Die Schwiegertochter. Das Leben der Ottilie von Goethe

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Buchprofile - Rezension
Lebensbeschreibung von Goethes Schwiegertochter Ottilie.
Goethe schätzte und mochte seine Schwiegertochter namens Ottilie sehr. Ihr Leben und die Zeitumstände sowie wichtige Personen der Epoche stellt Dagmar Gersdorff, eine erfahrene Biografin historischer Persönlichkeiten, ausführlich dar. Ottilie, Freiin von Pogwisch, wird von ihren Zeitgenossen als anmutig, charmant, liebenswürdig, geistreich und intelligent geschildert. Freilich erscheint sie in vielen Situationen auch als exaltiert, launisch, verschwenderisch. Goethe sah ihr dies nach, brachte sie doch Leben in sein Haus; zudem war sie eine wache, kompetente und vor allem einfühlsame Gesprächspartnerin. Deshalb hat er mit ihr u.a. auch den Text von Faust II noch einmal durchgesprochen. Seinen Sohn August heiratete sie mehr aus dem Wunsch, in der Nähe des Dichterfürsten zu sein. Sie liebte schwärmerisch verschiedene geistreiche jüngere Männer, die sie mit Rat und Tat in ihrem Schaffen förderte. Die Ehe mit August litt natürlich darunter. Die faktenreiche Lebensbeschreibung widmet sich ihrer Familie, ihren Freundinnen, ihren Kindern und ausführlich ihren Freunden und zeichnet ein detailreiches Bild der damaligen Lebensumstände. Die eingefügten Gedichte Ottiliens zeigen sie als gewandte Dichterin mit leichter und witziger Feder. Die Anordnung der 10 Kapitel folgt dem Lebenslauf, sie haben aber eine gewisse thematische Selbständigkeit. Dankbar wäre man deshalb der Autorin, hätte sie zum Namensregister auch einen tabellarischen Lebenslauf gestellt. Viele Schwarz-weiß-Bilder, meist als Stiche, vergegenwärtigen den Lesern Ottilies Zeitgenossen.
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Artikelbeschreibung

'Er hatte nie eine Tochter gehabt. Nun war sie da.'Für ihren Schwiegervater, den Dichter und Staatsminister Johann Wolfgang von Goethe, war sie unentbehrlich: Ottilie von Goethe, eine geb. von Pogwisch aus schleswig-holsteinischem Uradel, war eine der unkonventionellsten, faszinierendsten, auch umstrittensten Frauen ihrer Zeit.Obwohl ihre adelsstolzen Verwandten die Ehe mit August, dem unehelich geborenen Sohn des Dichters, nicht billigten, kam die Heirat zustande. Ottilie hatte dabei hauptsächlich ein Ziel: Goethes Schwiegertochter zu werden.Die Ehe mit August erwies sich als problematisch, Ottilie suchte Trost in diversen Liebschaften. Doch ihre Heiterkeit, Intelligenz und Hilfsbereitschaft machten sie ihrem Schwiegervater bald unersetzlich. Nach Augusts frühem Tod sah Ottilie in der Sorge für Goethe und sein Werk ihre Lebensaufgabe. Und er förderte die geistigen Interessen der Mutter seiner drei Enkelkinder Walther, Wolfgang und Alma. Ottilie schrieb auch selbst, dichtete und gründete die Zeitschrift Chaos. Goethes letzte Worte gehörten Ottilie.Dagmar von Gersdorff zeichnet das Bild einer geistreichen, liebeshungrigen, unkonventionellen Frau. Nach Goethes Tod musste sich Ottilie neu erfinden. Sie führte ein unstetes Leben zwischen Weimar, Wien und Italien. Den geistigen Größen ihrer Zeit durch Freundschaften verbunden, genoss sie, nicht nur als 'Goethes Schwiegertochter', bis zuletzt hohes Ansehen.

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Pressestimmen

»Gerdorff gelingt es, in dieser Studie zwei zentrale Aspekte der Biographie Ottilies überzeugend zu verschränken. ... Eine neue Sicht, die Ottilie gleichzeitig - aus heutiger Sicht - als modern erscheinen lässt.« Manfred Osten Frankfurter Allgemeine Zeitung 20211214
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