als Flüchtling vor dem Jugoslawienkrieg nach Deutschland gekommen, hat er mit dem Erlernen einer neuen Sprache ein ganz besonderes Gefühl und Bewusstsein für Sprache im Allgemeinen entwickelt, das ihn dann auch zum Schriftsteller werden ließ. Diese Faszination wird auch immer wieder in seinen literarischen Werken thematisiert – ganz besonders aber in diesem Band mit gesammelten Reden, die der Schriftsteller anlässlich von erhaltenen Literaturpreisen hielt, inklusive einer (höchst amüsanten) „Rede, die ich mal in Graz halten möchte, Anlass egal“. Er spricht darin hauptsächlich über die Sprache und ihre vielfältigen Funktionen, über Literatur und ihre Wirkungsmöglichkeiten und über den Prozess des Schreibens von Literatur, vor allem: fiktionaler Literatur. In einer Rede an Schüler entwickelt er z.B. aus dem Bild des Stromkreises, der – wie der Titel sagt – in schematischen Darstellungen widersprüchlicherweise immer als Rechteck dargestellt wird, eine Metapher für das ganze Leben und für das, was darin wirklich wichtig ist. Sprache und Literatur sind für ihn eben nicht Selbstzweck (jedenfalls nicht ausschließlich), sondern beziehen sich auf die reale Welt und sind ein Teil davon. So taucht in seinen Überlegungen im Hintergrund immer wieder das (als Kind erlebte) Grauen des Krieges auf, der nicht abstrakt über die Menschen hereinbricht, sondern in der Gestalt von konkreten Menschen kommt, die sich anderen gegenüber zutiefst unmenschlich verhalten. Wird Unverständnis laut über die Widersprüchlichkeit unserer Welt und die Unzulänglichkeiten unserer Gesellschaft. Und trotzdem ist da auch eine zuversichtliche Weltsicht voll Humor und Weisheit zu spüren, die dem Untertitel des Bandes „Eine Ermutigung“ absolut entspricht. Allen Büchereien sehr empfohlen!
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Artikelbeschreibung

Reden gegen das Nichtstun. Gehaltene und ungehaltene.

Hilft ja nix: Wir müssen den Härten und dem Leid der Menschen etwas entgegensetzen. Krieg, Armut, Faschismus, was alles noch. Jeder kann was tun, jeder. Was geben, wo helfen, so was. Verantwortung übernehmen. Wenn schon alles den Bach runtergeht, dann wenigstens in Würde, verdammte Axt.

Auf Literatur setzt kaum noch jemand ernsthaft und das nicht erst, seit Handys. Trotzdem hast du grad ein Buch in der Hand und überlegst, ob du es kaufen sollst. Es sind Reden drin. Findest du bescheuert, weil Reden hält man und basta.

Versteh ich. Hier trotzdem eine Liste, was du verpassen würdest:

* So circa zwanzig Mal das Wort "unwahrscheinlich".

* Meinen Großonkel Stevo, der Ende 1990 sechs Richtige im Lotto erriet und direkt ertrank (gemeinsam mit einem Trompeter).

* Einen Stuhl in einem Hinterhof.

* Sprache, Mut, Zauberei.

* Thomas Bernhard (lebend).

* Eine Ringeltaube (tot).

* Den Satz: "Das Gegenteil von Tod ist Tun".

* Mich, wie ich eine Häkelnadel in eine Steckdose -

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Personeninformation

Sasa Stanisic wurde 1978 in Visegrad (Jugoslawien) geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Seine Werke wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt und viele Male ausgezeichnet. Sasa Stanisic lebt und arbeitet in Hamburg. Er ist dort Fußballtrainer einer F-Jugend.

Pressestimmen

»Sicher das berührendste, komischste, traurigste, klügste Buch, das ich in den letzten zwölf Monaten gelesen habe. « Kölner Stadtanzeiger, Christine Westermann
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