Haus zur Sonne

Roman | Shortlist Deutscher Buchpreis 2025
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Buchprofile - Rezension
Ein psychisch Kranker wird im Hospiz "Haus zur Sonne" mit Hilfe von Traumsequenzen behandelt. Ums Überleben kämpfend gelingt ihm ganz am Ende die Flucht.
Der Ich-Erzähler leidet an der fürchterlichen und unheilbaren psychischen Krankheit der "bipolaren Störung." Ohne Freunde, verschuldet und ohne berufliches Ansehen sucht er Rettung im "Haus zur Sonne", ein vom Staat betriebenes Hospiz für Lebensmüde und Todkranke. Er wird aufgenommen und bekommt vereinbarungsgemäß letzte Wünsche in Form von Halluzinationen und Traumsequenzen erfüllt. Der "Preis", der dafür bezahlt werden muss, ist, danach aus dem Leben zu scheiden. Todkrank kämpft er ums Überleben und so gelingt ihm schlussendlich die Flucht – ein Hoffnungszeichen! – Das Buch des Schriftstellers und Dramatikers Thomas Melle lässt den Leser in psychisch Kranke, von denen es immer mehr gibt, einfühlen und so die Krankheit besser verstehen. (Nominiert für den Deutschen Buchpreis)
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Artikelbeschreibung

Nach seinem weltweit beachteten Buch »Die Welt im Rücken«, in dem er sein Leben mit bipolarer Störung literarisch brillant verarbeitet hat, legt Thomas Melle nun einen Roman vor, der die Grenzbereiche zwischen Autobiografie und Fiktion, zwischen Sehnsucht und Depression und letztlich zwischen Leben und Tod weiter auslotet.

Wie viel Selbstbestimmung ist möglich, wenn das Leben von einer psychischen Krankheit fremdgesteuert ist? Wonach sehnt sich einer, der nichts mehr zu verlieren hat? Und wie könnte es aussehen, das letzte Glück? Willkommen im »Haus zur Sonne«, einer Institution, die zugleich Wunscherfüllungsmaschine wie Abschaffungsapparat ist. Lebensmüde und todkranke Menschen liefern sich in diese vom Staat finanzierte Klinik ein, um jeden nur erdenklichen Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen und dann - ohne großes Aufsehen - aus dem Leben zu scheiden. Aber will, wer nicht mehr leben will, wirklich sterben?

Thomas Melle geht unseren Sehnsüchten und Todestrieben auf den Grund und liefert so eine radikale Skizze der Conditio humana.

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Personeninformation

Thomas Melle, 1975 geboren, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie in Tübingen, Austin (Texas) und Berlin. Er ist Autor vielgespielter Theaterstücke und übersetzte u. a. William T. Vollmann und Quentin Tarantino ins Deutsche. Sein Debütroman »Sickster« (2011) war für den Deutschen Buchpreis nominiert und wurde mit dem Franz-Hessel-Preis ausgezeichnet. 2014 folgte der Roman »3000 Euro«, 2016 »Die Welt im Rücken«, die beide auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis standen. »Die Welt im Rücken« wurde zudem in 22 Sprachen übersetzt. Thomas Melle lebt in Berlin.

Pressestimmen

»Melles neuer Roman ist der Beweis, dass literarischer Hardcore auch mit leisen Tönen gespielt werden kann.« Yannic Walter taz 20250819
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