Nach uns der Himmel

Roman | Der Tod ist doch auch nichts anderes als Ferien vom Leben
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Buchprofile - Rezension
Scheinbares Idyll vor makabrem Hintergrund: Schweben zwischen Leben und Tod.
Ein Flugzeug gerät in heftige Turbulenzen, die fast zum Absturz führen. Die Maschine kehrt nach Athen zurück. Acht Personen gelangen von dort aus auf eine kleine Mittelmeerinsel und finden sich in einem Strudel eigenartiger Ereignisse. Heide, jung, früh sehr reich geworden; Vincent, 16, sterbenskrank, Sohn von Sarah und Marc; Claudius, reich, einsam, zahlt für alle; Elisabeth, Annike, Benedikt, seit langem befreundet. Sie alle, ähnlich wie in Goethes "Wahlverwandtschaften" wechseln Partner und Beziehungen. Die üblichen Konventionen heben sich auf. Unterbrochen werden die Teilhandlungen von einer Untersuchung zweier Personen in Los Angeles und schließlich einer Dienstreise auf die Insel. Die beiden sollen die Fehler korrigieren, die beim tatsächlichen Absturz geschehen sind: Alle sterben, bis auf die acht, sie schweben in einem Raum zwischen Leben und Tod. Merkwürdige mystische irreale Dinge geschehen: der Bootsverleiher, der sein Boot nicht verleihen will; der Autovermieter, der den Wagen nicht hergibt; das Boot, das über eine bestimmte Stelle nicht weiterfahren kann usw. – schließlich die beginnende Verengung der Insel, der Wohnungen ... Am Himmel taucht immer wieder ein geheimnisvolles schwarzes Loch auf. – Faszinierend, amüsant und beklemmend zugleich.
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Artikelbeschreibung

Acht Menschen auf einer Insel im Mittelmeer. Ein idyllisches Urlaubsparadies mit traumhaften Buchten, viel Sonne, pittoresker Architektur, Bars und Cafés an jeder Ecke. Konflikte? Einfach vergessen, bitte! Doch etwas stimmt nicht. Die ganze Szenerie wirkt fahl, die Inselbewohner seltsam abwesend. Und wo sind eigentlich die anderen Passagiere, mit denen die acht im Flugzeug gesessen haben?Claudius hat mal wieder alles bezahlt, für sich und Elisabeth, aber auch für ihre Studienfreunde Annike und Benedikt. Claudius zahlt immer, weil er's kann. Sara und Marc sind mit ihrem Sohn Vincent hier, der schwer krank ist, vielleicht machen sie zum letzten Mal gemeinsam Ferien. Gäbe es Vincent nicht, wären Sara und Marc längst kein Paar mehr. Schließlich ist da noch Heidi, die gerade wieder eines ihrer Start-ups verkauft hat und auf die nächste heiße Idee wartet - das lenkt so schön ab von der Sache, über die sie nicht gern nachdenkt.
Die Wege der acht kreuzen sich immer wieder in der kleinen Stadt am Meer. Sie finden sich, zerstreiten sich, lieben sich oder lieber doch nicht. Ferien eben. Doch aus den zu Beginn kleinen Ungereimtheiten um sie herum werden immer größere Löcher, und ihr Bewegungsradius scheint stetig kleiner zu werden. Nach und nach wird ihnen klar, dass hier und jetzt die letzte Gelegenheit sein könnte, sich noch mal richtig lebendig zu fühlen - bevor alles um sie herum zerbricht.

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»Simone Buchholz erzählt stilsicher, pointiert, mit Sinn für die Schwäche ihrer Figuren ... originell und überraschend erfreulich ...« Tilman Spreckelsen Frankfurter Allgemeine Zeitung 20250116
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