Fahrtwind

Roman
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Buchprofile - Rezension
Ebenso gekonnte wie wunderbar leicht geschriebene moderne Adaption von Eichendorffs "Taugenichts".
Er ist ein Nichtsnutz, wie er im Buche steht, der junge Spross einer biederen deutschen Handwerkerfamilie in den 70er/80er Jahren. So beschließt der junge Mann eines Tages, der Enge des Elternhauses zu entfliehen, sein Bündel zu schnüren und mit seiner Gitarre in den Süden zu ziehen. Bald wird er als Anhalter von zwei Frauen mitgenommen. Eine davon ist so wunderschön, dass er sich sofort unsterblich in sie verliebt. Im Hotel, das von der Älteren der beiden Damen geleitet wird, wird er engagiert, um mit seiner Gitarre die Gäste zu unterhalten. Doch er flieht bald und gerät an die zwielichtigen Biker Guido und Leo, die ihn mitnehmen. Von diesen bekommt er gegen Bezahlung den Auftrag, als Guidos Double nach Italien zu fahren und dort eine Woche in einer Pension in den Bergen zu verbringen. Danach gelangt der Junge nach Rom, und hier trifft er die Schwester seiner angebeteten Schönheit wieder - und als er zurückkehrt ins Hotel bei Wien, klärt sich die ganze Geschichte auf und der junge Nichtsnutz findet sein Glück, ganz anders aber als erwartet. - Wer nach wenigen Seiten des Romans glaubt, die Handlung kenne er irgendwie, liegt völlig richtig: Modick hat die berühmte Eichendorff-Novelle "Aus dem Leben eines Taugenichts" adaptiert und in die Gegenwart transponiert. Mit viel Geschick und literarischem Gespür hat er nicht nur die Handlung, sondern auch die Figuren des "Taugenichts" übernommen und daraus eine regelrechte Road Novel geschaffen. Und die ist kein müder Abklatsch des Originals. Modick ist literarisch so versiert, dass seine Geschichte eine wunderbar leichte, beschwingte moderne Fassung der Novelle aus der Romantik ist. Wer das Original kennt, wird auch an dieser Fassung große Freude haben. Wer den "Taugenichts" nicht kennt, wird ihn nach der Lektüre von "Fahrtwind" vielleicht zur Hand nehmen. Es gibt also zwei Gründe, Modicks neuestes Buch zu lesen und zu genießen.
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Artikelbeschreibung

Auf den Spuren eines Taugenichts.In seinem neuen Roman erzählt Klaus Modick von einer Zeit der Umbrüche, von einem jungen Mann, der sich weigert, nützlich zu sein, und seinem abenteuerlichen Roadtrip ins Offene und Ungewisse. Die Bundesrepublik in den turbulenten Siebzigern. Während an den Universitäten die Revolution geprobt und bundesweit nach den Mitgliedern der RAF gefahndet wird, sitzt ein junger Mann vor dem muffig-engen Elternhaus und trifft eine Entscheidung. Er packt ein paar Sachen, greift seine Gitarre und geht. Wenig später steht er an der Straße und reckt den Daumen in den Wind. Ohne Geld und Plan schlägt sich der selbsternannte Nichtsnutz über Wien und die Toskana nach Süden durch, trifft auf schräge Vögel, hoffnungslose Romantiker, zwielichtige Rocker, Hippies und die große Liebe, spielt als Troubadour im Batikshirt groß auf, entdeckt die magische Welt der Pilze, das unvergleichliche Licht Italiens und die unermessliche Freiheit der Straße. Unfreiwillig wird er dabei zum Protagonisten eines raffiniert eingefädelten Verwirrspiels, das die Grenze zwischen Tag und Traum auf märchenhafte Weise verschwimmen lässt ...'Fahrtwind' ist ein schillernder Roman über das Loslassen und Ausreißen, über unstillbare Sehnsucht, die Wirren der Liebe, den Rausch und die Kraft der Musik. Kunstvoll und einfühlsam porträtiert Klaus Modick einen modernen Taugenichts, der sich mit Witz, Ironie und Fantasie den gesellschaftlichen Konventionen und Zwängen seiner Zeit widersetzt. Und Eichendorff winkt aus der Ferne.

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