Krummes Holz

Ausgezeichnet mit dem ZDF-Aspekte-Literaturpreis 2024
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Buchprofile - Rezension
Ein Junge kehrt als Erwachsener auf den elterlichen Hof zurück. Zusammen mit seiner Schwester und einem Arbeiterjungen arbeitet er die durch Missbrauch und Härte geprägte Kindheit auf.
Nach 5 Jahren in einem Internat, in das er von seinem Vater gezwungen wurde, kehrt der 19-jährige Jirka unangemeldet auf den elterlichen Gutshof zurück. Innerlich hatte er mit seiner Familie abgeschlossen und wollte nie wieder dorthin zurückkehren. Doch die Hilferufe seiner Schwester Malene bewegen ihn zur Rückkehr. Er ist erschrocken: Der gewalttätige Vater scheint verschwunden, Großmutter Agnes ist an einer aggressiven Form von Demenz erkrankt und lebt in ihrer eigenen Welt. Seine Schwester versucht, den Betrieb am Laufen zu halten und sich um Großmutter und Vater zu kümmern, doch ist damit überfordert. Der Hof ist sehr heruntergekommen. Lediglich Leander, der Sohn des letzten Verwalters ist noch dort und unterstützt Malene. Für Jirka ist dies schwer zu verdauen, ist er doch immer noch in Leander verliebt. Nach und nach arbeiten sie gemeinsam ihre Traumata der Kindheit auf. Ihre Mutter ist früh gestorben, von Vater und Großmutter gab es kein liebes Wort, nur Schläge und psychischen Missbrauch. Julja Linhof schreibt über diese Rückkehr in eine schwere Kindheit und Jugend in kraftvollen, bildstarken Sätzen, die einem bisweilen Gänsehaut verursachen. Manchmal schwer zu ertragen – und dennoch lesenswert.
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Artikelbeschreibung

Ausgezeichnet mit dem ZDF-Aspekte-Literaturpreis 2024

»Krummes Holz« entwickelt einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Unbedingte Leseempfehlung!« Florian Valerius

Es ist ein drückend schwüler Sommer, in dem Jirka an den Hof seiner Eltern im Krummen Holz zurückkehrt. Mehrfach hat er die Bitte seiner älteren Schwester Malene ignoriert, ihr gegen den Vater beizustehen. Als Jirka jetzt auf dem heruntergewirtschafteten Gutshof eintrifft, scheint keiner mehr auf ihn zu warten. Vom Vater findet sich keine Spur, und von seiner dementen Großmutter und seiner unversöhnlichen Schwester schlägt ihm eine Wand des Schweigens entgegen. Nur einer spricht mit ihm - Leander, der Sohn des letzten Verwalters. Doch obwohl die Feindseligkeit seiner Schwester kaum auszuhalten ist, lässt sich mit Leanders Nähe noch schwerer umgehen. Zu intensiv sind die Erinnerungen, die sich mit jedem neuen Tag in den Vordergrund drängen. »Krummes Holz« erzählt mit flirrender Intensität von der Kraft eines Geschwisterbandes in einer glücklosen Kindheit und darüber, wie zwischen all den enttäuschten Hoffnungen die Liebe zu finden ist.

Die Jury des ZDF-aspekte-Literaturpreises:

»Nichts wächst einfach und gerade in Julja Linhofs fesselndem Anti-Heimatroman 'Krummes Holz'. In einem Alter, in dem andere von zu Hause weggehen, um fürs Leben zu lernen, kommt der 19-jährige Jirka aus dem Internat auf den Hof seiner Familie zurück. Es ist ein Zuhause, in dem niemand auf ihn wartet. In dem alten Bauernhaus dominieren Gefühlskälte und Schweigen. Die depressive Mutter ist verstorben, vom gewalttätigen Vater fehlt jede Spur, Jirkas Schwester Malene redet nicht mehr mit ihm. Und mit dem älteren Verwaltersohn Leander verbindet ihn ein Geheimnis ...«

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Personeninformation

Julja Linhof, geboren 1991, wuchs in Westfalen zwischen Hellwegbörde und Arnsberger Wald auf. Von 2012 bis 2015 studierte sie in Leipzig am Deutschen Literaturinstitut. Seit sie die Stadt 2015 für ihr Illustrationsstudium verlassen hat, lebt und arbeitet sie in Hamburg.

Pressestimmen

»Ein krasser Plot, düstere Stimmung und poetische Sprachbilder. Ein wirklich furioses Debüt.« ZDF aspekte, 18. Oktober 2024 ZDF 20241018
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