Ostblockherz

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Buchprofile - Rezension
Eine Familien- und Migrationsgeschichte, in der Tochter und Vater nach einer Sprache der Annäherung suchen.
"Wir sind Familie, wir sind uns fremd." In der Anfang der 1990er Jahre aus dem slowakischen Bratislava nach Wien ausgewanderten Familie der Erzählerin Didi gibt es keine Sprache für Gefühle – und es fehlt in dem autobiografischen Roman überhaupt an Wörtern und Sätzen, in die man Emotionen oder familiäre Intimität kleiden könnte. Bei dem über längere Zeit unsicheren Aufenthaltsstatus ist alles auf das Ankommen im neuen Land ausgerichtet. Die Zuneigung der Eltern manifestiert sich in der Bürde der selbstauferlegten Aufgabe, durch die Auswanderung für die besseren Zukunftschancen der Kinder zu sorgen. Dafür nehmen sie, beide Akademiker mit universitären Abschlüssen, in Österreich berufliche Rückschritte, prekäre Hilfsjobs und Zeitarbeit in Kauf. Aber auch den Kindern, allen voran der "Eldest Immigrant Daughter" Didi, wird viel aufgebürdet. Von klein auf jongliert sie zwischen mehreren Rollen – der glänzenden Einser-Schülerin und Nachhilfelehrerin für ihren jüngeren Bruder, der Kulturvermittlerin und Dolmetscherin, die ihre Eltern bei den Behördengängen und Bewerbungsgesprächen begleitet. In keiner dieser Rollen darf Didi versagen, nie darf sie auffallen – und immer muss sie besser als die anderen sein. Dieser immense Erwartungsdruck entfernt sie zunehmend von ihrem Vater. Mehr als zehn Jahre lang haben sie keinen Kontakt mehr, bis Didi von ihm einen Anruf aus dem Krankenhaus erhält. – Der warmherzige, in leisen Tönen erzählte Roman wird allen LeserInnen mit Interesse an einer überzeugenden literarischen Verarbeitung von Migration, Identität und Zugehörigkeit empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Zwischen Ostblock und Westen, Patriarchat und Aufbruch, Sprachlosigkeit und Nähe

Seit Jahren hat Didi kein Wort mit ihrem Vater gewechselt. Da meldet er sich plötzlich bei ihr und bittet um Hilfe: Er ist schwer erkrankt. Im Krankenhaus übernimmt Didi, denn noch immer spricht ihr Vater wenig Deutsch. Sie kaum noch Slowakisch. Und in den kommenden Tagen lernt sie mehr über sich und ihn als in all den Jahren zuvor. Über Stolz und vertane Chancen, über ihre Familie, Migration und Hoffnung, über sich als Tochter und ihn als Vater. Es ist eine zaghafte, einmal mehr unausgesprochene Annäherung, in der immer deutlicher wird, was sie bei allen Unterschieden eint: ihr Ostblockherz.

»Gefühlvoll, doch ohne Kitsch, zart, doch voller Schmerz: Didi Drobnas 'Ostblockherz' ist ein scharfsinniger, empfindsamer Roman über Väter und Töchter, lieben und loslassen, Wut und Vergebung.« Tijan Sila

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Personeninformation

Didi Drobna wurde 1988 in Bratislava geboren und lebt seit 1991 in Wien. Sie studierte Kommunikationswissenschaft und Germanistik an der Universität Wien, außerdem Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst. Ihre literarische Arbeit wurde mit mehreren Stipendien und Literaturpreisen ausgezeichnet. Daneben war sie auch als Jurorin für Literaturpreise und -stipendien tätig, ab 2018 lehrt sie an der Universität für angewandte Kunst. Didi Drobna arbeitet seit Jahren hauptberuflich in der IT-Branche und leitet derzeit die Kommunikation & Presse für ein IT-Forschungszentrum. 

Pressestimmen

»Das alles erzählt Didi Drobna genau, warmherzig, lebensklug.« Nils Kahlefendt Frankfurter Allgemeine Zeitung 20250617
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