Die Rattenlinie - ein Nazi auf der Flucht

Lügen, Liebe und die Suche nach der Wahrheit | Ausgezeichnet mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
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Buchprofile - Rezension
Lebensweg von Dr. Otto G. (von) Wächter (1901-1949), eines ranghohen Nazis und Kriegsverbrechers.
Über das als "Rattenlinie" bezeichnete Netzwerk konnten sich zahlreiche hohe Nazis durch Flucht der Strafverfolgung entziehen. Auch Otto Wächter, der als ehemaliger Stellvertreter des Generalgouverneurs Hans Frank im besetzten Polen für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich gemacht wurde, tauchte nach Kriegsende unter und versuchte, über Rom nach Südamerika zu entkommen. Der Fluchtversuch endete 1949 mit seinem Tod in einem vatikanischen Hospital. Der englische Autor, dessen jüdischer Großvater in Lemberg Opfer des Holocaust wurde, zeichnet das Leben seines Protagonisten und frühen Gefolgsmannes Hitlers akribisch nach: Spross einer großbürgerlichen Wiener Familie, Jurastudium, Beteiligung am Putschversuch gegen den österreichischen Kanzler Dollfuß 1934, steile Karriere in SS und SD nach dem "Anschluss". Horst Wächter, der seinen Vater Otto von Schuld freisprechen möchte, ermöglichte dem Autor für seine Recherchen die Nutzung des umfangreichen privaten Nachlasses (Briefe, Tagebücher, Fotos, Dokumente). So entsteht eine sehr detaillierte, quellennahe und lebendige Darstellung, die allerdings im letzten Teil des Buches, der sich mit den Umständen des Todes von Otto Wächter beschäftigt, deutliche Längen aufweist. – Eine insgesamt hochinteressante Fallstudie, die in größeren Büchereien nicht fehlen sollte.
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Artikelbeschreibung

Eine unfassbare Geschichte über Liebe, Intrigen und Spionage rund um die berüchtigte Fluchtroute der Nazis über den Vatikan nach Argentinien: Meisterhaft erzählt von dem bekannten Menschenrechtsanwalt und Bestsellerautor Philippe Sands.
Im Mittelpunkt stehen Leben, Flucht und Tod des SS-Offiziers Otto Wächter, Spross einer der angesehensten Familien Österreichs, zunächst Jurist in Wien und ab 1939 NS-Gouverneur von Krakau bzw. ab 1942 von Galizien. Nach 1945 als Massenmörder gesucht, gelingt ihm die abenteuerliche Flucht in den Vatikan unter den Schutz des Bischofs Hudal. Doch bevor er sich nach Argentinien absetzen kann, stirbt er 1949 überraschend.
Jahrzehnte später begegnet Philippe Sands Ottos Sohn Horst Wächter. Es ist der Beginn einer komplexen Ermittlung: Horst behauptet, sein Vater sei vergiftet worden. Sands beschließt, die Wahrheit herauszufinden.
Ausgehend von den privaten Briefen und Tagebüchern der Familie Wächter, gelingt ihm ein intimes, verstörendes Porträt des SS-Mannes und seiner Frau. Dabei lässt er uns auch an seinen Begegnungen mit Horst Wächter teilhaben - und damit an der Beziehung zweier Männer, die auf unterschiedlichen Seiten der Geschichte stehen.
»Eine fesselnde Reise durch die Zeit und ein Porträt des Bösen in all seiner Komplexität, Banalität und Selbstgerechtigkeit.« Stephen Fry

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Personeninformation

Philippe Sands, geboren 1960, ist Anwalt und Professor für Internationales Recht und Direktor des Centre for International Courts and Tribunals am University College London. Leidenschaftlich setzt er sich für humanitäre Ziele und das Völkerrecht ein. Er formulierte u. a. die Anklage gegen den chilenischen Diktator Pinochet. 2020 erschien von ihm »Die Rattenlinie - ein Nazi auf der Flucht«, 2017 »Rückkehr nach Lemberg«, das mit dem renommierten Baillie Gifford Prize und dem Wingate Literaturpreis 2016 ausgezeichnet und Buch des Jahres bei den British Book Awards 2017 wurde.

Thomas Bertram, geboren 1954 in Gelsenkirchen, lebt nach Jahren in der schwäbischen Diaspora seit 1996 als freier Lektor, Übersetzer, Autor und Herausgeber wieder in seiner Heimatstadt. Wie fast jeder im Ruhrgebiet kam er schon als Fußballfan auf die Welt. Die Bundesliga betrachtet er natürlich am liebsten durch die Brille »seines« Klubs Schalke 04, erkennt aber an, dass es noch andere Vereine geben muss.

Pressestimmen

Eine Empfehlung für alle Leser, die sich für die Grautöne im Schwarz-Weiß der Geschichte interessieren. Isabel Lauer Nürnberger Zeitung 20210303
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