Die Welt im Rücken

19,95 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Der Schriftsteller Thomas Melle schreibt über seine schwere manisch-depressive Erkrankung.
Psychische Erkrankungen sind häufig nur schwer fassbar oder erklärbar. Auch bei den medizinisch definierten Psychosen gibt es unterschiedliche Ausprägungen und gleitende Übergänge zwischen eindeutig gesund und eindeutig krank, was die Behandlung oft so schwierig macht. Der Schriftsteller Melle erleidet mit Mitte Zwanzig einen ersten großen Schub, dem später weitere schwere Schübe folgen sollen. Freunde sorgen dafür, dass er in die Psychiatrie eingewiesen wird, aber er sieht die Schwere der Erkrankung nicht und entlässt sich immer wieder selbst. So vergehen Jahre in einem wackeligen Balance-Akt zwischen Gesundheit und Krankheit, Wahn und Wirklichkeit, immer ganz nahe am Absturz in einem halbdeliranten Zustand aus Psychose und Alkoholkonsum. Erst nach mehreren Zusammenbrüchen erkennt er, dass nur eine permanente Medikation seinen Zustand stabilisieren kann. - Melle hat seine Erkrankung schon früher literarisch verfremdet aufgearbeitet. In diesem Buch allerdings gibt es kein Verstecken mehr. Mit schonungsloser Offenheit schreibt er über alle Einzelheiten seiner Paranoia. Auf eine verzweifelt wirkende Art versucht er mit immer neuen Worten, immer neuen Metaphern, immer neuen Umschreibungen, diese unbegreiflichen Empfindungen eines Manisch-Depressiven auf einer rasenden Achterbahn begreiflich und verstehbar zu machen und zu zeigen, wie zerstörerisch diese Krankheit wirkt. Und da Melle ein Sprachkünstler ist, ein Jongleur mit Worten und Wendungen, gelingt es ihm, dem Leser einen Einblick zu gewähren in das verquere Denken und das bizarr veränderte Erleben eines Psychotikers. Anstrengende und fordernde Lektüre, die jedoch ein anderes größeres Verständnis für psychische Erkrankungen ermöglicht. Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2016, Shortlist - dennoch eher für ausgebaute Bestände.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Thomas Melle leidet seit vielen Jahren an der manisch-depressiven Erkrankung, auch bipolare Störung genannt. Nun erzählt er davon, erzählt von persönlichen Dramen und langsamer Besserung - und gibt einen außergewöhnlichen Einblick in das, was in einem Erkrankten so vorgeht. Die fesselnde Chronik eines zerrissenen Lebens, ein autobiografisch radikales Werk von höchster literarischer Kraft.'Wenn Sie bipolar sind, hat Ihr Leben keine Kontinuität mehr. Die Krankheit hat Ihre Vergangenheit zerschossen, und in noch stärkerem Maße bedroht sie Ihre Zukunft. Mit jeder manischen Episode wird Ihr Leben, wie Sie es kannten, weiter verunmöglicht. Die Person, die Sie zu sein und kennen glaubten, besitzt kein festes Fundament mehr. Sie können sich Ihrer selbst nicht mehr sicher sein. Und Sie wissen nicht mehr, wer Sie waren. Was sonst vielleicht als Gedanke kurz aufleuchtet, um sofort verworfen zu werden, wird im manischen Kurzschluss zur Tat. Jeder Mensch birgt wohl einen Abgrund in sich, in welchen er bisweilen einen Blick gewährt; eine Manie aber ist eine ganze Tour durch diesen Abgrund, und was Sie jahrelang von sich wussten, wird innerhalb kürzester Zeit ungültig. Sie fangen nicht bei null an, nein, Sie rutschen ins Minus, und nichts mehr ist mit Ihnen auf verlässliche Weise verbunden.'

Produktsicherheit

Hersteller: Rowohlt Berlin Verlag GmbH
Anschrift: Kreuzbergstraße 30
Berlin
DE
Kontakt: produktsicherheit@rowohlt.de

Pressestimmen

Wie Thomas Melle sein eigenes Zerreißen zwischen überfunkenden Nervenenden und nicht mehr kontrollierbaren Synapsenabstürzen als körperlichen wie geistigen Prozess beschreibt, ist schlicht umwerfend. taz
Mehr von Melle, Thomas

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.