Die Assistentin

Roman | Von der preisgekrönten Bestsellerautorin: Eine junge Frau zwischen Selbstverlust und dem Mut zum eigenen Weg
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Buchprofile - Rezension
Eine ehrgeizige junge Frau wird in einem Verlag als Mitarbeiterin des Verlegers angestellt.
Charlotte Scharf wollte eigentlich als Musikerin Karriere machen, das Studium dafür konnte sie aber nicht realisieren. Als sich nun die Gelegenheit bietet, als Assistentin eines Verlegers anzufangen, nimmt sie die Stelle, auch zur Beruhigung ihrer Eltern, an. Sie zieht nach München und fühlt sich dort nicht wohl, liebt sie doch das Meer und nicht die Berge. Ihr Chef Ugo Maise ist eine narzisstische Persönlichkeit, der Charlotte und ihrer Kollegin Ivana alles abverlangt. Er irritiert mit sich ständig ändernden, unlogischen Aufträgen. Er ist mal freundlich, meistens aber unsachlich, verärgert, schimpft wegen angeblich falsch interpretierter Anweisungen. Ivana macht das nicht lange mit, sie kündigt. Charlotte bemüht sich trotz allem, ihre Arbeit so gut wie möglich zu machen. Auch dass immer mehr Aufträge privater Natur, teils in der Villa des Unternehmers hinzukommen, nimmt sie hin. Die ständige Verfügbarkeit und immer wieder vorkommende Grenzüberschreitungen – ein Tätscheln hier und eine durchaus nicht zufällige Berührung dort – werden zur ständigen Belastung. Charlotte widmet sich ihrer Musik; sie schreibt und textet abends. Als ihre Lieder, die sie an Verlage geschickt hatte, bestens ankommen, kommt ihre erträumte Musikkarriere ins Laufen. Sie kündigt und befreit sich aus der Zwangslage. – Der autobiografisch inspirierte Roman hat eine außergewöhnliche Art des Erzählens. Die Geschichte hastet, stolpert, läuft vor und zurück und zeigt damit die Orientierungslosigkeit Charlottes auf. Immer wieder heißt es bei einer Schilderung: Dazu später mehr. Es ist irritierend, wenn sich die Akteurin zumeist eigentlich gegen ihren Willen nicht wehrt. Irgendwie ist immer auch der Wunsch nach Anerkennung vorhanden. Es ist ein gewissermaßen umständlicher, irgendwie verstörender, aber auch interessanter Roman. Nicht zuletzt wegen der Erfolge der beiden bisherigen Romane der Autorin ("22 Bahnen", BP/mp 23/463; "Windstärke 17", BP/mp 24/1021) werden sich viele Leserinnen und Leser mit dieser Geschichte befassen.
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Artikelbeschreibung

Eine Karriere als Musikerin - das war eigentlich Charlottes größter Wunsch. Aber jetzt ist es ja eh zu spät, und sie muss sich um einen vernünftigen Job kümmern, schon wegen der Eltern. Sie findet eine Stelle in einem Verlag, auch nicht schlecht, und München ist eine schöne Stadt, vor allem im Sommer.

Im Vorzimmer des Verlegers sitzt Charlotte ganz nah am Zentrum der Macht. Dass der seine Assistentinnen oft auswechselt, kriegt sie schnell mit. Aber sie entwickelt ein gutes Verhältnis zu ihrem Chef, der ihre Stärken erkennt, ihr vertraut. Und dafür muss sie eben viel in Kauf nehmen, sehr viel, vielleicht auch selbst mit harten Bandagen kämpfen, vielleicht ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Vielleicht sogar Bo verlieren, in den sie sich doch gerade erst verliebt hat ...

In wunderbar lakonischem Tonfall, mit Humor und Tiefgang erzählt Caroline Wahls neuer Roman von einer jungen Frau, die sich nicht zum Opfer machen lassen will und doch in eine Lage gerät, die viele Menschen kennen: wenn einem der Beruf zur Hölle wird. Eine ganz alltägliche Leidensgeschichte, ein Roman über Resilienz und Überleben.

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Personeninformation

Caroline Wahl, geboren 1995 in Mainz, wuchs in der Nähe von Heidelberg auf. Sie hat Germanistik in Tübingen und Deutsche Literatur in Berlin studiert. 2023 erschien ihr Debütroman 22 Bahnen, für den sie u._a. mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis und dem Grimmelshausen-Förderpreis ausgezeichnet wurde. Außerdem wurde 22 Bahnen Lieblingsbuch der Unabhängigen 2023. Auch ihre Romane Windstärke 17 und Die Assistentin wurden zum Ereignis und standen monatelang an der Spitze der Bestsellerlisten. Caroline Wahl lebt in Kiel.

Pressestimmen

"Die Assistentin" ist schärfer im Ton, bitterböse und selbstironisch - und macht süchtig Freundin 20250903
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