Stauffenberg. Folgen

Zwölf Begegnungen mit der Geschichte
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Buchprofile - Rezension
Persönliche Schicksale als Spiegelbild der deutschen Geschichte.
Dass Geschichte nicht nur nationale oder globale Prozesse meint, sondern im besonderen Maße eigene Erfahrungen und Erlebnisse sowie die der Vorfahren, eingebettet in die jeweiligen politischen wie sozialen Rahmenbedingungen, zeigt die Autorin des Bestsellers "Stauffenberg. Mein Großvater war kein Attentäter". Deutlich macht sie dies an 12 Begegnungen mit Menschen - ausgewählt aus der großen Resonanz auf ihr o.g. Buch -, die in ihrem Leben die Prägung durch die Geschichte als sehr intensiv empfanden. Dazu gehören Menschen, die die Zeit des Nationalsozialismus als Kinder oder Jugendliche selbst erlebt hatten, solche, die diese Jahre nur aus Erzählungen ihrer Eltern bzw. Großeltern kennen oder im autoritären SED-Regime der DDR aufwuchsen, aber auch solche, die vom Attentat des 20.Juli 1944 direkt oder indirekt betroffen waren. Durch diese ganz unterschiedlichen Lebenswege gewinnt der Leser nicht nur einen differenzierten Blick auf die jeweils angesprochene Zeit, sondern kann sich auch mit den offenen Äußerungen zur Einstellung, Haltung und Handlungsweise der genannten Vorfahren auseinandersetzen und sein eigenes Denken und Handeln hinterfragen. So stehen die Folgen des Schicksals Heinrich Bergers - als Stenograf im Führerbunker Wolfsschanze anwesend und bei der Explosion getötet - neben den Erfahrungen Marco Heinzels, der sich in der DDR trotz ideologischer Indoktrination seine innere Freiheit bewahrt hat, oder der Einsicht Manfred Kloses, der - schon als Kind begeistert vom NS-Gedankengut, als 14-Jähriger freiwilliger Luftschutzmelder, nach Flucht und Vertreibung in der DDR untergekommen und 1947 in den Westen geflüchtet - mahnend das Fazit zieht: "Was für ein Leid haben wir (die Deutschen) in die Welt gebracht!" - Sollte in keiner Bücherei fehlen!
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Artikelbeschreibung

Diese Vergangenheit will nicht vergehen
Es ist nicht einfach Schluss. Was geschehen ist, hört nicht einfach auf. Unsere Geschichte ist vielmehr wie ein Rucksack, der ungefragt vor unserer Tür steht. Und den man nicht einfach loswerden kann. Kaum jemand weiß das besser als Sophie von Bechtolsheim, Historikerin und Enkelin Stauffenbergs.
Nach ihrem Buch über ihren Großvater und die Familie Stauffenberg erhält sie zahlreiche Briefe und E-Mails. Was sie darin liest, lässt sie nicht mehr los. Teils wildfremde Menschen erzählen ihr von sich, ihren Familien und die Prägung durch die Vergangenheit. Von Bechtolsheim taucht ein in die Familiengeschichten und formt daraus ein mitreißendes Buch.

Zwischen Begeisterung und der Hölle auf Erden
Die Erinnerungen an den Nationalsozialismus und die Kriegserlebnisse lasten den Zeitzeugen auf der Seele. Bert berichtet von seinen Schuldgefühlen, wegen seiner anfänglichen Begeisterung für Hitler. Niko erzählt, dass er immer noch die Schreie im Ohr hat, als feindliche Tiefflieger auf Lazarettzüge schossen. Oder von der Angst vor den sowjetischen Besatzern nach Kriegsende.
Es sind Stimmen von Kindern, Enkeln und Urenkeln, die ihre familiäre Identität suchen. Manche litten darunter, dass ihre Fragen von Eltern und Großeltern unbeantwortet blieben. Nun sprechen sie selbst mutig ihr persönliches Erbe der Vergangenheit aus.

Auge in Auge mit der Vergangenheit
Und dann wird Sophie von Bechtolsheim mit ihrer eigenen Familiengeschichte konfrontiert. Sie begegnet der Tochter von Heinrich Berger - einer von vier Männern, die Stauffenbergs Attentat zum Opfer fielen. Welche Gefühle hat die Tochter beim Gedanken an Stauffenberg, der ihr den Vater nahm?
Dieses Buch versammelt die Erinnerungen von Kriegskindern und deren Nachfahren. Es erzählt von der Prägekraft der Geschichte und den Fragen: Aus welchen Motiven und Umständen heraus handeln wir? Wie viel Freiheit haben wir bei der Bestimmung unseres Lebens? Und was haben wir aus unserer Vergangenheit gelernt?

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Personeninformation

Sophie von Bechtolsheim, geb. 1968, Historikerin und Kommunikationswissenschaftlerin; die Enkelin von Claus Schenk Graf von Stauffenberg lebt und arbeitet als Mediatorin in Oberbayern und setzt sich zudem für den Täter-Opfer-Ausgleich ein. Sie ist verheiratet und hat vier Söhne. Sophie von Bechtolsheim ist stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung 20. Juli 1944.

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