Halt auf Verlangen

Ein Fahrtenbuch. Nominiert für den Schweizer Buchpreis 2017
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Buchprofile - Rezension
Während seiner täglichen Fahrten zur Strahlentherapie schreibt der Autor über seine Erlebnisse und lässt Stationen seines Lebens Revue passieren.
Aufgrund einer Krebsdiagnose ist der Autor gezwungen, täglich mit der Tram zur Klinik zu fahren. Auf diesen Fahrten quer durch Zürich hält er fest, was er erlebt und was ihn bewegt. Dieses Aufschreiben von einerseits alltäglichen Erlebnissen im öffentlichen Nahverkehr und andererseits wichtigen Stationen seines Lebens wird für ihn zur Notwehr, zur Waffe gegen das mögliche Ende seines Lebens. Er beschreibt ebenso seine Kindheit in dem oft sprachlosen Elternhaus mit dem früh verstorbenen kleinen Bruder und dem kranken Vater wie von verschiedenen Frauen, die er geliebt und begehrt hat. Kennern von Faes' Werk wird unter anderem Meret wieder begegnen, die sich in "Paarbildung" ebenfalls einer Strahlentherapie unterziehen muss. Dieser Perspektivwechsel von Beobachter zum Betroffenen macht dieses "Fahrtenbuch" des 1947 geborenen Schweizers zu einem intimen, autobiografischen Werk mit äußerster Intensität. Sprachgewaltig trotz leiser Töne. Mile, die erste Frau im Leben des Erzählenden stellt es treffend fest: "Du redest, wie du schreibst, sagte sie. Traurig. Aber schön" (S. 158). Für größere Bestände gerne empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Unmittelbar nach der Diagnose findet er keine Worte. Erst später, bei der täglichen Fahrt quer durch die Stadt, versucht er, die Dinge zu benennen, aufzuschreiben, was ihm geschieht: die Unterwelt der Onkologie, die Müdigkeit nach der Bestrahlung, die Erinnerung an Kindheit und Herkunft, an Straßenbahnfahrten mit dem Vater und Kino mit der Jugendfreundin Mile, an Verlassenwerden in Paris und den Abschied von seiner Geliebten. Den möglichen Tod vor Augen, stellt er sich die Frage nach dem Gelebten und dem Versäumten, nach dem, was Antrieb war, was Begehren und was Liebe.

Halt auf Verlangen ist Urs Faes' bislang intimstes Buch, gewachsen aus der autobiographischen Erfahrung der Krankheit, geschrieben, um sich festzuhalten am Stift, an Worten, Bildern und der Erinnerung. Schreiben als Notwehr, gegen die eigene Hinfälligkeit - und darin ganz dem Leben zugewandt.

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Personeninformation

Faes, UrsUrs Faes, 1947 geboren, lebt und arbeitet in Zürich. Seine Werke wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Schweizerischen Schillerpreis und dem Zolliker Kunstpreis. Seine Romane Paarbildung und Halt auf Verlangen standen auf der Shortlist für den Schweizer Buchpreis.

Pressestimmen

»Knapp und präzise wirken die Sätze, nachdenklich tastend und fragend. Kein Wort ist zu viel in diesem Buch, das sich ... leicht und oft vergnüglich liest ...« Nicole Henneberg Frankfurter Allgemeine Zeitung 20170516
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