Der innere Stammtisch

Ein politisches Tagebuch
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Buchprofile - Rezension
Überzeugungen. Empörungen. Feindbilder. Eine Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Diskurs unserer Zeit.
Von September 2019 bis April 2020 hat der Literaturkritiker und Zeit-Autor Ijoma Mangold ein sehr persönliches politisches Tagebuch geführt. Auf humorvolle Weise geht er darin den politischen Strömungen und Moden unserer Zeit nach und entlarvt dabei moralisierende Phrasen, Vereinfachungsstrategien und einseitige Tabus. Dabei nimmt Mangold auf kein politisches Farbenspiel Rücksicht. Ohne seine eigenen Überzeugungen zu verraten, beleuchtet er auch die Verhältnisse in seinem eigenen inneren Stammtisch. Wo kommt sie her, die Empörungskultur, die ohne politische Krise im Land keine Ruhe mehr findet. Da spricht man schnell der Gegenseite etwas ab, was man selbst fröhlich praktiziert: das Arbeiten mit Vorurteilen und Verallgemeinerungen genauso wie unter Umständen sogar die Anwendung von Gewalt. Wichtig scheint zu sein, dass man selbst Recht bekommt. Wer dauernd den Weltuntergang sieht, durch die Klimakatastrophe etwa oder durch den angeblich gezielten Austausch der Bevölkerung, der darf eben nicht zimperlich sein und schon gar nicht differenzieren, abwägen, zuhören. Mangolds Tagebuch ist eine pointierte und vor allem ehrliche Analyse des Zustandes unserer Gesellschaft in Zeiten der sozialen Medien und des politischen Umbruchs.
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Artikelbeschreibung

Ijoma Mangold führt ein politisches Tagebuch und notiert darin die Ereignisse unserer Gegenwart. Er beschreibt, was er auf der Weihnachtsfeier der «Zeit» und am Rande der Berlinale erlebt, dass sein Sportlehrer sich nie angeschnallt hat und warum Greta ihn triggert. Im Januar erklärt Helena, eine russlanddeutsche Bekannte, ihm ihren Feminismus, im Februar denkt er über das Wahlergebnis in Hamburg nach, im März stellt er fest, dass der «Decamerone» bei Dussmann ausverkauft ist. Wegen Corona. Verwundert blickt er auf die, denen einerseits «Tugendterror» oder «Multikulti-Romantik», andererseits «Agism» oder «Faschismus» leicht von den Lippen gehen. Deutlich wird bei seinen Begegnungen, dass die Basis, auf der wir jeden Tag Urteile fällen und Entscheidungen treffen, schmal und schwankend ist. Und doch ist sie alles, was wir haben.

Die alte Eindeutigkeit ist aus der Politik verschwunden. Sie wurde ersetzt durch Reflexe und Schnappatmung, durch Wut und Widersprüchlichkeit. Doch gerade dieses Unreflektierte, die Affekte, der Stammtisch, der permanent nur für uns selbst in uns zu hören ist, ist das, so Mangold, was das Politische im Tiefsten ausmacht. Wie wir zu Meinungen kommen, wie wir es uns gemütlich einrichten mit ihnen und wie wir sie im besten Fall auch mal wieder loswerden - darum geht es in diesem Buch der Selbstbeobachtung. Es ist ein Text der Zeitdiagnostik entstanden, der eine Darstellung des politischen Gegenwartstheaters durch einen aufmerksamen Insider ist und gleichzeitig eine politische Anthropologie.



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Personeninformation

Ijoma Mangold, geboren 1971 in Heidelberg, studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in München und Bologna. Nach Stationen bei der "Berliner Zeitung" und der "Süddeutschen Zeitung" wechselte er 2009 zur Wochenzeitung "Die Zeit", deren Literaturchef er von 2013 bis 2018 war. Inzwischen ist er Kulturpolitischer Korrespondent der Zeitung. Zusammen mit Amelie Fried moderierte er die ZDF-Sendung "Die Vorleser". Außerdem gehört er zum Kritiker-Quartett der Sendung "lesenswert" des SWR-Fernsehens. 2017 erschien "Das deutsche Krokodil". Mangold lebt in Berlin.

Pressestimmen

"stets wird man aufs Anregendste und Unterhaltsamste gedanklich herausgefordert" Tom Wohlfarth taz 20201017
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