Die Frauen der Familie Flores

Roman
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Buchprofile - Rezension
Das Schicksal einer matriarchalischen Familie im Nordosten Brasiliens zu Beginn des 20. Jahrhunderts verwoben in venezianische Spitzenstickerei bis zu den Nachfahrinnen im Jahr 2010.
Im brasilianischen Hinterland Anfang des 20. Jahrhunderts lebt die Familie Flores, die die meiste Zeit nur aus Frauen besteht, in der fiktiven Kleinstadt Bom Retiro. Die Männer und Söhne der Familie sterben immer früh, sodass die Dorfgemeinschaft von einem Fluch spricht, der auf dem Hause Flores liegt. Mit feiner venezianischer Spitzenstickerei, die sie in die Hauptstadt verkaufen, verdienen sie sich ihren Lebensunterhalt. Das Leben in Bom Retiro folgt starren Konventionen, wobei Frauen in der damaligen patriarchalischen Gesellschaft wenig Einflussmöglichkeiten haben. Doch die Flores-Frauen in ihrem männerlosen Haushalt sind zufrieden mit ihrer Konstellation, die ihnen eigenständiges, freies Handeln ermöglicht. Auch die junge Eugenia aus dem Dorf stickt mit den Frauen in der Handarbeitsgemeinschaft, bis sie von ihren Eltern in eine lieblose Ehe mit einem reichen Großgrundbesitzer gezwungen wird. Daraufhin verständigen sich Eugenia und ihre Freundin Ines Flores mit eingestickten geheimen Botschaften in ihren Handarbeiten, um Eugenia zur Flucht nach Recife zu verhelfen, um dort ein selbstbestimmteres Leben führen zu können. Doch leider misslingt ihr Plan. Eugenia wird von ihrem gewalttätigen Ehemann getötet und die Flores-Frauen werden vertrieben. In einem zweiten Erzählstrang wird das Leben der 18-jährigen feministischen Alice, einer Flores-Nachfahrin, im Jahre 2010 beschrieben, die in den Besitz des kunstvoll codierten Schleiers gelang, der ihr Leben verändern wird. Sie forscht nach und erfährt vieles über das Leben der Frauengenerationen vor ihr und deren Wunsch nach Selbstständigkeit und Mitbestimmung. – Debütroman um Frauenrechte, Frauensolidarität und Unterdrückung zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einem Land, das von reichen Landbesitzern (Coronelismo) und Auseinandersetzungen zwischen mächtigen Familien geprägt war, am fiktiven Beispiel der Familie Flores und den Frauen aus der Handarbeitsgemeinschaft bildstark erzählt. Gerne empfohlen!
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Artikelbeschreibung

Ein uralter Fluch, ein geheimer Code und eine Frau, die um ihre Freiheit kämpft: Ein fesselnder Pageturner über die Wirkmacht von Frauen, die zusammenhaltenBrasilien, 1918: Seit vielen Generationen lastet ein Fluch auf der Familie Flores, der ihre Männer zu einem frühen Tod verdammt. Die Frauen, die zurückbleiben, sichern sich ihren Lebensunterhalt durch die alte Kunst der Spitzenklöppelei. Als die junge Eugênia gezwungen wird, einen älteren, gewalttätigen Offizier zu heiraten, beginnt sie, versteckte Botschaften in den edlen Stoff einzuweben, und schmiedet so einen gefährlichen Fluchtplan, dessen Auswirkungen bis in die Gegenwart zu spüren sind. Ein eindringlicher, mitreißend erzählter historischer Roman über weibliche Solidarität und den unbändigen Wunsch nach Freiheit.

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Personeninformation

Angélica Lopes lebt und arbeitet als Journalistin, Roman- und Drehbuchautorin in Rio de Janeiro. Seit mehr als zwanzig Jahren ist sie als preisgekrönte Autorin von Jugendromanen schriftstellerisch tätig. 'Die Frauen der Familie Flores' ist ihr erster Roman für Erwachsene. Michael Kegler hat in Brasilien gelebt und übersetzt seit den 1990er-Jahren Literatur aus dem Portugiesischen, aus Angola, Brasilien, Kapverde, Mosambik und Portugal. Für seine Arbeit erhielt er unter anderem den Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW und gemeinsam mit dem Schriftsteller Luiz Ruffato den Internationalen Hermann-Hesse-Preis.
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