Ich gehe wie ein Haus in Flammen

Roman. Deutsche Erstausgabe
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Buchprofile - Rezension
Acht Parteien in einem Lissabonner Mietshaus: ein Panorama aus erinnerten, erdachten und verwünschten Lebensschicksalen.
Der Titel des Buches dient als Refrain eines nicht endenden düsteren Musikstücks, aufgeführt von einem mehrstimmigen Chor. Da sind die Bewohner auf vier Stockwerken eines Mietshauses irgendwo in Lissabon, eine alte Richterin, ein Angola-Kriegsveteran, ukrainische Überlebende des Holocausts, eine Schauspielerin (die sich zumindest dafür hält), ein Alkoholiker mit und zugleich ohne Familie, ein von der damaligen Geheimpolizei Verfolgter, eine alleinstehende einsame dicke Frau, ein unglücklicher Witwer. Jedem Kapitel entspricht eine Mietspartei und zunächst darf jeder Bewohner von seinem Leben erzählen. Schon sehr bald vermischen sich die Fäden, als seien die Wohnungswände zu dünn. Zu den Stimmen der Bewohner kommen andere, von Verwandten oder Lebensgefährten. Sie ergänzen mit weiteren Puzzlestücken die verworrenen Erinnerungsbilder. Und über allen Stimmen scheint eine allwissende Erzählerstimme zu schweben, die Eingang hat in die Wohnung und die Seele eines jeden Unglücklichen. Lobo Antunes bedient sich der literarischen Strategie des "Mietshaus-Romans" und bringt durch seine polyphone Erzählweise diese Tradition zur Höchstform. Hier steht das Haus "in Flammen", weil jeder Protagonist in Flammen geht, sich gespenstisch in unendlichen Kreisen dreht und in seiner eigenen Hölle zu überleben versucht. Von dieser Hölle aus schaut jeder auf das eigene Leben "voller verstreuter Ruinen" (S. 322). - Maralde Meyer-Minnemann ist wie immer eine grandiose Übersetzung gelungen, die sicherlich anspruchsvollen und geduldigen Lesern Freude bereitet und Lobo Antunes' bedingungslose Fans vollkommen zufriedenstellt.
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Artikelbeschreibung

Der neue Roman des Weltliteraten aus Portugal ist ein Glanzstück der polyphonen Stimmenführung. Alle Mieter eines ganz normalen Wohnhauses in Lissabon kommen hier zu Wort, erzählen aus ihrem Leben, von ihrer Vergangenheit, ihren Sehnsüchten und Ängsten. Sie kommen aus Portugal, Afrika oder der Ukraine, sie sind jung oder alt, einsam oder krank oder wütend, und sie wissen wenig voneinander. Was sie eint, ist die verzweifelte Suche nach Sinn, nach Wärme, nach Liebe.

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Personeninformation

António Lobo Antunes wurde 1942 in Lissabon geboren und hat Medizin studiert. Während des Kolonialkrieges war er als Militärarzt in Angola, arbeitete danach in der Psychiatrie und war lange Jahre Chefarzt in einer Psychiatrischen Klinik in Lissabon. Heute lebt er als Schriftsteller in seiner Heimatstadt. Lobo Antunes zählt zu den wichtigsten Autoren der europäischen Gegenwartsliteratur. Sein umfangreiches Werk wurde mit zahlreichen Preisen, zuletzt dem Camões-Preis, ausgezeichnet und ist in vierzig Sprachen übersetzt. Maralde Meyer-Minnemann, geboren 1943 in Hamburg, erhielt 1992 und 2021 den "Hamburger Förderpreis für literarische Übersetzungen", 1997 den Preis "Portugal-Frankfurt", 1998 den "Helmut-M.-Braem-Preis" und wurde 2005, 2011 und 2013 für den "Preis der Leipziger Buchmesse" nominiert.
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