Baby Jane

Roman
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Buchprofile - Rezension
Die namenlose Erzählerin unterhält im Helsinki der 1990er Jahre eine toxische Liebesbeziehung zu der unter einer Angststörung leidenden Piki.
Der bereits 2005 erschienene Roman der erfolgreichen finnischen Autorin Sofi Oksanen (Jg. 1977) führt in die Homo-Bars Helsinkis in den 90er-Jahren. Die Ich-Erzählerin kommt als junges Mädchen nach Helsinki und verliebt sich Hals über Kopf in die „coolste Lesbe der Stadt“, die zehn Jahre ältere Piki. Sie verbringen einen wunderbaren Sommer, und nur unterschwellig wird klar, dass beide die gleichen Medikamente gegen Angststörungen nehmen. Die Erzählerin verbringt den ganzen Tag im Bett, öffnet ihre Post nicht und häuft schmutziges Geschirr an. Im Gegensatz dazu ist es bei Piki extrem aufgeräumt. Erst nach einer Weile kommt ans Licht, dass Pikis Ex-Freundin Bossa ihr Alltagsleben durch Müllrausbringen, Einkaufen und Wäschewaschen am Laufen hält. Damit zieht Eifersucht in die Beziehung ein. - Die Autorin lässt ihren Roman zwischen Drama und Satire changieren. Großartige Szenen entstehen, wenn das arbeitsunfähige Liebespaar, um zu Geld zu kommen, die Telefonsex-Kunstfigur Susanna Tagfalter erfindet, die einen Versand gebrauchter Slips betreibt. Dabei laufen sie zu Höchstform auf, was aber nicht über die Tragik von Pikis von Alkohol und Tabletten überschattetem Leben hinweghilft.
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Artikelbeschreibung

Oksanen erzählt von einer lesbischen Dreiecksbeziehung - von deren himmelhochjauchzenden Beginn bis zum tragischen Ende.

Als die Ich-Erzählerin die charismatische und attraktive Piki kennenlernt, verliebt sie sich Hals über Kopf. Doch erst nach einiger Zeit wird ihr klar, dass Piki Geheimnisse vor ihr hat: Durch eine Angststörung ist sie im Alltag stark eingeschränkt und ist unfähig, einfachste Tätigkeiten auszuführen. Deshalb ist sie abhängig von ihrer Exfreundin Bossa, die Dinge wie Einkaufen und Wäschemachen für sie erledigt. Doch die Erzählerin will diese Intimitäten nicht hinnehmen. Zu Eifersucht und Misstrauen gesellen sich ihre eigenen psychischen und finanziellen Probleme - und es dauert nicht lange, bis sich der schwelende Konflikt zwischen ihnen gewaltsam entlädt.

Oksanens zweiter Roman ist ein scharf beobachtetes Porträt einer toxischen Beziehung in Anlehnung an Robert Aldrichs Film »Was geschah wirklich mit Baby Jane?«   Ungemütlich und schonungslos zeigt die Autorin auf, wie schnell und brutal psychische Krankheiten die darunter Leidenden an den Rand der Gesellschaft katapultieren können.

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