Perspektiven

«Lesen Sie Laurent Binet!» Denis Scheck
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Buchprofile - Rezension
Briefroman und Krimi – ein elegantes Verwirrspiel und Vexierbild der späten Renaissance.
Das Jahr 1557 – Jacopo da Pontormo ist tot, er liegt zu Füßen seiner eigenen unvollendeten Fresken in der Kirche San Lorenzo in Florenz. Es war Mord, denn ein Meißel steckt in seinem Herzen. Und da ist dann auch noch der Verdacht, jemand könnte sich an den Fresken zu schaffen gemacht, sie verändert haben ... War der Mörder vielleicht ein Künstlerkollege? Ein Mitglied aus dem intriganten Hofstaat der Medici? Oder der Farbmischer Jacopos? Der Maler (und Begründer der Kunstwissenschaft) Giorgio Vasari wird beauftragt, den Mord aufzuklären, doch rasch findet er sich mittendrin in politischen Intrigen und Diskussionen über Perspektive und Perspektiven in der Kunst, denn auch wenn wichtige Künstler der Hochrenaissance wie Michelangelo (der im Roman eine wichtige Rolle spielt) noch leben, längst wandelt sich der Kunstgeschmack, weg von der klassischen Nacktheit und realistischen Proportionen der Renaissance hin zu den sehr viel bekleideteren, verzerrten Darstellungen des Manierismus. – Laurent Binet ist als ehemaliger Geschichtslehrer nicht nur ein hervorragender Romanautor, er liebt es, in seinen Werken gut recherchierte Fakten mit Neuerfindungen, Verzerrungen und Anachronismen zu mischen. So sind es in seinem bisher berühmtesten Werk, "Eroberung" die Inka, die Europa "entdecken" und erobern. In diesem Buch kommen zu diesem spielerischen Umgang mit der Geschichte auch noch zwei weitere: die Abfassung als Briefroman, wie er für das 16. Jh. völlig atypisch gewesen wäre, sowie die Gestaltung als Kriminalroman. – "Perspektiven" ist ein leicht zu lesendes, aber kein leichtes Buch. Denn jeder Brief nimmt seine eigene Perspektive ein, viele Briefeschreiber lügen, lassen wichtige Details aus, kurz: verzerren durch ihren Standpunkt den Blick auf die Geschehnisse, die neben dem Mord an da Pontormo selbst noch zahlreiche ineinander verwobene Intrigen, Diskussionen und Ereignisse meisterhaft zu einem Tableau verwebt. Dem Buch sind viele Leserinnen und Leser zu wünschen!
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Susanne Steufmehl empfiehlt:

Der französiche Historiker und vielfach preisgekrönte Schriftsteller Laurent Binet bittet seine Leserschaft ins Florenz der Spätrenaissance. Jacopo da Pontormo liegt tot in einer Kirche und es stellt sich die Frage, wer dem berühmten Künstler den Meißel in die Brust gerammt hat. Verdächtige gibt es viele, vom neidvollen Rivalen bis hin zu Mitgliedern des intriganten Medici-Hofstaates. Der Kunstkenner Giorgio Vasari wird mit den Ermittlungen beauftragt, und alle Beteiligten haben eine andere Perspektive auf die Tat, ihre Umstände und Hintergründe. Ausdruck dieser Verwirrnis sind die unzähligen Briefe, die hin und her schwirren und den Tatbestand in ein immer neues Licht rücken. „Perspektiven“ ist ein anspruchsvoller historischer Roman, sorgfältig recherchiert und beeindruckend erzählt. Er erinnert an die Bücher von Andrea Camilleri und dürfte auch dessen Leser_innen erfreuen. Wer auf die reale Person Giorgio Vasari neugierig geworden ist, kann dessen Werk im Wagenbach-Verlag finden.   

Susanne Steufmehl, Buchberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Der große Erfolgsroman aus Frankreich: Top-Ten-Bestseller, preisgekrönt, begeisterte Kritik.

Ein toter Maler, ein gestohlenes Gemälde, Liebe, Intrigen und die ewige Suche nach der Wahrheit. Florenz im 16. Jahrhundert. Der Maler Jacopo da Pontormo wird tot aufgefunden, mit einem Meißel erstochen liegt er zu Füßen seines unvollendeten Freskos in der Kapelle von San Lorenzo. Anscheinend wurden Teile des Werks übermalt - warum und von wem? Kurz danach verschwindet ein Gemälde. Auch in ihm schienen gefährliche Botschaften verborgen.
Vasari, Handlanger des Herzogs von Florenz und Kunstkenner, wird mit den Ermittlungen beauftragt.Die Situation erfordert Diskretion, künstlerisches Feingefühl und politisches Gespür. Denn Florenz ist ein Ort voller Intrigen und Geheimnisse. Ununterbrochen schwirren Briefe umher, jeder schreibt jedem über den sensationellen Fall. Ordensschwestern, Handwerker, die Medici und die großen Künstler der Renaissance: Jeder hat eine andere Perspektive auf das Geschehene. Aber was ist die Wahrheit? Wo ist das skandalöse Bild geblieben? Und vor allem: Wer hat Pontormo getötet?

«Packend wie ein Pagetruner.» WDR

«Laurent Binet beweist einen absolut kongenialen Umgang mit seinem Gegenstand.» taz

«Unglaublich spannend und natürlich, weil Binet so ein guter Autor ist, auch sehr amüsant. Meisterhaft!» Radio Eins

«Ein ausgezeichnetes Buch!» Le Monde

«Die Perspektive erlaubt es, die Unendlichkeit zu sehen, zu verstehen, zu empfinden, sagt Michelangelo bei Laurent Binet. Der Satz gilt auch für seinen virtuosen Roman,
in dem die literarische Form zu Metaphysik wird.» L'Obs

«Die große Stärke dieses Buches liegt darin, dass es eine comédie humaine ist. Eine mitreißende und sehr bereichernde Lektüre.» Libération

«In einer klassischen, lebendigen Sprache geschrieben, hochaktuell, ohne anbiedernd zu sein. Das kommt in diesem Jahr nicht häufig vor.» Figaro

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Personeninformation

Laurent Binet wurde 1972 in Paris geboren und hat in Prag Geschichte studiert. Sein erster Roman «HHhH» gewann den Prix Goncourt du Premier Roman und wurde von der New York Times zu den 100 besten Büchern des Jahres 2012 gewählt. «Die siebte Sprachfunktion» wurde mit dem Prix Interallié und dem Prix du Roman Fnac ausgezeichnet. Für «Eroberung» erhielt Binet den Grand Prix de l'Académie française. «Perspektiven» gewann den Prix Naissance d'une oeuvre und den Prix du roman historique. Laurent Binet lebt in Paris.

Kristian Wachinger studierte Germanistik und Romanistik in München, Nantes und Hamburg und war dreißig Jahre Verlagslektor. Er hat u.a. Giacomo Casanova, Prosper Mérimée, Émile Zola, Georges Simenon und Laurent Binet übersetzt. Er lebt in Berlin.

Pressestimmen

Laurent Binet beweist einen absolut kongenialen Umgang mit seinem Gegenstand. Katharina Granzin taz 20250705
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