Auferstehung jetzt - Ostern als Aufstand

Theologische Provokationen - Neuausgabe
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Buchprofile - Rezension
33 Meditationen zu Tod und Auferstehung.
„Ostern ist doch längst vorbei“, werden Sie vielleicht denken, wenn dieser Text Anfang Juni erscheint, „was kommen die da noch mit Ostern und Auferstehung?“ Stimmt. Doch die Fragen, die Ostern und Auferstehung heute aufwerfen, verlieren mit dem Ende der Osterzeit nicht an Bedeutung. Schon der Apostel Paulus hat im Korintherbrief darauf hingewiesen, dass der christliche Glaube mit der Auferstehung steht und fällt (1 Kor 15, 12-19). Peter Trummer erschließt in den 33 kurzen Kapitel seines Buches modernen, von naturwissenschaftlichem Denken geprägten Menschen einen Zugang zum Geschehen an Ostern und zum Auferstehungsglauben auf Grundlage der biblischen Texte. Seine Meditationen sind die Frucht jahrzehntelangen Forschens und Nachdenkens als Neutestamentler in Graz. Die Kapitel folgen den letzten Stationen im Leben Jesu, angefangen mit dem Einzug in Jerusalem und dem Esel, der dabei eine wichtige Rolle spielte. Er schaut jeweils genau hin: Wovon ist die Rede, welche Worte werden verwendet, in welchen Kontext gehört das? Auf diese Weise gewinnt er auch sehr vertrauten Episoden des Kreuzwegs neue Einsichten ab. Dabei bezieht er sich zwar auf die theologische Forschung, formuliert aber sehr verständlich. Eine seiner zentralen Einsichten ist die vom „radikalen Schuldenschnitt“ für den Jesus durch seinen Tod einstand. Nicht im Sinne eines Opfers, sondern als Beglaubigung seiner Botschaft. Wenn wir Jesus glauben, können wir unsere Sünden „ehrlich anerkennen und dennoch aufrecht und in Würde vor Gott stehen“ (S. 51). Das zu begreifen und sich auf Jesu Botschaft vom bedingungslos liebenden Gott einzulassen, ist der erste Schritt zur Auferstehung. Ein weiterer wäre, „im Tod Jesu so etwas wie eine Betroffenheit oder Schmerz Gottes und sein Mitleiden zu entdecken.“ (S. 73) Andernfalls bliebe die Rede von Gottes Liebe eine hohle Phrase und das von Jesus verkündete Gottesbild unvollständig. Um die biblischen Zeugnisse von der Auferstehung richtig einzuordnen, beginnt Trummer bei Paulus. Der schreibt im Galaterbrief, Jesus sei „in“ ihm offenbart worden. Auch der Ausdruck, den er im Korintherbrief verwendet, zeugt von einem geistigen Geschehen. Von da aus interpretiert Trummer die Evangelien und gewinnt auch zu ihnen neue Einsichten. Auferstehung geschieht bereits am Kreuz, im Moment des Todes – für Jesus und für jeden anderen Menschen und bedeutet „unsere volle und letztgültige Annahme durch Gott“, der uns im Tod „aufrichtet“ (S. 134). Peter Trummer gelingt es, Ostern und Auferstehung von dem Verdacht zu befreien, es handle sich um eine vielleicht irgendwie tröstliche „Geschichte“ ohne Konsequenz für das richtige Leben. Er öffnet Kopf und Herz für ein Verständnis von Ostern, das im Hier und Jetzt bestehen kann. (Religiöses Buch des Monats Juni)
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Artikelbeschreibung

Ostern gilt als das größte Fest der Christenheit. Die kirchliche Verkündigung tut sich oft sehr schwer damit, dem Leben und Sterben Jesu einen erhebenden, aufrichtenden und aufrichtigen Sinn abzuringen, und kapituliert vollends beim Thema der leibhaften Auferstehung, wenn sie eher den Tod verharmlost, als unsere Gegenwart bestärkt. Zwar erscheint der Tod dann vielleicht nicht mehr so kränkend und definitiv, wenn nach einer unbestimmten Grabesruhe alles weitergehen soll wie gehabt, auf höherer Ebene versteht sich. Aber aus dem Schlaf der Sicherheit erwecken solche Beschwichtigungen die tote Christenheit bestimmt nicht.

Mit 33 Essays legt Peter Trummer reife Früchte seiner Bemühungen zum Thema Auferstehung vor und führt von der Mystik zum politischen Handeln sowie zu einem Neuverständnis des Glaubens. Endlich ein Ostern, das Menschen mitten im Leben »auf die Sprünge hilft«!

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Personeninformation

 geb. 1941, lehrte Neues Testament an der Universität Graz. Seine grenzüberschreitende Theologie möchte die Gestalt und Botschaft Jesu den Menschen von heute heilsam nahebringen.

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