Eine kurze Geschichte der AfD

Von der Eurokritik zum Remigrationsskandal
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Buchprofile - Rezension
Gut recherchierte Dokumentation der Partei am rechten Rande der deutschen Parteienlandschaft.
Etwas mehr als 11 Jahre her ist es, dass die AfD von Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke als Kritik an der deutschen Wirtschafts- und Europapolitik gegründet wurde. Doch immer mehr radikalisierte sich die AfD und wurde zu der wohl erfolgreichsten Partei ganz rechts. Eine Partei, die die Altparteien das Fürchten lehrt und es immer wieder versteht, sich den Unmut großer Teile der Bevölkerung über die Regierungspolitik, sei es in der Wirtschaft, im Management der Corona-Epidemie, in der Migrationspolitik zu Nutze zu machen und Ängste geschickt und zum eigenen Vorteil zu schüren. Das zeigt die Germanistin, Historikerin und Journalistin Eva Kienholz, die sich seit 2015 intensiv mit der AfD und der Neuen Rechten beschäftigt (2020 erschien ihr Buch "Ihr Kampf. Wie Höcke & Co. die AfD radikalisieren"), in ihrem neusten Buch wieder, in dem sie auf knapp 250 Seiten die Geschichte der AfD anhand des politischen Schicksals ihrer Führerinnen und Führer (Lucke, Petry, Meuthen, Chrupalla und Weidel) gut recherchiert dokumentiert. Dabei wird klar: Nicht diese Parteigranden, sondern der die ganze Zeit im Hintergrund agierende Bernd Höcke ist der eigentliche Spiritus Rector der AfD. Einziges, aber großes Manko: Sie nennt am Ende zwar die Quellen, unterlässt es aber, diese im Text selbst durch Fußnoten zuordenbar zu machen. Für eine studierte Historikerin und Literaturwissenschaftlerin ein Unding. – Trotzdem sehr lesenswert für alle, die sich über die AfD, ihre Ziele und ihre Geschichte schlauer machen wollen.
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Artikelbeschreibung

Eva Kienholz fasst in ihrer «Kurzen Geschichte der AfD» prägnant und anschaulich die zunehmende Radikalisierung der Alternative für Deutschland zusammen.

Die AfD hat die politische Landschaft in Deutschland seit ihrer Gründung 2013 tiefgreifend verändert. Entstanden als wirtschaftsliberale Partei, deren Hauptziel es war, den Euro in Deutschland wieder abzuschaffen, hat sie sich seitdem in mehreren Wellen radikalisiert. Von Bernd Lucke über Frauke Petry, Jörg Meuthen und Tino Chrupalla sind ihre Aussagen immer extremer geworden. Björn Höcke agitiert heute für die «Remigration» von Menschen mit Migrationshintergrund und gilt als gesichert rechtsextrem: Er hat das Ringen um die Macht in der Partei gewonnen. Trotzdem, oder gerade deswegen, hat die AfD in der Gunst der Wählerinnen und Wähler beständig zulegen können und breite Bevölkerungsschichten erreicht. Bei den drei Landtagswahlen in Ostdeutschland im Herbst 2024 erreichte sie in zwei Bundesländern über 30 Prozent der Stimmen, in Thüringen wurde sie sogar stärkste Kraft - ein Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik.

Eva Kienholz zeichnet die Entwicklung der Partei nach, die sich immer weiter nach rechts bewegt hat und nun offen nach der Macht im Land greift. Ein wichtiges Buch zum Verständnis der politischen Landschaft in Deutschland.

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Personeninformation

Eva Kienholz, geboren 1987 in Heidelberg, studierte Germanistik, Geschichte und Deutsche Literatur in Mannheim und Berlin. Sie ist als Journalistin und freie Autorin tätig. 2015 begann sie, sich intensiv mit der AfD und der Neuen Rechten zu beschäftigen. 2020 erschien ihr Buch «Ihr Kampf. Wie Höcke & Co. die AfD radikalisieren» im Verlag Das Neue Berlin.

Pressestimmen

"Das Buch gibt einem die Chance, zu verstehen, wie und mit welchen Mitteln es die AfD geschafft hat, so erfolgreich zu werden." Bodo Morshäuser Deutschlandfunk Kultur "Lesart" 20240824

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