Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Band 3
Roman.. Ausgezeichnet mit dem 15. Euregio-Schüler-Literaturpreis 2016
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Buchprofile - Rezension
Als junger Schauspielschüler lebt der Erzähler drei Jahre bei seinen exzentrischen Großeltern.
Gegurgelt wird mit Hochprozentigem, die Medikamente werden mit Champagner eingenommen, und bevor der Tag mit Likör beschlossen wird, haben Inge und Hermann die eine oder andere Flasche Wein geleert. Keine Frage, seine Großeltern sind Alkoholiker, aber es dauert eine Weile, bis Joachim sich dessen bewusst wird, denn die Filmdiva und der Philosophie-Professor sind bis ins hohe Alter gesund, fidel und geistig rege. In ihrer Nymphenburger Villa leben sie nach ihrem eigenen Rhythmus, der durch nichts und niemanden aus dem Takt gebracht werden darf. Auch nicht von ihrem jüngsten Enkel, der während seiner Schauspielausbildung bei ihnen lebt und im "rosa Zimmer" noch nicht einmal einen Stuhl verschieben darf. Dennoch werden diese dreieinhalb Jahre bei den geliebten alten Menschen zu einer ganz besonderen, unvergesslichen und intensiven Zeit in seinem Leben. Sie steht im krassen Gegensatz zu den Unterrichtsstunden im Theater, die ihm aber nicht weniger absurd erscheinen als der perfekt inszenierte Alltag den Großeltern. - Der Schauspieler Joachim Meyerhoff erzählt auch den dritten Band seiner Lebenserinnerungen als Roman mit sich selbst als Hauptfigur und nicht als Biographie. Daher ist es völlig unerheblich, wie viel "Wahrheit" in diesem Buch steckt, obwohl seine Großmutter Inge Birkmann tatsächlich eine berühmte Schauspielerin war. Seine Fabulierkunst und seine Gabe, sowohl Komisches als auch Tragisches herzbewegend und selbstironisch zu schildern, machen dieses Buch zu einem, das man lieben wird. Unbedingte Empfehlung für alle Büchereien. (Deutscher Buchpreis 2016, Longlist)
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Artikelbeschreibung

Das Buch zum Film unter der Regie von Simon Verhoeven, mit Bruno Alexander in der Hauptrolle sowie mit Senta Berger, Karoline Herfurth, Tom Schilling u. a.

Der dritte Teil der Bestsellerserie »Alle Toten fliegen hoch«: Von einem, der auszog, Schauspieler zu werden - und bei den Großeltern einzieht

Die Kindheit auf dem Gelände einer riesigen Psychiatrie und das Austauschjahr in Amerika liegen hinter ihm, die Schulzeit hat er überstanden, als vor dem Antritt des Zivildienstes das Unerwartete geschieht: Joachim wird auf der Schauspielschule in München angenommen und zieht zu seinen Großeltern in die großbürgerliche Villa in Nymphenburg.

Er wird zum Wanderer zwischen den Welten. Seine Großmutter war selbst Schauspielerin und ist eine schillernde Diva, sein Großvater ist emeritierter Philosophieprofessor, eine strenge und ehrwürdige Erscheinung. Ihre Tage sind durch abenteuerliche Rituale strukturiert, bei denen Alkohol eine wesentliche Rolle spielt. Tagsüber wird Joachim an der Schauspielschule systematisch in seine Einzelteile zerlegt, abends ertränkt er seine Verwirrung auf dem opulenten Sofa in Rotwein und anderen Getränken.

Aus dem Kontrast zwischen großelterlichem Irrsinn und ausbildungsbedingtem Ich-Zerfall entstehen die den Erzähler völlig überfordernden Ereignisse - und gleichzeitig entgeht ihm nicht, dass auch die Großeltern gegen eine große Leere ankämpfen, während er auf der Bühne sein Innerstes nach außen kehren soll und dabei oft grandios versagt.

Joachim Meyerhoff hat seine Kunst, Komik und Tragik miteinander zu verbinden, noch verfeinert. Sein Held nimmt sich und seine Umwelt immer genauer wahr und erkennt überall Risse, Sprünge, Lücken. Ein fulminantes Lesevergnügen!

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Personeninformation

Joachim Meyerhoff, geboren 1967 in Homburg/Saar, aufgewachsen in Schleswig, hat als Schauspieler an verschiedenen Theatern gespielt, unter anderem am Burgtheater in Wien, am Schauspielhaus in Hamburg, an der Berliner Schaubühne und den Münchner Kammerspielen. Dreimal wurde er für seine Arbeit zum Schauspieler des Jahres gewählt. 2011 begann er mit der Veröffentlichung seines mehrteiligen Zyklus »Alle Toten fliegen hoch«. Seine Romane wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt 2024 mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor.

Pressestimmen

» Ach, diese Lücke ... ist nicht weniger intensiv und riskant als Joachim Meyerhoffs Bühnenpräsenz.« FAZ
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