Nachts ist es leise in Teheran

Band 1560
Roman | Shortlist International Booker Prize 2026
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Buchprofile - Rezension
Die Revolution im Iran zwingt ein junges Paar ins Exil nach Deutschland – doch die Hoffnung auf Rückkehr bleibt.
Für den jungen, kommunistischen Revolutionär Behzad und seine Freunde ist die Hoffnung groß, nach dem Verschwinden des Schah eine freiheitliche Republik in ihrem Land aufzubauen. Doch schnell wird klar, dass unter den Mullahs genau das Gegenteil eintreten wird. So sieht er sich gezwungen, mit seiner Frau Nahid, die er während der Revolution kennen und lieben gelernt hat, und den beiden Kindern nach Deutschland ins Exil zu gehen. Doch sie kommen nie richtig an, denn ihr Dasein wird bestimmt von den Sorgen um untergetauchte Freunde und Verwandte, und sie verbringen viele Stunden vor dem Radio. Irgendwann wollen sie zurück, das steht fest. Erst 1999 fährt Nahid wieder in ihre Heimat – zusammen mit ihrer Tochter Layla. Was sie dort sieht, erinnert sie kaum mehr an das Land ihrer Kindheit. Weitere zehn Jahre später kommt es zur grünen Revolution im Iran – neue Hoffnung keimt auf. – Shida Bazyar zeichnet die Geschichte einer Familie in Flucht und Neubeginn, die angesichts des Krieges, den die USA entfesselt haben, ein Schlaglicht auf die leidvolle Geschichte des Iran und der (Exil–)Iraner:innen wirf. Daher breit empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Vier Stimmen. Vier Jahrzehnte. Eine Familie zwischen Teheran und Deutschland.

Shida Bazyar gelingt mit »Nachts ist es leise in Teheran« ein dichtes, zartes und mitreißendes Familienmosaik - ein bewegender Generationenroman über Revolution, Flucht, Widerstand und den unbedingten Wunsch nach Freiheit.

1979. Behsad, ein junger kommunistischer Revolutionär, kämpft nach der Vertreibung des Schahs für eine neue Ordnung. Er erzählt von klandestinen Aktionen, funkenschlagender Hoffnung und davon, wie er in der literaturbesessenen Nahid die Liebe seines Lebens findet.

Zehn Jahre später in der deutschen Provinz: Behsad und Nahid sind nach der Machtübernahme der Mullahs mit ihren Kindern geflohen. Stunde um Stunde verbringen sie vor dem Radio und hoffen auf Neuigkeiten von den Freunden, die untertauchen mussten. Sie wollen zurückkehren, unbedingt, und suchen zugleich eine Heimat in der Fremde.

1999 reist deren Tochter Laleh gemeinsam mit ihrer Mutter nach Teheran. Zwischen »Kafishaps«, Schönheitsritualen und geflüsterten Geheimnissen lernt sie ein Land kennen, das sich nur schwer mit den Erinnerungen aus der Kindheit deckt. Ihr Bruder Mo beobachtet ein Jahrzehnt später belustigt die pseudoengagierten Demos der deutschen Studenten. Doch dann bricht die Grüne Revolution in Teheran aus und stellt seine Welt auf den Kopf.

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Personeninformation

Shida Bazyar, geboren 1988 in Hermeskeil, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und war viele Jahre in der Jugendbildungsarbeit tätig. Ihr Debütroman »Nachts ist es leise in Teheran« (2016) wurde mehrfach übersetzt und ausgezeichnet, u.a. mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis, dem Uwe-Johnson-Förderpreis und der Nominierung zum International Booker Prize. »Drei Kameradinnen« folgte 2021 und stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. 2023 wurde ihre Arbeit mit dem Ernst-Toller-Preis geehrt.

Pressestimmen

»Shida Bazyar ist ein aufregendes Romandebüt gelungen: Ohne eitle Larmoyanz, mit großem Einfühlungsvermögen und sprachlicher Souveränität vergegenwärtigt sie exemplarische Lebensgeschichten, die auch als ein Roman über die aktuellen Herausforderungen der Integration gelesen werden können.« Stephan Lohr spiegel.de
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