Wäre da doch jemand, der mich hört!

Wege durch Zeiten des Leids
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Buchprofile - Rezension
Wo ist Gott, wenn es im Leben so richtig schlecht läuft?
Wenn es darauf ankommt, bist du nicht da! Diese Art Gotteserfahrung dürfte weit verbreitet sein. Wie viele Menschen haben sich deswegen enttäuscht von ihm abgewandt? Wie oft wurde diese Erfahrung schon als Argument gegen Gott, gegen Religion insgesamt ins Feld geführt? Der Theologe Thomas Weiß nimmt eine schwere Erkrankung zum Anlass, um über die Frage nach Gott im Leid nachzudenken. Er erinnert daran, dass schon Jesus am Kreuz Gottes Schweigen aushalten musste. Die Evangelisten Matthäus und Markus drücken seine Not aus, indem sie ihm die ersten Worte des Psalm 22 in den Mund legen, eine Art Ur-Schrei nach dem abwesenden Gott. Es könnte an unseren Gottesbildern liegen, vermutet Weiß, „dass wir Gott nicht hören können, dass er uns zu schweigen scheint.“ Im Wissen darum, dass Gott in den Worten über ihn wohl anwesend ist, menschliche Worte ihn aber nicht erfassen können, bedenkt er deshalb verschiedene Gottesbilder: den schweigsamen Gott, den fragwürdigen, den versehrten, den unbrauchbaren Gott – und noch einige mehr – und gewinnt diesen Bildern überraschende Einsichten ab. Schweigen muss nicht Desinteresse bedeuten, erkennt Weiß. „Es gibt einen Schmerz, der verschlägt dir die Sprache; es gibt Leid, das erlaubt keinen Ausdruck mehr; es gibt Not, für die du keine Worte mehr hast.“ Bekannte hätten ihm, als er nach langer Zeit in der Klinik wieder zu Hause war, häufig gesagt, dass sie viel an ihn gedacht hätten, aber nicht wussten, was sie ihm hätten sagen sollen. Aushalten ist ein Freundschaftsdienst, wenn Worte nicht mehr weiterhelfen, ist Weiß‘ Erfahrung. Das wirft ein anderes Licht auf Gottes Schweigen: Schweigt er, weil er uns nahe ist? „Ich möchte das glauben“, schreibt Weiß. Ich auch. Diese Nähe ist nur deshalb möglich, weil Gott ein versehrter Gott ist. Im Unterschied zu den Vorstellungen von einem starken, allmächtigen Gott erzählt dieses Bild davon, dass Gott unmittelbar mitleidet. Doch: „Was hilft ein gekreuzigter, versehrter Gott?“ In aller Vorsicht versucht der Autor eine Antwort: Er habe trotz seines Leids, während beinahe unerträglicher Schmerzen, während der Chemo noch das das Gute sehen können. Nicht das Leid war gut (beileibe nicht!), gut war die Solidarität, die seine Familie und er erfahren haben. Sie sieht er als Hinweis auf Gottes stille Anwesenheit, die ihm Kraft und Hoffnung gegeben haben. Deshalb kann er sagen: „Gott ist nicht nur dabei, voller Erbarmen und Mitleid.“ Nein, das Kreuz Christi zeige: „Gott ist mittendrin. Die schwärzeste Nacht, der grellste Tag, die feurigste Hitze, die eisigste Kälte, der brennendste Schmerz und der bodenlose Abgrund, sie sind nicht gottlos!“ Thomas Weiß hat ein durch seine Erfahrung beglaubigtes Buch über einen Gott geschrieben, zu dessen Wesen es offenbar gehört, im Verborgenen zu wirken. Seine Durchsicht verschiedener Gottesbilder ist ebenso überraschend wie aufbauend und sei allen Menschen ans Herz gelegt, die Leid durchleben oder mit Leidenden zu tun haben. (Religiöses Buch des Monats Oktober 2024)
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Artikelbeschreibung

Hilfe für alle, die in schwierigen Situationen nicht mehr weiterwissen

Wo ist Gott, wenn es im Leben so richtig schlecht läuft? Als Seelsorger hat Thomas Weiß oft versucht, mit betroffenen Menschen Antworten auf diese Frage zu finden. Als ihn selbst die Not trifft und eine Krankheit sein Leben bedroht, wird ihm, was er gesagt und sich zurechtgelegt hat, schal. Gott rückt ihm fern. Findet er in seiner Angst noch Gehör bei dem, auf den er bisher vertraut hat? Er zweifelt, aber er will diesen Gott nicht loslassen.

Die Meditationen, Gedichte, kleinen Geschichten und Essays dieses Buches sind Zeugnisse dieses Ringens. Sie zeigen: In der Angst kann gerade der Zweifel an der Nähe Gottes die Art des Glaubens sein, die durch die Not hindurchträgt. Ein Buch, das den schweren Fragen des Lebens nicht ausweicht und gerade darum tröstet und hilft.

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Personeninformation

Thomas Weiß, geb. 1961, Studium der Evangelischen Theologie in Bielefeld und Heidelberg, danach Arbeit in Gemeinden Süd- und Nordbadens und als Erwachsenenbildner in Freiburg. Mitglied der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik, Leipzig, Stipendiat und Mitglied des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg, Stuttgart. Bis April 2024 leitete er die evangelische Erwachsenenbildung in der Badischen Landeskirche (Landesstelle für Evangelische Erwachsenen- und Familienbildung, Karlsruhe). 2020 wurde er in das PEN-Zentrum Deutschland aufgenommen. Thomas Weiß lebt in Baden-Baden.

Pressestimmen

»klug und sensibel formuliert« Siegfried Heinemann
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