Der verschwundene Mond

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Buchprofile - Rezension
Martys Weltsicht der Wissenschaft gerät ins Wanken, als er erkennen muss, dass sie ihn von seiner Familie entfremdet hat.
Marty ist Physiker und verfügt über wissenschaftliche Erkenntnisse, die die Faszination des Universums erklären können. Bei der Feier einer neuen astronomischen Entdeckung, bei der auch seine Frau Marlene und seine Tochter Stella anwesend sind, schwant ihm, dass ihm das Universum seiner Familie eher verborgen ist. Marlene verabschiedet sich für eine Zeitlang mit einer Freundin nach Bali und Stella geht mit einer Gefährtin auf Reisen. Allein auf sich geworfen nimmt Marty das Gesuch eines Psychoanalytikers an, im Sinne des wissenschaftlichen Austauschs ein Skript über das menschliche Bewusstsein zu lesen. Der anfängliche Widerstand wandelt sich in Unbehagen und schließlich in eine Erfahrung, die Martys Standortbestimmung in Frage stellt. Seine Tochter auf social media verfolgend erfährt er, dass diese seit geraumer Zeit mit ihrer geschlechtlichen Identität kämpft und nun das Selbstbewusstsein gefunden hat, ihr Leben in eine männliche Identität zu führen. Entsetzt von dieser Neuigkeit beschließt er, seine Frau spontan auf Bali zu besuchen, um mit ihr über das gemeinsame Kind zu sprechen, wo er erkennen muss, dass Marlene längst mit der Entwicklung vertraut ist. - Der neue, prägnant und knapp erzählte Roman von Zoe Jenny wirkt wie das Produkt aus einer professionellen Schreibwerkstatt, die aber diese Entstehungsstätte leider nicht vergessen lässt. Das Sujet der Physik hält für das Welterkennen her und bietet gleichzeitig die Analogie für das Erkennen des Menschen. In diesen literarischen Raum sind Klimawandel, die Genderthematik und die Fridays for future-Generation so eingebaut, dass das Buch einem Jahrzehnt zuzuordnen sein wird. Es läuft Gefahr ein Verfallsdatum zu haben, da Aktualität zu prominent ist, die Philosophie dahinter verschwindet.
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Artikelbeschreibung

Als Leiter des Astronomischen Instituts von Wien dreht sich Martys Leben um die Beschäftigung mit den Weiten des Universums. Die wirkliche Welt schiebt er darüber gerne beiseite, dass seine Frau Marlene bereits insgeheim von einem Leben auf Bali träumt und seine Tochter an ihrem Frausein zweifelt, bleibt ihm verborgen. Nach einem Kongress trifft er auf den Psychoanalytiker Steindorfer, der ihn fragt, warum der Mensch eigentlich mehr über ferne Planeten wisse als über das eigene Bewusstsein, und gibt ihm daraufhin sein Manuskript. Nachdem Marlene nach Bali und Stella an den Atlantik gereist sind, findet Marty im Zimmer seiner Tochter eine Männerperücke. Wie viel weiß er wirklich über seine Frau und seine Tochter? Er erinnert sich an Steindorfer und beginnt, dessen Manuskript zu lesen, das ihn völlig verstört. Er ahnt nun, dass er über seine Sterne sein Leben vergessen hat. In einem letzten Aufbäumen beschließt er, nach Bali zu fliegen.

Produktsicherheit

Hersteller: Frankfurter Verlagsanstalt GmbH
Anschrift: Arndtstraße 11
DE-60325 Frankfurt am Main
Kontakt: literatur@fva.de

Personeninformation

Zoë Jenny wurde 1974 in Basel geboren. Ihr erster Roman »Das Blütenstaubzimmer« (FVA 1997) wurde in 27 Sprachen übersetzt und zum weltweiten Bestseller. Die Frankfurter Verlagsanstalt veröffentlichte des Weiteren ihre Romane »Der Ruf des Muschelhorns« (2000) und »Das Portrait« (2007), sowie ihre Erzählungen »Spätestens morgen« (2013). Zoë Jenny lebt heute in der Nähe von Wien.
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