Die kranke Frau

Wie Sexismus, Mythen und Fehldiagnosen die Medizin bis heute beeinflussen
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Buchprofile - Rezension
Starkes Plädoyer für eine geschlechtsspezifische Forschung, Ausbildung und Medizinpraxis.
Die gründliche Recherche der Kulturhistorikerin Elinor Cleghorn deckt die über Jahrhunderte von Männern praktizierte patriarchal geprägte Behandlung von Frauen in der medizinischen Diagnostik und Therapie auf. Die Gründe dafür sieht sie in traditionellen Rollenbildern, welche in den religiös geprägten Kulturen dem Mann die Vormachtstellung einräumen. Die Frau wurde bis ins 20. Jh. als das schwächere, dümmere und leidensfähigere Geschlecht und auf den Akt des Gebärens und auf die Rolle als Dienerin des Mannes festgelegt. Anhand von zahlreichen Fallbeispielen aus der ganzen Welt werden die Leidensgeschichten und der Kampf von Betroffenen, Medizinerinnen und Feministinnen eindringlich erzählt. Es ist ein notwendiger Kampf, welcher eine geschlechtsneutrale und -sensible, respektvolle Anerkennung und das Selbstbestimmungsrecht von Frauen als Ärztinnen, Forscherinnen und Patientinnen gefordert hat und noch nicht beendet ist. Das fast 500 Seiten umfassende Buch ist keine leichte Kost, da Zeit- und Themensprünge, Wiederholungen und viele Namen vorkommen. Die Autorin setzt ihren Schwerpunkt im angloamerikanischen Sprachraum. Inhaltlich löst diese medizinhistorische und politische Lektüre starke Emotionen aus, versöhnliche Sätze finden sich im Kapitel 18 mit Bezug auf die eigene Autoimmunkrankheit und im Dank. Zweifellos ein notwendiges Werk. Ab mittleren Beständen geeignet.
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Artikelbeschreibung

Die kranke Frau enthüllt die schockierende Geschichte der patriarchalen Mythen, die unsere westliche Medizin bis heute prägen.Elinor Cleghorn, selbst an der Autoimmunerkrankung Lupus erkrankt, begibt sich nach einer nervenaufreibenden Diagnoseodyssee auf die Suche nach den Wurzeln der Vorurteile gegenüber Frauen in der Medizin. Anhand einer Fülle von historischem Material rekonstruiert sie, wie stark die Medizin als Wissenschaft und Institution von kulturellen und gesellschaftspolitischen Umständen beeinflusst ist. Die Tatsache, dass Frauen als das schwächere Geschlecht galten und auf die soziale Aufgabe der Mutterschaft reduziert wurden, formte auch den medizinischen Blick auf Frauen und Weiblichkeit über die Jahrhunderte.Von der 'wandernden Gebärmutter' über die 'Hysterie' bis hin zum sich nur äußerst langsam wandelnden Verständnis für Menstruation und Menopause - all diese Diagnosen und Entwicklungen zeugen von einer männlich geprägten, nicht selten sexistischen Medizin. Die kranke Frau ist ein augenöffnendes Buch, das die Notwendigkeit des feministischen Kampfes gegen den patriarchalen Zugriff auf den weiblichen Körper verdeutlicht und für eine bessere Aufklärung über weibliche Gesundheit plädiert.

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Pressestimmen

»Dieses Buch macht wütend und ist wichtig, damit sich endlich was ändert.« Christine Ellinghaus myself 20230201
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