Bolla

Roman
22,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Zwei homosexuelle Männer können im Kosovo der Jahrtausendwende ihre Liebe zueinander nicht leben.
Ein heimliches Liebespaar in Pristina im Jahr 1995: der Albaner Arsim, frisch verheiratet mit einer jungen Frau, und der Serbe Milos, der für ein Medizinstudium in den Kosovo gekommen ist. Nicht nur die gesellschaftlichen Konventionen, sondern auch die weitere Entwicklung des Balkankriegs macht der jungen Liebe sehr schnell ein Ende. Was folgt, sind die traurigen, aber scheinbar unausweichlichen Weiterschreibungen der Traumata, denen beide Männer in ihrem Leben bereits ausgesetzt waren und die sie infolgedessen auch anderen Menschen zufügen. Für den Leser schwer zu ertragen sind die Verhaltensweisen des in Beziehungen dominant bis gewalttätig agierenden Albaners Arsim, der seine Frau schlägt, schließlich Sexualkontakte zu Minderjährigen sucht und sich doch überwiegend selbst als Opfer seiner eigenen Geschichte zu sehen scheint. Zusammen mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Kindern gelingt ihm die Flucht aus dem Kosovo in ein sicheres, nicht näher bezeichnetes Land. Er wird jedoch straffällig des Landes verwiesen und muss 2004 nach Pristina zurückkehren. Milos hingegen lässt sich von der serbischen Armee anwerben und endet knapp zehn Jahre später als körperliches und seelisches Wrack. Arsim schafft es, seinen Geliebten Milos in Pristina wiederzufinden, nimmt ihn kurzzeitig bei sich auf, entzieht sich jedoch der Verantwortung, diesen vollkommen gebrochenen Menschen zu betreuen. Über der ganzen Geschichte scheint der böse Geist des Bolla zu schweben – einer geflügelten schlangenartigen Drachenfigur aus der albanischen Folklore, der laut Überlieferung zu seiner Besänftigung regelmäßig Menschenopfer fordert. – Beklemmende Lektüre eines mehrfach prämierten Autors.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Wie lebt man ein Leben, das sich nicht nach dem richtigen anfühlt? Eine unmögliche Liebe vor dem Hintergrund des Balkankriegs: Zwei Männer auf der Suche nach Heimat und einem selbstbestimmten Leben.

Pristina, 1995: Arsim ist zweiundzwanzig und frisch verheiratet mit einer Frau, die ihm die Welt zu Füßen legt. Eine Welt, die jedoch mit jedem Tag gefährlicher wird, denn der Kosovo steht an der Schwelle zu einem grausamen Krieg. Als Albaner versucht Arsim in einer Atmosphäre der schleichenden Bedrohung, nicht aufzufallen und irgendwie sein Studium zu beenden. Doch dann trifft er Milos, einen Serben. Und die zwei beginnen ein Leben im Verborgenen. Bis der Krieg Arsim zwingt, seine Familie und sich in Sicherheit zu bringen und alles zurückzulassen. Die Heimat, das Studium und den Mann, den er liebt.

»Bolla« erzählt davon, was es bedeutet, wenn das Zeitgeschehen ins Privatleben drängt, wenn eine ohnehin schon verbotene Beziehung sich mit noch unermesslicheren Gefahren auflädt und schließlich durch Krieg und Migration entzweit wird. Pajtim Statovci schreibt mit einer verstörenden Lebendigkeit von den »Folgen von Trauma, Scham und Angst« (Observer).

Produktsicherheit

Hersteller: Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
Anschrift: Neumarkter Straße 28
DE-81673 München
Kontakt: kundenservice@penguinrandomhouse.de

Personeninformation

Pajtim Statovci, geboren 1990, ist ein finnisch-kosovarischer Schriftsteller. Mit zwei Jahren zog er mit den albanischen Eltern aus dem Kosovo nach Finnland. Er lebt in Helsinki und hat Vergleichende Literaturwissenschaft studiert. Statovci wird als Shootingstar und großer europäischer Autor von der internationalen Kritik euphorisch gefeiert, sein Werk ist vielfach ausgezeichnet. Für den Roman »Meine Katze Jugoslawien« erhielt er gemeinsam mit seinem Übersetzer Stefan Moster den Internationalen Literaturpreis des Haus der Kulturen der Welt. Derzeit arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität von Helsinki. Stefan Moster, geboren 1964 in Mainz, lebt als Autor und Übersetzer in Berlin. 2001 erhielt er den Staatlichen finnischen Übersetzerpreis und 2023 wurde er mit dem finnischen Alfred-Kordelin-Preis ausgezeichnet. Er übertrug unter anderem die Werke von Petri Tamminen, Rosa Liksom, Selja Ahava und Hannu Raittila vom Finnischen ins Deutsche.

Pressestimmen

»'Bolla' verweigert sich dem Heldennarrativ von Vergebung und Stärke durch Leid und nimmt stattdessen mit großer psychologischer Tiefe menschliche Verheerungen in den Blick - in einer beeindruckend schönen, faszinierenden Sprache.« Meike Stein / SR Kultur
Mehr von Statovci, Pajtim

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.