Deutschland 1946

Das Wunder beginnt
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Buchprofile - Rezension
Nach dem Zweiten Weltkrieg: Zeit des Aufbruchs, des Wandels und neuer Chancen.
Zum Jahreswechsel 1945/46 ist Deutschland ein Trümmerfeld, aufgeteilt in vier Besatzungszonen, mit einer immensen Zahl entwurzelter, notleidender Menschen. Die Frage, wie es wohl im persönlichen und öffentlichen Leben weitergehen wird, hängt in der Luft und wartet auf eine baldige Antwort. Dazu gehören – um nur die wichtigsten zu nennen – die Themen: Welche Schritte müssen zuerst unternommen werden, wie können die Deutschen zu demokratischem Denken und Handeln erzogen werden, wie muss man mit NS-Anhängern umgehen und wie müssen NS-Kriegsverbrecher und Massenmörder zur Verantwortung gezogen und abgeurteilt werden, welche Vorstellungen haben die Siegermächte in Bezug auf die Zukunft Deutschlands und mit welchen Mitteln kann die katastrophale Versorgungslage verbessert werden. Dies erörtern die Autoren in monatlicher Abfolge, wobei sie die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Blick haben, insbesondere den sich immer stärker zeigenden Konflikt zwischen den drei westlichen Besatzungsmächten und der sowjetischen Führung. Darüber hinaus verweisen Friederichs und Barth auf das unermüdliche Engagement zielstrebiger, imponierender Menschen in Ost und West, die in ganz unterschiedlichen Bereichen Zukunftsperspektiven aufzeigen und diese zu realisieren versuchen. Es ist interessant zu erfahren, dass sich die Versorgungslage zwar nur langsam verbesserte, dass aber die Menschen – gerade im kulturellen Leben – von einer ungeheuren Aufbruchsstimmung erfasst wurden: so gehörten z.B. Kino, Theater, Zeitungen, Zeitschriften, Literatur, Sport, kirchliches Leben und unterschiedliche Vereine wieder zum normalen Alltag. All diese spannenden, facettenreichen und kurzweiligen Ausführungen – basierend auf Tagebüchern, Zeitdokumenten und Briefen – lassen das Jahr 1946 als eine Zeit erscheinen, in der sich "das Chaos in etwas Neues zu verwandeln begann, etwas Strukturiertes und Zielgerichtetes." – Allen Büchereien wärmstens zu empfehlen!
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Susanne Steufmehl empfiehlt:

Jetzt, da wir in Windeseile auf das Jahr 2026 zusteuern, ist es besonders reizvoll, 80 Jahre zurückzuschauen – in das erste Friedensjahr nach dem zweiten Weltkrieg, Deutschland im Jahr eins nach Hitler. Viele Städte und Gemeinden liegen in Trümmern, Deutschland ist zerteilt und besetzt, Menschen sind heimatlos, hungern und warten auf die Heimkehr von Männern und Vätern. Politische Feinde, Täter und Opfer begegnen einander, der Schwarzmarkt blüht und von Aufbruch noch keine Spur. Doch es finden auch die ersten freien Wahlen statt und das zarte Pflänzchen Demokratie beginnt zu wachsen. Deutschland 1946 – Das Wunder beginnt. In einer Zeit, in der unsere vor 80 Jahren wiedergewonnene Demokratie zunehmend unter Druck gerät, sollten wir zurückblicken auf das, was damals geschafft und geschaffen wurde, um es für uns und unsere Nachfahren zu erhalten. Dafür ist dieses Buch der perfekte Helfer.

Susanne Steufmehl, Medienberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Ein Land in der Schwebe

1946 ist das Jahr 1 nach Adolf Hitler. Die Städte liegen in Trümmern, viele Deutsche leben im Elend. In Nürnberg werden führende Nationalsozialisten zum Tode verurteilt, während der Schwarzmarkt boomt. Aber es finden die ersten freien Wahlen seit 1933 statt. Die Menschen strömen in die Theater, Hildegard Knef kommt ins Kino, überall eröffnen sich neue Chancen. Die Alliierten beginnen den Besiegten zu vertrauen. Wohin mag das führen?

»Deutschland 1946« erzählt, was da entsteht. Aus Briefen, Tagebüchern, Reden, Artikeln und Dokumenten zeichnen die Autoren das bewegende Panorama einer echten Pionierzeit. Willy Brandt, 32 Jahre alt, träumt von einer Karriere in der SPD. Beate Uhse, 26, will verzweifelten Frauen helfen. Erich Honecker, 33, baut an einer neuen Gesellschaft. Grete Schickedanz, 34, rettet die »Quelle«, Vicco von Bülow, 22, hackt Holz und Fritz Walter aus Kaiserslautern, 25, trainiert französische Soldaten. Erich Kästner, 46, sucht verlorene Kinder, die Ostpreußin Marion Gräfin Dönhoff, 36, einen Job, irgendwas mit Schreiben. Und Konrad Adenauer, 69 Jahre alt, will Deutschland endlich mit Europa versöhnen.

1946 beginnt es, in West wie Ost. Das Wunder, das uns Deutsche bis heute prägt.

Ausstattung: mit 32 Seiten Bildteil

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Personeninformation

Rüdiger Barth, Jahrgang 1972, studierte Zeitgeschichte und Rhetorik und besuchte die Henri-Nannen-Schule. Er arbeitete 15 Jahre lang als Reporter, Autor und zuletzt Mitglied der Chefredaktion für das Magazin stern, bevor er in die Chefredaktion von P.M. und P.M. History wechselte. Heute ist er Geschäftsführer der Open Minds Media, die u.a. Podcasts und TV-Dokumentationen produziert. Er verfasste mehrere SPIEGEL-Bestseller, darunter, gemeinsam mit Hauke Friederichs, »Die Totengräber«. Das Autorenduo veröffentlichte zuletzt auch »Wenn morgen bei uns Krieg wäre« - ein hochaktuelles Buch über die neue Kriegsgefahr in Deutschland. Hauke Friederichs, geboren 1980 in Hamburg, hat Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Journalistik, Politische Wissenschaft und Kriminologie studiert und in Geschichte promoviert. Er ist sicherheitspolitischer Korrespondent der ZEIT und hat zuvor als selbstständiger Journalist unter anderem für Geo Epoche, SPIEGEL Geschichte, ZEIT, ZEIT Geschichte und G/Geschichte gearbeitet. Neben den »Totengräbern« hat er den SPIEGEL-Bestseller »Funkenflug« veröffentlicht und weitere Bücher über zeitgeschichtliche Themen. Gemeinsam mit Rüdiger Barth schrieb er »Wenn morgen bei uns Krieg wäre« - ein hochaktuelles Buch über die neue Kriegsgefahr in Deutschland.
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