Heimweh nach gestern

Eine Geschichte der Nostalgie in Deutschland | Platz 1 der Sachbuch-Bestenliste (DLF Kultur/ZDF/DIE ZEIT)
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Susanne Steufmehl empfiehlt:

Warum glauben wir, dass früher alles besser was? Und wann war eigentlich dieses „Früher“? Und ist es nicht für jede Generation ein anderes? Warum gibt es den Begriff „Ostalgie“ aber keine „Westalgie“? Was sagt die Sehnsucht nach dem Leben, wie es gestern war und das Heimweh nach diesem Gestern über unsere Gegenwart aus? All diesen Fragen geht der Historiker Tobias Becker in seinem Buch nach und versucht zu ergründen, warum vor allem wir Deutschen von dieser Sehnsucht befallen sind. Akribisch und kulturhistorisch breit gefächert untersucht er dabei die Verbindung von Popkultur, Politik und Zeitgeschichte und selbstverständlich auch, wie sich die aktuelle Politik den Begriff der Nostalgie zu eigen macht. Ein anspruchsvolles Sachbuch zu einem gesellschaftspolitischen Phänomen.

Susanne Steufmehl, Medienberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Schöne alte WeltJa, die gute alte Zeit. Mode, Musik, Wirtschaftswachstum - alles war früher angeblich besser. Kaum etwas scheint heute so zu verfangen wie die Sehnsucht nach dem besseren Gestern. Sogar die Politik, so der Vorwurf, geht mit Nostalgie auf Stimmenfang. Doch Nostalgie ist weder so neu noch so schlecht, wie ihr Ruf es suggeriert.Tobias Becker erzählt die Geschichte des geteilten und wiedervereinigten Deutschlands durch seinen Umgang mit der Vergangenheit. Wie die Jugend der 1960er Jahre die 'Goldenen Zwanziger' wiederentdeckte und die der 1970er den Rock'n'Roll der 1950er Jahre - und wie gleichzeitig die Nazi-Vergangenheit zurückkehrte: Persil-Waschmittel statt Vergangenheitsbewältigung. Galt Nostalgie bis 1990 auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs als 'westlich-kapitalistisches Phänomen', schien sie danach nur noch in Ostdeutschland zu existieren. Doch warum findet sich zwar die Ost-, aber nicht die Westalgie im Duden? Nostalgie dient Tobias Becker als Schlüssel zum Verständnis der deutschen Gesellschaft. Denn der Begriff verrät mehr über diejenigen, die ihn verwenden, als über die, auf die er angewendet wird. Ob Retrotrends in der Popkultur oder die Geschichtspolitik populistischer Parteien: Im Blick aufs Gestern zeigt sich, wer wir heute sind - oder sein wollen.

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Pressestimmen

»In seiner erhellenden Studie Heimweh nach gestern misstraut der Historiker und Nostalgieforscher Tobias Becker allzu einfachen Deutungen, denen zufolge disruptive Politik und Rechtspopulismus das Ergebnis eines nachvollziehbaren Bedürfnisses nach überschaubaren Verhältnissen seien, die durch Globalisierung und Veränderungsdruck verwüstet wurden.« Harry Nutt Frankfurter Rundschau 20261020
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