Afrika ist kein Land

Das zeitgemäße Porträt eines Kontinents | SPIEGEL Bestseller
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Buchprofile - Rezension
Beeindruckende Dokumentation über die Vielfalt Afrikas.
Für viele bildet Afrika immer noch einen weißen Fleck auf ihrer imaginären Landkarte. Dabei ist Afrika dreimal so groß wie Europa und ein äußerst vielfältiger Kontinent: In 54 Ländern leben gut 1,4 Milliarden Menschen, die über 2000 Sprachen sprechen. Und dennoch gibt es außerhalb Afrikas immer noch zahlreiche Stereotype und Vorurteile über den Erdteil, Folge des rigorosen Imperialismus und Kolonialismus: Afrikaner könnten mit Demokratie nicht umgehen, die meisten Länder würden von brutalen Despoten beherrscht, Afrikaner bräuchten die technische Hilfe des Westens, weil sie selbst nicht in der Lage seien, ein modernes Leben zu meistern etc. Der Autor möchte dieses abgrundtief falsche Afrika-Bild in unseren Köpfen berichtigen. Er ist selbst in Nigeria aufgewachsen, kennt die USA und Europa und schreibt als Journalist schwerpunktmäßig über das Thema der kulturellen Identität, sowohl in Europa als auch in Afrika. Mit viel (berechtigtem) Biss und manchmal einem zynischen Realismus beschreibt er die Welt Afrikas, wie sie sich wirklich heute darstellt. Dabei beschönigt er nicht die großen Probleme und Schwierigkeiten des Kontinents. Aber er blickt hinter die Kulissen und zeigt, wie neokolonialistische Tendenzen die Länder Afrikas beuteln, wie blutige Kriege durch die willkürliche Grenzziehung mitten durch ganze Völker im 19. Jh. entstanden, wie Natur und Kulturen weiterhin durch rigorose Ausbeutung der Rohstoffe durch die westlichen Länder zerstört werden. Er zeigt die Stereotype auf, die uns immer noch daran hindern, auf gleicher Ebene mit Afrika und den Afrikanern zu kommunizieren, und er erläutert, wie sehr Afrika derzeit unter der Globalisierung zu leiden hat. Sein Buch ist Dokumentation und Manifest zugleich; Faloyin nimmt eindeutig Position, aber er bleibt immer sachlich und belegt alles sorgfältig durch zahlreiche Quellen. – Ein gutes Buch, ein wichtiges Buch, eines, dessen Lektüre nachdenklich macht und (hoffentlich) zum Handeln anregt.
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Artikelbeschreibung

Das Manifest gegen Dummheit, Faulheit und Einfachheit im Umgang mit der Vielgestaltigkeit des afrikanischen KontinentsMehr als 1.4 Milliarden Menschen, 54 Länder, über 2.000 Sprachen, seit Jahrzehnten auf einfache Geschichten reduziert: Hunger, Safaris, vielleicht noch brutale Diktaturen. Ein ganzer Kontinent wird bis zur Horrorhaftigkeit simplifiziert, mit desaströsen Folgen ... Dipo Faloyin hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Stereotype aus der Welt zu schaffen. Mit Biss, Tempo, unwiderstehlichem Charme zeichnet er ein zeitgemäßes Porträt Afrikas: urbanes Leben in Lagos, der erfolgreiche Kampf für Demokratisierung, die Kehrseite der Charity-Industrie, durchgeknallte kulinarische Rivalitäten, lebendige zivilgesellschaftliche Bewegungen, die einzigartige Rolle der Aunties im Großfamiliengefüge. Dipo Faloyin erzählt andere Geschichten, positiv, divers, kompliziert. Immer getrieben von Lebenslust und dem Glauben an eine großartige Zukunft trotz aller kolonialen Hindernisse.Afrika ist kein Land korrigiert eine globale Wahrnehmungsverzerrung. Es ist das erzählerische Manifest gegen Dummheit, Faulheit und Einfachheit im Umgang mit der Vielgestaltigkeit des afrikanischen Kontinents. Und eine absolut hinreißende Intervention.

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Pressestimmen

»... eine äußerst anregende Lektüre[, die] eindringlich und mit viel Verve für den ... differenzierenden Blick auf einen Kontinent und seine Menschen [wirbt].« Andreas Eckert Frankfurter Allgemeine Zeitung 20230828
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