Am Himmel die Flüsse

Roman
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Buchprofile - Rezension
Der Roman beginnt im alten Mesopotamien und verwebt drei Schicksale mit der Geschichte des Landes an Euphrat und Tigris.
Drei Geschichten, drei Zeiten, die miteinander verbunden sind durch das alte Mesopotamien und den Fluss Tigris – Elif Shafak legt ein weiteres faszinierendes Buch voller magischer Momente vor, bei dem ein Wassertropfen, der immer wieder in anderer Form in den Geschichten auftaucht, eine wichtige Rolle spielt und daran erinnert, wie wichtig Wasser für die Menschen ist. Die Geschichte eines armen englischen Jungen im 19. Jh. namens Arthur, der in der Nähe der Themse in London aufwächst und der „König der Abwasserkanäle und Elendsquartiere“ genannt wird, steht im Mittelpunkt des Romans. Reales Vorbild ist George Smith, der tatsächlich eines der ältesten Werke der Weltliteratur entdeckt hat: das Gilgamesch-Epos. Ein weiterer „Erzähl-Strom“ berichtet vom Schicksal der neunjährigen neugierigen Narin, die an den Ufern des Tigris als Jesidin aufwächst und von ihrem immer wieder vertriebenen Volk und dem 2014 begangenen Massaker, als die Türkei ein Staudamm-Projekt durchführte, das jahrtausendealte antike Stätten überflutete. Narin entdeckt mit ihrer Großmutter, die ihr Geschichten über Euphrat und Tigris, die Arche Noahs und vieles mehr erzählt, auf dem alten Friedhof das Grab Arthurs. Die Geschichte der Wissenschaftlerin und Hydrologin Zaleekhah bildet den dritten „Erzähl-Strom“. Auch sie befasst sich mit Ninive und den dort gefundenen Lamassu-Statuen, die nach London transportiert wurden. Ihre Studien und die ihrer Kollegen haben herausgefunden, dass das Feuchtgebiet von Euphrat und Tigris und sein Ökosystem im Sterben liegen. „Die Geschichte der Menschheit kann nicht ohne die Geschichte des Wassers geschrieben werden“. Dieses Zitat aus dem Roman verbindet die zeitlich unterschiedlichen Geschichten und Schicksale. Alle drei Erzählstränge haben einen realen Hintergrund, den die Autorin gut recherchiert hat. Der umfangreiche Roman entführt in fremde Welten; für wissensdurstige Lesesüchtige ist alles drin: Exotik, Historisches, Liebe, Klima – einfach wunderbar!
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Ich freue mich auf jedes neue Buch der türkischen Autorin Elif Shafak. Die 1971 in Frankreich geborene Diplomatentochter schreibt seit 1994 Romane, die mittlerweile in mehr als 50 (!) Sprachen übersetzt werden und sie damit zu einer der meistgelesenen Autor:innen der Gegenwart machen. Shafak schreibt auf Türkisch und/oder Englisch und wegen ihres feministischen und gesellschaftskritischen Inhalts sind viele ihrer Werke in ihrem Heimatland nicht verfügbar. Ihr aktueller Roman „Am Himmel die Flüsse“ ist schlicht gesagt ein Meisterwerk, in dem sie mit kunstvoller Leichtigkeit drei Handlungsstränge zu einem bildgewaltigen Epos zusammenfügt. In allen drei Ebenen spielt Wasser eine entscheidende Rolle, denn jeder Regentropfen speichert die Erinnerung der Menschheit. Die beiden Flüsse Themse und Tigris sind geographisch mehr als 3000 Kilometer voneinander entfernt, doch die Geschichte eines Volkes – die der Jesiden - lässt diese Distanz zusammenschrumpfen. Was ihre drei Protagonist:innen Arthur, Narim und Zaleekhah miteinander verbindet und wie die beiden Frauen letztlich zusammenfinden, wird auf knapp 600 Seiten in einem mitreißenden Erzählfluss dokumentiert. Ursprung, Folgen und Seitenstränge der Ereignisse sind so magisch und mitreißend geschrieben, dass man kaum merkt, wie viel man nebenbei noch lernt. Diesen Roman darf man auf gar keinen Fall verpassen. Er wird sowohl Leser:innen historischer und zeitgeschichtlicher Stoffe als auch die, denen gender-, gesellschafts- und klimapolitische Themen am Herzen liegen, begeistern.

Susanne Steufmehl, Buchberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Der neue große Roman der Bestseller-Autorin Elif Shafak über die Macht jahrhundertealter Konflikte."Eine einzigartige, mitreißende Stimme der Weltliteratur." Ian McEwan Narin ist neun, als in dem ezidischen Dorf am Tigris Planierraupen auftauchen. Ihre Heimat soll einem Dammbauprojekt der türkischen Regierung weichen. Die Großmutter, fest entschlossen, die Enkelin an einem ungestörten Ort taufen zu lassen, bereitet alles für die Reise ins heilige Lalisch-Tal vor. Kurz vor Aufbruch stößt Narin auf das Grab eines gewissen Arthur - direkt neben dem ihrer Ururgroßmutter Leila. Wer war dieser "König der Abwasserkanäle und Elendsquartiere", der Junge aus dem viktorianischen London, von den Ufern der verschmutzten Themse? Und was hat er mit Narins eigener Vertreibung zu tun? Meisterhaft verwebt Elif Shafak Vergangenheit und Gegenwart zu einem soghaften Roman über sich kreuzende menschliche Schicksale und die Macht jahrhundertealter Konflikte.

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Personeninformation

Elif Shafak ist eine preisgekrönte britisch-türkische Schriftstellerin und Erzählerin und gehört zu den bedeutendsten Autorinnen der Gegenwart. Sie veröffentlichte bisher 21 Bücher, darunter 13 Romane. Ihre Bücher wurden in 58 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. "Das Flüstern der Feigenbäume" (2021) stand auf der Shortlist der British Book Awards, des Costa Books Awards, des RSL Ondaatje Prize, des Women's Prize for Fiction, und wurde für den Reese Witherspoon Buchclub ausgewählt. "Unerhörte Stimmen" (2019) schaffte es auf die Shortlist für den Booker Prize und den RSL Ondaatje Prize und wurde Blackwell's Book of the Year. "Die vierzig Geheimnisse der Liebe" (2013) wurde von der BBC zu einer der "100 Novels that Shaped Our World" gewählt. "Der Architekt des Sultans" (2015) wurde in der ersten Ausgabe des Reading Rooms, dem Buchclub der Herzogin von Cornwall, vorgestellt. "Am Himmel die Flüsse" (2024) gewann den Edward Stanford Travel Writing Award 2025 und war nominiert für den Prix Fémina Étranger und den Orwell Prize for Political Fiction. Shafak promovierte in Politikwissenschaften und lehrte an verschiedenen Universitäten in der Türkei, den USA und in Großbritannien, darunter als Honorary Fellow am St. Anne's College der Universität Oxford. Zudem promovierte sie in Humane Letters am Bard College. Shafak ist Fellow und Vizepräsidentin der Royal Society of Literature und wurde von der BBC zu einer der "100 inspirierendsten und einflussreichsten Frauen" gewählt. Ihre Aufritte, u.a. zweimal als Rednerin bei TEDGlobal, machen sie zu einer vielbeachteten und inspirierenden Stimme für Gleichberechtigung sowie Frauen- und LGBTQ+-Rechte. Weltweit trägt sie zu wichtigen Publikationen bei und wurde mit dem Chevalier de l'Ordre des Arts et des Lettres ausgezeichnet. 2017 wählte Politico sie zu einer der zwölf Personen, "die Ihnen das Herz erleichtern werden". Sie ist Jurorin zahlreicher Literaturpreise, z.B. des PEN Nabokov-Preises, und war Vorsitzende des Wellcome Prize. Kürzlich erhielt sie den Halldór Laxness International Literature Prize für ihren bereichernden Beitrag zur Kunst des Geschichtenerzählens. 2024 wurde Shafak mit der British Academy President's Medal für "ihr hervorragendes Werk, das eine unglaubliche interkulturelle Bandbreite zeigt" ausgezeichnet. Online ist sie unter www.elifshafak.com und als Autorin des Newsletters "Unmapped Storylands" zu finden. Michaela Grabinger lebt in München. Zu den von ihr übersetzten Romanen und Sachbüchern zählen Werke von Elif Shafak, Anne Tyler, Meg Wolitzer, Charlotte Wood, Tan Twang Eng, Rebecca Solnit und Ece Temelkuran.

Pressestimmen

"Ein überwältigender und bezaubernder Roman ... atemberaubend bis zum Ende. ... 'Am Himmel die Flüsse' ist Shafaks Meisterwerk, ein sehr gegenwärtiges Märchen voller Geschichte und Geschichten, mit Warnungen an unsere selbstvergessene Gegenwart. Weitersagen und unbedingt lesen!" Stefan Berkholz, WDR 3, 24.07.24 "Ein Roman der in seiner Fülle, in seinem Reichtum und in seiner Lust am Erzählen unbedingt zum Empfehlen ist." Jörg Magenau, rbb, 22.07.24 "Shafak ist eine Meisterin darin Fiktion und historische Fakten freihändig zu verweben ... Shafaks bildhafte Sprache, ihre Erzähllust entwickeln einen unwiderstehlichen Sog." Christiane Schlötzer, Süddeutsche Zeitung, 20.07.24 "Ein beeindruckender Roman, der nah an der Perfektion ist. Ein Roman, der Elif Shafaks Ruf als große Erzählerin einmal mehr unterstreicht - und der auch ein flammendes Plädoyer ist gegen das Vergessen." Irene Binal, Neue Zürcher Zeitung, 19.07.24 "Elif Shafak schreibt über die Flüchtigkeit menschlichen Daseins und menschlicher Ambitionen, mit einer ungeheuren Fabulierlust, in einem lyrischen, fast märchenhaften Ton. ... Ein tieftrauriges, ein großartiges Buch." Peter Helling, NDR Kultur, 09.08.24 "Diese Epopöe ... ist hochgebildet, feinsinnig und herzzerreißend. Ein großer Roman der Gegenwart." Alexander Kluy, Der Standard, 24.08.24 "Der spannend geschriebene Roman fesselt mit seiner aufwendig recherchierten Faktenfülle. Mit großer Freude am sinnlichen Detail schildert Elif Shafak London ... das osmanische Konstantinopel, die unbekannte, oft verkannte Kultur der Jesiden und deren herzzerreißendes Geschick." Julia Schröder, SWR lesenswert, 28.07.24 "Von der Themse bis zum Tigris, vom viktorianischen Zeitalter bis zur Gegenwart: Ein spannendes Hineinfallenlassen ist hier möglich." Judith Hoffmann, ORF, 05.08.24 "Trotz der komplexen Handlung und der vielen, mitunter schweren Themen schafft sie es durch die gekonnte Leichtigkeit, mit der sie diese verknüpft, einen regelrechten Lesesog zu entwickeln." Nicole Hoffmann, Missy Magazine, 09.09.24 "Ganz, ganz großartig. Elif Shafaks einzigartige Form der Literatur, die bei allem Engagement immer poetisch bleibt, wird ihr über kurz oder lang den Literaturnobelpreis eintragen. Das schönste Buch, das ich seit langem gelesen habe." Thomas Böhm, rbb,radioeins, 10.10.24 "Bei Elif Shafak steckt in einem Wassertropfen ein ganzer Roman. [...] Alles hat mit allem zu tun, quer durch die Zeiten, vom Altertum bis in die unmittelbare Gegenwart." Jörg Magenau, Falter, Bücher-Herbst, 42/24 »Shafak arrangiert die Schicksale ihrer Protagonisten ... geschickt und spannend, ihre detaillierte, fast schon märchenhafte Sprache lässt einen nicht mehr los.« Carolin Gasteiger, SZ, 23.11.24
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