Antichristie

Roman
25,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Eine Drehbuchautorin, die an einem antirassistischen Filmprojekt arbeitet, landet im London des Jahres 1906 und erlebt die Anfänge der indischen Befreiungsbewegung in London hautnah mit.
Durga Chatterjee aus Köln, 50, eine erfolgreiche Drehbuchautorin, ist zur Entwicklung einer antirassistischen Neuverfilmung von Agatha-Christie-Klassikern nach London eingeladen. Kaum in London angekommen, erreicht sie die Nachricht, dass die Queen gestorben ist. Während eines Spaziergangs durch die Stadt findet sie sich plötzlich im Jahr 1906 wieder, im Körper eines jungen Bengalen namens Sanjeev. Durch Zufall landet er in India House, dem Zentrum der sich Anfang des 20. Jh. anbahnenden indischen Befreiungsbewegung. Durch die historischen Figuren, denen Durga/Sanjeev in India House begegnet, wird die gewaltsame Seite der indischen Befreiungsbewegung sichtbar. Doch Sanjeev begegnet nicht nur Protagonisten des indischen Befreiungskampfes (Personenverzeichnis im Anhang), sondern fährt auch mit Sherlock Holmes in der Kutsche durch London. – Sanyals erster Roman „Identitti“ (2021 ebenfalls für den Deutschen Buchpreis nominiert, s. BP/mp 21/443) beschäftigte sich mit Identitätspolitik, ihr zweiter Roman mit Kolonialismus – und dreht die gewohnte Perspektive um, von der europäischen zur indischen Sicht auf die Geschichte. Die Zeitreise sorgt nicht nur für witzige Situationen, in denen Zukunft und Vergangenheit aufeinanderprallen, sie verschafft der Autorin auch die Möglichkeit, historische Erklärungen einfließen zu lassen. Das ist mal witzig-satirisch, mal langweilig, weil der Fortgang der Geschichte durch historischen Input ausgebremst wird. Die Lektüre erfordert ein gewisses Maß an Konzentration, weil eine große Zahl von Figuren (ein Personenverzeichnis und ein Nachwort helfen bei der Orientierung) und Stimmen den Roman mit Leben füllen und Sanjeev/Durga zum Teil von einem Absatz zum nächsten von der Vergangenheit in die Zukunft wechselt, von India House in die Büros, in denen die antirassistische Agatha-Christie-Verfilmung ausgebrütet wird. Ein einzigartiger, anstrengender Roman, nominiert für den Deutschen Buchpreis.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Nach dem Erfolgsdebüt "Identitti" endlich der neue Roman von Mithu Sanyal! London 2022, die Königin ist tot! An den Trauernden vorbei rennt Durga: internationale Drehbuchautorin, Tochter eines Inders und einer Deutschen, und voller Appetit auf Rebellion und Halluzinationen. Erzählte Mithu Sanyals gefeiertes Debüt "Identitti" von Identitätspolitik, fragt "Antichristie" nach dem Kolonialismus und der Gewalt in uns allen. Durga soll an einer Verfilmung der überbritischen Agatha-Christie-Krimis mitarbeiten. Doch auf einmal ist es 1906, und sie trifft indische Revolutionäre, die keineswegs gewaltfrei wie Gandhi kämpfen. Und dann explodiert die erste Bombe. Was wäre richtiger Widerstand in einer falschen Welt? Niemand schreibt so aberwitzig, klug und liebend wie Mithu Sanyal. "Antichristie" bringt die ganze Welt in die deutschsprachige Literatur.

Produktsicherheit

Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Anschrift: Kolbergerstr. 22
DE-81679 München
Kontakt: info@hanser.de

Personeninformation

Mithu Sanyal wurde 1971 in Düsseldorf geboren, sie ist Schriftstellerin, Kulturwissenschaftlerin, Journalistin und Kritikerin. 2009 erschien ihr Sachbuch »Vulva. Das unsichtbare Geschlecht«, 2016 »Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens«, 2021 erschien bei Hanser ihr erster Roman »Identitti«, der auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises war und mit dem Literaturpreis Ruhr und dem Ernst-Bloch-Preis ausgezeichnet wurde, 2024 ihr zweiter Roman »Antichristie«. 2026 erhielt sie den Heinrich-Mann-Preis für Essayistik.

Pressestimmen

"Ein vergleichbares postkoloniales Roman-Schwergewicht mit Dutzenden realhistorischen, hierzulande kaum bekannten, aber unablässig redenden und streitenden Besserwissern hat es in der deutschen Literatur noch nicht gegeben." Iris Radisch, Die Zeit, 12.9.24 "Wie Mithu Sanyal Gandhi hier als gar nicht so sympathische Figur zeichnet, wie sie an die Wurzel von Freiheitskampf und Terrorismus geht, ist elektrisierend. Durgas Zeitreise im Körper eines Mannes ist erotisch, witzig und gleichzeitig von Trauer durchsetzt.... Brillant." Peter Helling, NDR Kultur, 16.09.24 "Sanyal sprudelt über vor Erzähllaune und wartet mit turbulenten Dialogen auf ... Ein Zeitreiseroman, der die Debatten unserer Tage mit einer gescheiten Geschichte über den Widerstandsgeist von heute und gestern kurzschließt." Shirin Sojitrawalla, taz, 21.09.24 "Antichristie" möchte im Regal offenkundig eher neben Salman Rushdies die Vorgeschichte der Unabhängigkeitserklärung Indiens magisch umreißendem Roman "Mitternachtskinder" und Zadie Smiths "Betrug" ... stehen als bei der viel braveren deutschsprachigen Prosa." Marie Schmidt, Süddeutsche Zeitung, 28.9.24 ",Antichristie' ist wild. Faszinierend, lustig und tragisch. So anspielungsreich, dass einem der Kopf rauscht, und ungeheuer informativ." Silvia Feist, Emotion, November 2024 "Mithu Sanyals Roman 'Antichristie' spielt mit Zeitreisen, thematisiert Kolonialismus, irischen Freiheitskampf, Rassismus, Sexismus und Frauenrecht und ist gleichzeitig witzig." Karin S. Wozoning, Die Presse, 14.09.24 "´Antichristie` bereichert das Sprechen über Herkunft fernab von weißer, biodeutscher Identität, weil nicht nur Gefühle wie Verlust und Trauer verhandelt werden, sondern die Vielschichtigkeit und Mehrdeutigkeit dieser Identitäten." Marlen Hobrack, Der Freitag, 11.10.24 "Man kann sich mit 'Antichristie' auf ein wildes Abenteuer freuen, in dem scheinbar alles möglich ist. Zumindest fast alles." Michaela Pichler, ORF, FM4, 06.11.24 »Ein großes Vergnügen. Ein Roman, der auf allen Ebenen eine wirkliche literarische Erfahrung bietet. Für alle, die gerne vielschichtige Romane lesen und sich für den Kolonialismus interessieren.« Denis Scheck, WDR2, 10.11.24 »Niemand kann Debatten und Ideologien so herrlich in lebendige Erzählungen verwandeln wie Mithu Sanyal.« Volker Weidermann, ZEIT, 21.11.24 »Ein Pageturner, der zeigt, wie gegenwärtig Geschichte sein kann.« Franziska Hirsbrunner, SRF, BuchZeichen, 19.11.24
Mehr von Sanyal, Mithu

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.