Zuhören

Die Kunst, sich der Welt zu öffnen
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Buchprofile - Rezension
Kommunikationstheoretische Überlegungen zu Dimensionen des Zuhörens beziehungsweise Gehörtwerdens.
Die Forderung, man müsse einander wirklich zuhören, ebenso wie der Ruf, nicht gehört zu werden, sind feste Bestandteile unserer öffentlichen Debatte. Der Medienwissenschaftler Bernd Pörksen untersucht in seinem neuen Buch, wie Zuhören mehr als eine "Leerformel der politischen Rhetorik" sein kann. Ein einfaches Rezept dafür, wie es funktionieren kann, so räumt der Autor ein, habe er aber nicht gefunden. Seine kommunikationstheoretisch und psychologisch unterfütterte Erkundung präzisiert die Bedingungen wirklichen Zuhörens. Dieses sei immer auch persönlich gefärbt und von der inneren Haltung des Hörenden gesteuert. Und zwar nicht nur im privaten Rahmen, sondern auch in der öffentlichen Kommunikation. Der Autor konkretisiert seine Befunde anhand von vier Beispielen, in denen es sehr unterschiedlich gelungen ist, dringlichen Anliegen Gehör zu verschaffen. In bestürzender Klarheit zeigt das Kapitel über die Aufdeckung von sexuellem Missbrauch an der Odenwaldschule (und anderswo), welche Hürden aus Vorurteilen, pauschalen Annahmen und persönlichen Überzeugungen über Jahre hinweg verhinderten, dass die Opfer ernst genommen wurden. Als positives Gegenbeispiel umreißt Pörksen die Haltung der später neu eingesetzten Schulleiterin als "innere Gastfreundschaft und Bejahung des anderen". Aufschlussreiche, reportageartig geschilderte Beispiele zeigen weitere Dimensionen des Zuhörens beziehungsweise Gehörtwerdens, etwa angesichts von Propaganda, von kritischen Entwicklungen der Digitalbranche oder auch unliebsamen persönlichen Erfahrungen, die eine Verhaltensänderung einfordern. Am Ende verknüpft der Autor seine Befunde mit den Rahmenbedingungen unserer Informationsgesellschaft, in der unterbrechungsfreie Zuwendung längst zum knappen Gut geworden ist. Eine anregende Lektüre, die zu erhellen vermag, woran öffentliche Debatten, aber auch private Verständigung kranken.
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Artikelbeschreibung

Warum hören wir nicht zu? Ein Plädoyer, sich der Welt zu öffnen, von Bernhard Pörksen, der bereits in seinem Buch "Die große Gereiztheit" Wege für positive gesellschaftlichen Debatten aufgezeichnet hatZuhören, Gehörtwerden, den Dialog auf Augenhöhe führen - das sind Schlagworte unserer Zeit, Leerformeln der politischen Rhetorik. Aber was heißt es, wirklich zuzuhören, die eigenen Überzeugungen in Frage zu stellen, sich der Weltsicht des anderen auszusetzen? Warum hört man so lange nicht auf die Opfer sexuellen Missbrauchs, warum nicht auf die Warnungen vor dem Klimawandel? Bernhard Pörksen zeigt, welche Mechanismen das Zuhören verhindern - ob im privaten Umgang oder in der Öffentlichkeit. Und er präsentiert Ansätze und Methoden, die eine neue Offenheit, tieferes Verstehen und empathisches Zuhören ermöglichen. Wie erreicht man, so lautet die Schlüsselfrage, diejenigen, die man nicht mehr erreicht?

Produktsicherheit

Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Anschrift: Vilshofener Straße 10
DE-81679 München
Kontakt: info@hanser.de

Personeninformation

Bernhard Pörksen, Jahrgang 1969, ist Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen und bekannt durch seine Arbeiten zur Skandalforschung (u.a. »Der entfesselte Skandal«, mit H. Detel) sowie seine Bücher mit dem Kybernetiker Heinz von Foerster und dem Psychologen Friedemann Schulz von Thun. Bei Hanser erschien: »Die große Gereiztheit. Wege aus der kollektiven Erregung« (2018) und »Die Kunst des Miteinander-Redens. Über den Dialog in Gesellschaft und Politik« (mit Friedemann Schulz von Thun, 2020).

Pressestimmen

»Ein Plädoyer für Empathie, jenseits von Patentrezepten und Versöhnungskitsch, und gerade in Zeiten, in denen sich die Mächtigen am allerliebsten selbst zuhören, von erschreckender Aktualität.« Sacha Batthyany, NZZ am Sonntag, 30.03.25 »Bernhard Pörksen hat an diesem Buch zehn Jahre gearbeitet. Und ich muss jetzt beim Lesen sagen: Man merkt es.« Sieglinde Geisel, DLF Lesart, 01.03.25 »Der Mensch hört in zwei Modi, meistens mit dem Ich-Ohr, selten mit dem Du-Ohr. Das Ich-Ohr hört nur, um bestätigt zu werden, was es eh schon denkt und fühlt. Das Du-Ohr dagegen öffnet sich seinem Gegenüber und der Welt. Wie kann man wirklich anderen zuhören? Das ist die Frage, die der Tübinger Medienwissenschaftler in diesem brillanten Buch untersucht.« tazFuturzwei, 11.03.25 »Der Medienwissenschaftler füllt den Begriff so meisterhaft mit Leben, dass das Buch zum Wegweiser taugt, wie Kommunikation gelingen kann. Ein wunderbares, immer wieder abwägendes Buch.« Vera Linß, DLF Kultur, 23.01.25 »Der gelungene Versuch, die Basis unserer Kommunikation zu vermessen.« Bettina Baltschev, MDR Kultur, 31.01.25 »Ein feinsinniges Buch, das darüber nachdenkt, wem aus welchen Gründen zugehört wird, weshalb wir wann weghören und was gemeint ist, wenn Menschen darum bitten, dass ihnen endlich Gehör geschenkt werde. Zuhören als Akt der Freiheit und damit auch der Verantwortung - so deutlich habe ich das nie gesehen. Ein lehrreiches Buch.« Barbara Bleisch, SRF Sternstunde Philosophie, 09.02.25
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